Die Stimme für Toleranz

Wer es noch nicht geschafft hat, dem sei das Sommertheater auf dem Eisenacher Schlosshof ans Herz gelegt.

Peter Rossbachs Anmerkungen zur Woche in Eisenach und Wartburgkreis.

Peter Rossbachs Anmerkungen zur Woche in Eisenach und Wartburgkreis.

Foto: Norman Meißner

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Wer es noch nicht geschafft hat, dem sei wärmstens das Sommertheater auf dem Eisenacher Schlosshof ans Herz gelegt. Samstag und Sonntag hebt sich 19.30 Uhr der Vorhang für „Sein oder Nichtsein“. Die Komödie ist ein Paradebeispiel, wie man ein Thema mit ernstem Hintergrund mit allem Respekt unterhaltsam angehen kann.

Dass dies nicht nur mit Theatermitteln möglich ist, zeigte der Abend von Theater am Markt und Stadt mit „Geschichten vom jüdischen Leben“ aus Eisenach. Musik, Erläuterungen zu Alltagsgegenständen, die informativ-schönen Anekdoten ließen die Besucher spüren, wie befruchtend jüdisches Leben für die Stadtgesellschaft war und welchen Verlust das mörderische Ende des jüdischen Lebens in Eisenach bedeutete.

Der Holocaust bleibt das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Wann immer wir über jüdisches Leben in Eisenach reden, reden wir auch über die Opfer und die Täter. Den Holocaust-Leugnern und -verharmlosern hätte dieser Abend gut getan. Der Holocaust war kein „Fliegenschiss“.

Die Lesung aus dem fiktiven Tagebuch einer jungen Eisenacher Jüdin aus dieser Zeit zeigte, wie sehr damals Rassismus und Intoleranz sogar schon die Herzen und Seelen junger Menschen vergiftet haben. Das sollte Mahnung für uns alle genug sein, immer wieder Zeichen für Demokratie zusetzen und die Stimmen für Toleranz zu erheben. Wir verlieren alle, wenn die Leugner und Hetzer gewinnen.

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