Eisenach: Pfiffige Ideen für eine schwierige Lücke

Eisenach  Die Plewka Architekten legen einen Entwurf für eine Abrissbrache in der Alexanderstraße in Eisenach vor. Das Problem: wenig Platz, wenig Licht, viel Verkehr.

Gestaltungsvorschlag für die Baulücke Alexanderstraße 46 in Eisenach im Zuge des Projektes „Zentral genial“ vom Eisenacher Architekturbüro Plewka Abbildung: Plewka Architekten

Gestaltungsvorschlag für die Baulücke Alexanderstraße 46 in Eisenach im Zuge des Projektes „Zentral genial“ vom Eisenacher Architekturbüro Plewka Abbildung: Plewka Architekten

Foto: Plewka Architekten

Eines der architektonisch interessantesten Projekte innerhalb der Eisenacher Innenstadtinitiative „Zentral genial: Neues Wohnen in der Altstadt“ stand am Donnerstag im Fokus der Öffentlichkeit, die Baulücke Alexanderstraße 46. Was Architekt Ronny Plewka in diese nur gut sechs Meter breiten Baulücke entworfen hat, gehört für viele zu den besten Entwürfen eines Lückenschlusses der insgesamt sechs Zukunftsversionen für vier Baulücken.

Die beengte Lage an der Alexanderstraße in direkter Nähe zum Hinterland des Hotels „Thüringer Hof“ macht die Aufgabe anspruchsvoll wie reizvoll. Ronny Plewka, Eisenacher Architekt, hat die Lage nüchtern analysiert: wenig Licht, kein Platz für Parkraum, kein Grün, dafür aber je nach Tageszeit mit hohem Verkehrslärm.

Plewka Architekten haben für die Lücke im Besitz der Städtischen Wohnungsgesellschaft (SWG) dennoch einen ausgeklügelten Entwurf für 100 Prozent Wohnen vorgelegt – für insgesamt acht Wohnungen mit Größen zwischen 40 und 45 Quadratmetern. „Wir haben den Aufzug, er hat das Treppenhaus“, hinter diesem Satz Plewkas steckt eine Gemeinschaftsaktion mit dem Eigentümer des Nachbargebäudes Nr. 44. Es gehört, wie der gesamte Straßenzug gen Westen, der Eigentümergruppe des „Thüringer Hofes“. Mit den Hotelleuten könnte es eine Win-Win-Situation bei der Bebauung der Lücke geben.

Da eine barrierefreie Erschließung unmöglich ist, ist ein Aufzug die zeitgemäße Lösung. Der wiederum könnte über das Treppenhaus von Nr. 44 erreichbar sein. Damit wäre beiden Seiten geholfen, erklärte Ronny Plewka am Donnerstag im Beisein von Vertretern der Stadtverwaltung, des Förderkreises zur Erhaltung Eisenachs, Mitarbeitern der Wartburg-Sparkasse und interessierten Bürgern.

Der Entwurf wartet in Anbetracht des limitierten Platzes und der Lage mit einigen Raffinessen auf, unter anderem die etwa um eine Autolänge zurückgezogene Fassade im Erdgeschoss. Neben einer Art Grün- und Lichtbereich entsteht damit ein Parkplatz am Haus, der als Kurzzeitparkplatz genutzt werden kann. Zu verschließen ist er mit einer Art Lamellenverschluss.

In dieses Haus einziehen könnten Singles oder Senioren, die mit weniger Wohnfläche auskommen und die Vorzüge der Innenstadt samt kurzer Weg zu schätzen wissen.

In den Obergeschossen sieht der Entwurf ebenfalls einige von einer senkrecht durchlaufenden Fassade abweichende Einschnitte vor, das auch, um für mehr Lichteinfall zu sorgen und Fenster nicht direkt zur Straße hin anbringen zu müssen (Lärmschutz).

Die Finanzierung eines solches Projektes, hieß es bei der Präsentation, könnte die SWG durchaus bewältigen, schließlich gebe es durch die Lage im Sanierungsgebiet gute Möglichkeiten der Förderung durch die öffentliche Hand. Auch eine Zusammenarbeit mit dem Hoteleigentümer, dem österreichischen Konzern Vienna House, wäre eine Option, so Ingrid Pfeiffer vom Förderkreis. Mitarbeiterwohnungen kann sie sich vorstellen. Dem raren Hotel-Personal müsse künftig mehr denn je schließlich etwas geboten werden.

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