Corona-Impfzentrum in Eisenach nimmt Arbeit auf

Eisenach  72 Piekse in die Oberarme am Tag. Sobald genügend Impfstoff vorhanden ist, wird in zwei Schichten geimpft.

Djamila Wagner (links) von der Kassenärztlichen Vereinigung stellt Eisenachs OB Katja Wolf und Dezernent Ingo Wachtmeister in der Impfstelle die Einrichtung vor und wie diese funktioniert.

Djamila Wagner (links) von der Kassenärztlichen Vereinigung stellt Eisenachs OB Katja Wolf und Dezernent Ingo Wachtmeister in der Impfstelle die Einrichtung vor und wie diese funktioniert.

Foto: Peter Rossbach

Ein Bundeswehrsoldat gehört mit zum Team des Eisenacher Impfzentrums. Kurz vor dem Start des Zentrums stellte er noch schnell die großen Hinweisschilder auf, wo die Stelle für die Corona-Impfungen zu finden ist. Im Innern der beiden Container, die hinter der ehemaligen Kinderklinik auf dem Krankenhaus-Gelände zu finden sind, ist alles bereit: Da hat der Impfstellen-Manager schon alles fix und fertig.

Gemeinsam mit dem Klinikum wurde das auf die Beine gestellt. „Es hat von Seiten des Krankenhauses eine tolle Unterstützung für uns gegeben, wofür wir auch sehr dankbar sind“, berichtet Djamila Wagner von der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KVT) Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Linke) und Dezernent Ingo Wachtmeister bei deren Besuch am Tag vor dem Start.

Eisenacher Klinikum sorgt im Vorfeld auch für Wasseranschluss

Das Klinikum hat nicht nur die Container bereit gestellt, sondern sogar noch eigens einen Wasseranschluss legen lassen, damit die Impfstelle arbeiten kann. Und alles was sonst gebraucht wird, kam von der KVT: Kanülen, Hygienematerial, Pflaster, Schreibmaterialien, Erfassungsbögen, Einmal-Schutzanzüge. Und eine Kaffeemaschine war auch dabei.

Wenn das Corona-Impfzentrum am 13. Januar seinen Dienst aufnimmt, dann erst einmal noch nicht unter Volllast. Es wäre räumlich in den beiden eigens aufgestellten Containern möglich in einem Zwei-Schicht-System zu arbeiten. Derzeit aber fehlt es eben einfach an Impfstoff. Und so wird zunächst in einer Schicht gearbeitet, sagt Djamila Wagner von der Kassenärztlichen Vereinigung. In einer Schicht befinden sich der Impfstellen-Manager und ein Bundeswehrsoldat am Empfang, ein Arzt und zwei medizinische Fachangestellte sowie ein Security-Mann am Einlass.

In Fünf-Minuten-Abständen werden die Menschen, die jetzt Termine haben, bestellt. Und Djamila Wagner sowie das Impfstellenpersonal bitten darum, dass die bestellten Menschen auch erst zum Termin erscheinen – weil es keine richtigen Möglichkeiten zum Warten außer im Freien gibt.

Wer zu seinem Termin den Container betritt, für den sind Fiebermessung und Handdesinfektion Pflicht. Danach geht es zur Aufnahme, am besten sollte man dort schon den ausgefüllten Anamnese-Bogen zur Hand haben. Hinter der nächsten Tür wartet der Arzt für das ebenfalls obligatorische Aufklärungs- und Informationsgespräch. Der Arzt fällt auch die letzte Entscheidung, ob der Impfwillige tatsächlich den Piekser in den Oberarm bekommt. Den gibt es dann in einem von zwei Impfräumen. Nach dem Pieks bekommt der „Patient“ einen Wecker in die Hand gedrückt. Eine Wartezeit von 15 Minuten gibt es noch im Warteraum zu überstehen. Sobald der Wecker klingelt heißt es: „Tschüß, bis in drei Wochen zur zweiten Impfung.“

Katja Wolf wünscht sich eine bessere Kommunikation mit der KVT

Oberbürgermeisterin Wolf ist erleichtert, dass es jetzt, wenn auch langsam, mit den Impfungen auch außerhalb der Alten- und Pflegeheime losgeht. „Die jetzige Situation ist für uns alle emotional sehr belastend. Da tut so ein kleiner Hoffnungsschimmer allen gut“. Sie wisse natürlich auch unter welchem Druck die KVT gerade stehe, sprach sich daher aber für eine bessere Kommunikation mit den Kommunen und Kreisen aus. „Schließlich erhalten auch die Kommunen viele Anfragen zu dem Thema. Da wäre es gut, wenn wir auch Antwort geben könnten. Zudem können wir auch der KVT besser helfen, wenn es gebraucht wird“, so Wolf.

Gelagert wird so gut wie kein Impfstoff in den Containern, sondern er wird in regelmäßigen Abständen in kleinen Mengen neu angeliefert und vor Ort „angerührt“. Und alles was eintrifft, wird auch verimpft, verspricht Djamila Wagner. Sie bittet auch um Verständnis, dass eben derzeit die Terminvergabe aufgrund des fehlenden Impfstoffes noch etwas schleppend läuft. „Sobald es ausreichend Impfstoff gibt, werden wir auf den Zwei-Schicht-Betrieb aufstocken“.

Die ersten Termine für den jetzt vorrätigen Impfstoff für die Impfberechtigten aus der Prioritätengruppe 1, also vornehmlich ältere Menschen, sind schon alle vergeben. In dieser und nächster Woche wird es jeweils montags bis freitags von 14 bis 20 Uhr sowie samstags von 9 bis 14 Uhr den Piekser in den Oberarm geben. An jedem Tag sind so 72 Impfungen möglich.

Das Klinikum weist im übrigen daraufhin, dass sich die Impfstelle zwar auf dem Klinikum-Gelände befindet, aber Terminvergaben nur auf Hinweis und über die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen möglich sind. Online: www.impfen-thueringen.de. oder per Telefon: 03643/4950490.