15 Vermummte stürmen Eisenacher Kneipe und greifen Gäste an

Eisenach  Ein mutmaßlicher Treffpunkt der rechten Szene in Eisenach ist erneut das Ziel von Angreifern geworden. Eine politisch motivierte Tat ist nicht ausgeschlossen.

Schon Anfang Oktober wurde die Kneipe angegriffen. Im Bild eine der damals eingeworfene Fensterscheiben der Gaststätte „Bull‘s Eye“.

Schon Anfang Oktober wurde die Kneipe angegriffen. Im Bild eine der damals eingeworfene Fensterscheiben der Gaststätte „Bull‘s Eye“.

Foto: Jan Mittenzwei

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In Eisenach haben Vermummte die Kneipe „Bull‘s Eye“ an der Mühlhäuser Straße, einen mutmaßlichen Treffpunkt der rechten Szene, angegriffen. Nach Angaben der Polizei haben die etwa 15 Täter sechs Gäste leicht verletzt.

Die Unbekannten waren in der Nacht zu Samstag in die Raucherkneipe eingedrungen, schlugen dort auf die Gäste ein und beschädigten Inventar, wie die Polizei in Eisenach mitteilte. Die Angreifer seien nach entsprechender Gegenwehr von zwei Personen geflüchtet. Dass sich 15 Angreifer von zwei Personen in die Flucht schlagen ließen, bietet in der Stadt Gesprächsstoff.

Ob der Angriff politisch motiviert war, müssen die Ermittlungen zeigen. Aus Sicht des Eisenacher NPD-Stadtratsmitglieds Patrick Wieschke war es ein „linksfaschistischer Überfall“, äußerte er bei Facebook postwendend. Es gäbe erste Hinweise zu den Tätern, die Stadtratsmitglied Wieschke aber nicht öffentlich machen will.

Erst vor wenigen Wochen war „Bull‘s Eye“ Ziel

Erst vor wenigen Wochen war das gleiche Lokal schon einmal Ziel von Angreifern gewesen. Anfang Oktober waren mehrere Steine durch Fenster des „Bull‘s Eye“ geflogen. Inhaber und Gäste der Kneipe würden sich aber nicht einschüchtern lassen.

Aus der gemäßigten linken Szene gibt es Kommentare, die solche Aktionen verurteilen. Sollte es eine politisch motivierte Tat sein, dann schadete diese der „eigenen Sache“ mehr als sie nütze“, heißt es auf einer Internet-Plattform.

In der rechten Szene wachse derweil die Wut. In einem Appell einer Besucherin der Kneipe an die Antifa heißt es: „Ihr habt eine Grenze überschritten. Das nächste Mal zahlt ihr den Preis...“ Das Lokal konnte nach Abschluss der Ermittlungen der Polizei vor Ort durch die gemeinschaftliche Hilfe mehrerer Besucher ab Samstagnachmittag wieder öffnen.

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