Ein Hauch von Sommermärchen

Treffurt  David Odonkor, Shootingstar der WM 2006, wirbelt beim Auftritt der Dortmunder Traditionsmannschaft in Treffurt wie in besten Zeiten

Permanent beschäftigte David Odonkor die Treffurter Abwehr. Fünfmal drückte der Ex-Nationalspieler den Ball in die Maschen.  

Permanent beschäftigte David Odonkor die Treffurter Abwehr. Fünfmal drückte der Ex-Nationalspieler den Ball in die Maschen.  

Foto: Mike El Antaki

Dass er einmal im BVB-Trikot auf dem Rasen stehen würde, hätte sich Nils Hendrich bis vor wenigen Monaten wohl kaum träumen lassen. Möglich machte es ein ungewöhnliches Hochzeitsgeschenk seiner Freunde. Den „Einsatz-gutschein“ im Dortmunder Traditionsteam konnte Hendrich dabei nun am vergangenen Samstag sogar vor der Haustür beim Gastspiel der Alt-Borussen im Treffurter Normannsteinstadion einlösen. Vor 523 Besuchern durfte der ehemalige Falkener Kreisligakicker zeigen, dass auch er passabel mit der Kugel umgehen kann. Nicht zuletzt mit einem sicher verwandelten Elfmeter zum 1:5-Pausenstand.

Die Augen der schwarz-gelben Fangemeinde waren freilich auf andere Akteure gerichtet. Insbesondere auf David Odonkor. Der 16-malige Nationalspieler, der seit kurzem Co-Trainer und Sportlicher Leiter beim türkischen Zweitligisten Eskisehirspor ist, war der Star des Nachmittages. Nach dem Abpfiff war er dicht umlagert, schrieb Autogramme und ließ sich mit Fans ablichten. In der 80-minütigen Spielzeit hatte Odonkor stark aufgespielt. Er sprintet fast noch so wie beim Sommermärchen 2006, ließ seine Gegenspieler reihenweise stehen und traf beim 10:2-Erfolg der Dortmunder fünfmal.

Das erste Tor des Tages war jedoch den Gastgebern vorbehalten, die eine Mischung aus Kreisoberligaspielern und Mitgliedern des ausrichtenden Fanclubs „Treffurter Ost-Borussen“ aufboten. Mit der Pieke traf Maurice Leise und kitzelte damit die Oldies. Die machten dann ernst, bekamen die ersten zwei Tore „aber auch von uns aufgelegt“, wie Treffurts Trainer Martin Richwien sah. Zweimal Odonkor und zweimal Franck Patrick Njambe sorgten fürs 1:4. In Hälfte zwei, als beim Gastgeber auch Bürgermeister Michael Reinz mitkickte, machten es Odonkor nach drei Sololäufen, Steffen Karl und Giovanni Federico zweistellig. Zwischendurch hatte Maurice Meng Keeper Jörg Kuhl zum 2:8 überwunden.

Kuhl war im BVB-Team einer von drei, vier Unbekannten, die nur kurze Gastspiele im Westfalenstadion gaben oder nie Bundesliga gespielt haben. Andere Namen kennen nicht nur BVB-Fans: So Antonio da Silva (2007 Deutscher Meister mit Stuttgart), Michael Lusch (267 Erstbundesligaspiele) oder Günter Breitzke. 18 Tore schoss er einst für die Borussia. 1989 wurde er als einer der DFB-Pokalhelden gefeiert. 30 Jahre danach lebt Breitzke weitab vom Glamour und ist froh, wenn er bei Spielen mit der Traditionself dem Hartz-4-Alltag entfliehen kann.

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