Drei Bürgermeister-Anwärter für neue Stadt Amt Creuzburg im Gespräch

Creuzburg / Mihla.  Für die neugebildete Stadt Amt Creuzburg wird am 3. Mai ein politischer Chef gewählt. 4750 Menschen leben in der jungen Kommune.

Ein Amt Creuzburg gab es schon vor 170 Jahren – damals gehörten aber viele weitere Orte dazu. Verwaltungssitz war damals im Großherzoglichen Schloss auf dem Burgberg. Die Creuzburg wird mit der Wiedergründung des Amtes aber nicht wieder Verwaltungsresidenz.

Ein Amt Creuzburg gab es schon vor 170 Jahren – damals gehörten aber viele weitere Orte dazu. Verwaltungssitz war damals im Großherzoglichen Schloss auf dem Burgberg. Die Creuzburg wird mit der Wiedergründung des Amtes aber nicht wieder Verwaltungsresidenz.

Foto: Norman Meißner

Mit Jahresbeginn leben die rund 4750 Einwohner aus Creuzburg, Mihla und Ebenshausen sowie aus den Ortsteilen Scherbda und Buchenau in der Einheitsgemeinde Amt Creuzburg. Mit der Wahl dieser Bezeichnung lassen die Verfechter der Einheitsgemeinde eine jahrhundertealte Tradition aufleben. Das Staatsbuch von 1846 für das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach listet für das damalige Amt Creuzburg 8741 Einwohner in 1462 Wohnhäusern auf. Dass damals das Amt Creuzburg fast doppelt so viele Menschen zählte, hat einen Grund. Zum Amtsbezirk gehörten seinerzeit auch Stregda, Schnellmannshausen, Pferdsdorf, Madelungen, Lengröden, Krauthausen, Probsteizella, Ifta, Hattengehau, Bischofroda und Teile von Berka vor dem Hainich.

„Wenn die umliegenden Gemeinden sehen, dass das Amt Creuzburg gut funktioniert, stehen die Chancen für die Erweiterung der Struktur gar nicht schlecht“, meint Creuzburgs einstiger Bürgermeister Ronny Schwanz (CDU), der seit dem Zusammenschluss zum Jahresbeginn als Ortsteilbürgermeister in Creuzburg tätig ist. Ronny Schwanz kandidiert, wie sein Mihlaer Amtskollege Rainer Lämmerhirt (UWG) für die Bürgermeisterwahl am Sonntag, 3. Mai. „Der Termin ist offiziell von der Kommunalaufsicht für die Stadtrats- und die Bürgermeisterwahl bestätigt“, sagt Carolin Lippold. Bis zur Wahl ist sie vom Landratsamt beauftragt, die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters zu führen. Falls es zu einer Stichwahl kommt, müssen die Wähler am 17. Mai abermals an die Urnen treten.

„Wir haben uns entschlossen, gemeinsam, und wenn der Wähler das auch so sieht, an der Spitze der neuen Einheitsgemeinde weiter Verantwortung zu übernehmen“, spricht Rainer Lämmerhirt auch für seinen Amtskollegen Ronny Schwanz. Beide stehen einem hauptamtlichen Bürgermeister ablehnend gegenüber, um, wie Lämmerhirt sagt, „keinen Kandidaten von außen auf dieser Funktion erleben zu müssen“. Zudem wollen beide durch ihr gemeinsames Auftreten ein Signal setzen, dass das Amt Creuzburg unserer Tage nur gelingen könne, wenn fortan – auch im neuen Stadtrat – nicht der Parteienkampf im Vordergrund stehe, sondern die gemeinsame Arbeit für Ziele, die nicht weit voneinander entfernt seien. „Es geht nicht, dass Mihla für Mihla und Creuzburg für Creuzburg kämpft, – nur gemeinsam kommen wir voran“, betont der 50-jährige Ronny Schwanz. Zudem würde ein hauptamtlicher Bürgermeister mit Sekretärin den Verwaltungshaushalt jährlich mit rund 100.000 Euro belasten.

Den Bürgermeisterjob dauerhaft und ordentlich im Ehrenamt zu bewältigen, ist für den Creuzburger Stadtrat Lutz Krompke (SPD) aufgrund der neuen Strukturgröße schwerlich vorstellbar, denn Kommunen vergleichbarer Größe leisten sich einen hauptamtlichen Rathauschef. Nach Ansicht von Schwanz mache es einen großen Unterschied, ob man eine Verwaltung, wie in Treffurt, hinter sich habe, oder ob die Aufgaben eine Verwaltungsgemeinschaft erledigt. Die SPD möchte gern mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen gehen. „Ja, die Partei hat mich gefragt, ich kann es mir vorstellen, aber 100-prozentig habe ich mich noch nicht entschieden“, sagte Unternehmer Ralf Pollmeier (SPD) am Dienstag. Aufgrund der großen Struktur spricht sich der 58-Jährige auch für einen hauptamtlichen Rathauschef aus. Letztlich geht es für Pollmeier darum, das Amt Creuzburg in der Gesamtheit des Umlandes weiterzuentwickeln. Man müsse über den Tellerrand schauen.

Das Pensum als Bürgermeister kann Lämmerhirt nach eigenen Worten auch im Ehrenamt bewerkstelligen, da der Gymnasiallehrer mit seinem Ruhestand im Herbst vergangenen Jahres nun genügend Zeit habe. „Wir sind uns einig, wenn einer von uns die Wahl gewinnt, dann wird der andere als Kandidat für die Wahl des 1. Beigeordneten im Stadtrat aufgestellt“, spricht Lämmerhirt auch für seinen Creuzburger Amtskollegen.