Der Weg entsteht im Erbstromtal buchstäblich im Gehen

Ruhla.  Kittelsthal und Thal waren die ersten Stationen der Zukunftstouren im Erbstromtal, mit guter Resonanz der Bürger und angeregten Diskussionen.

Zukunftstour in Kittelsthal mit Planerin Cornelia Dittmar (5. von links), Ruhlas Bürgermeister Gerald Slotosch, Ortsteilbürgermeistern und zahlreichen großen und kleinen Bürgern.

Zukunftstour in Kittelsthal mit Planerin Cornelia Dittmar (5. von links), Ruhlas Bürgermeister Gerald Slotosch, Ortsteilbürgermeistern und zahlreichen großen und kleinen Bürgern.

Foto: Jensen Zlotowicz

Kittelsthal und Thal waren am Wochenende die ersten Ruhlaer Ortsteile, in denen sich Bürger mit Planerin Cornelia Dittmar (Weimar) und der Ruhlaer Rathausspitze auf eine Zukunftstour begaben. Weil Corona eine Konferenz im Klubhaus unmöglich machte, wurden die Ortstouren ins Leben gerufen. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Die Auftakte in Thal und Kittelsthal waren auch von der Resonanz verheißungsvoll. Diese Dorfbegehungen, auf denen Teilnehmer Lob und Kritik anbringen können, dienen der Erarbeitung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes. Das wiederum ist Grundlage, um Geld aus Fördertöpfen erlangen zu können. Für das obere Erbstromtal soll das aus einem Guss geschehen, aber doch auf den jeweiligen Ort zugeschnitten. Dass vor allem in Kittelsthal so viele junge Leute an der Zukunftstour teilnahmen, freute nicht nur Ruhlas Bürgermeister Gerald Slotosch (parteilos).

Die Schwachstellen in Kittelsthal und Thal sind kein Geheimnis. Im Straßenbau gibt es Handlungsbedarf und erst recht im Wohnungsbau. Bauland ist in beiden Orten ein gefragtes, aber limitiertes Gut. Junge Leute wollen in Kittelsthal bleiben, darunter auch eine angehende Medizinerin. Diese jungen Leute aber wollen Bauland. Planerin Cornelia Dittmar verwies auf die neue Philosophie der Bundesregierung, deutlich weniger Boden als in den vergangenen Jahren zu versiegeln. Es bedürfe bei der Dorfentwicklung daher immer eines Kompromisses.

Sowohl in Kittelsthal als auch in Thal gibt es Pläne und Entwicklungsräume. Einen aktuellen Flächennutzungsplan für das gesamte Erbstromtal, der die grundsätzliche Flächenverwendung definiert, gibt es allerdings nicht. Nur einen Plan, der älter als zehn Jahre ist, sagte Seebachs Bürgermeister Gerrit Häcker (parteilos).

Um die Betreibung des Dorfgemeinschaftshauses wurde in Kittelsthal intensiv diskutiert. Dazu gibt es noch verschiedene Auffassungen zwischen Vereinen und Verwaltung. Die Zukunftsdebatte aber ist angestoßen und geht am nächsten Wochenende in Seebach und Ruhla weiter.