Schüler erkunden Jazzarchiv der Lippmann+Rau-Stiftung in Eisenach

Eisenach  Jazzarchiv in der Alten Mälzerei und Ruhlaer Albert-Schweitzer-Gymnasium vereinbaren Zusammenarbeit über die nächsten drei Jahre

Das Bild dokumentiert den Start des gemeinsamen Projektes von Eisenacher Jazzarchiv und Gymnasium Ruhla bei einem Besuch der Schülerinnen und  Schüler des Musikkurses der Klasse 11 in der Alten Mälzerei

Das Bild dokumentiert den Start des gemeinsamen Projektes von Eisenacher Jazzarchiv und Gymnasium Ruhla bei einem Besuch der Schülerinnen und  Schüler des Musikkurses der Klasse 11 in der Alten Mälzerei

Foto: Peter Rossbach

Wie arbeitet ein Jazzarchiv, was sammelt das Eisenacher Jazzarchiv und wie kann man selbst als Schülerin oder Schüler in diesem Archiv etwa für Seminarfacharbeiten recherchieren? All diesen Fragen ging der Musikkurs der 10. Klasse des Ruhlaer Albert-Schweitzer-Gymnasiums bei einem mehrstündigen Besuch des Internationalen Jazzarchives der Lippmann+Rau-Stiftung in der Alten Mälzerei in Eisenach nach. Und dies war ein erstes Kennenlernen, denn die Zusammenarbeit zwischen Stiftung und Schule ist als ein Projekt über drei Jahre vorgesehen, mit einem besonderen Höhepunkt im Jahr 2021.

Ziel der Stiftung ist es natürlich, so der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Reinhard Lorenz, die „jungen Menschen für diese spezielle Art der Musik zu interessieren“. Dass es eines der größten und bedeutendsten Archive für Jazz und seine Geschichte ist, war so den Schülerinnen und Schülern dabei neu. Und anhand der vielen Exponate im Archiv, könne man, so Lorenz, auch zeigen, welche wichtige Rolle der Jazz gespielt habe und noch spiele und welchen gesellschaftlichen Wert er beispielsweise auch in der DDR-Geschichte gehabt habe.

Musikalische Schätze in der Region entdecken

Für Musiklehrer Jens Heinze ist es eine Art Dejavu, denn er hatte schon ein ähnliches und sehr erfolgreiches Projekt vor fünf Jahren mit den damaligen 11. Klassen und dem Jazzarchiv gestartet. Er findet es wichtig, den „Schülerinnen und Schülern zu zeigen, welche musikalischen Schätze hier zu entdecken sind. Hier finden sich Exponate, die in keiner Großstadt dieser Welt beheimatet sind“. Und diese große Sammlung an wichtigen Exponaten, Belegen, Platten und Instrumenten stünde dabei eben nicht nur den Wissenschaftlern offen, sondern auch für Recherchen von Schülern für Arbeiten. Die jungen Besucher formierten sich als Dank bei diesem ersten Termin zum Chor und sangen zwei Stücke, und Silvo Slotosch spielte ein Stück am Klavier.

Gefördert wird das Projekt durch die Wartburgsparkasse. Die zahlt über einen Sponsoringvertrag mit der Lippmann+Rau-Stiftung über drei Jahre jedes Jahr 2500 Euro, möchte aber im Gegenzug, dass die Stiftung eben ein solches Schülerprojekt oder ein Projekt für andere Partner aus der Region auf die Beine stellt. „Wir wollen das Projekt auch als Anregung für andere Gymnasien verstanden wissen, den Kontakt zum Jazzarchiv zu suchen“, sagte Joachim Press von der Sparkasse.

Schüler organisieren Konzert im Jazzkeller der Alten Mälzerei

Das Projekt mit dem Ruhlaer Gymnasium umfasst aber eben nicht nur Besuche von Schülerinnen und Schülern im Archiv und die Beschäftigung damit im Unterricht, sondern auch noch eine Spezialaufgabe für die Schülerinnen und Schüler vor allem des Musikkurses der jetzigen Klasse 11. Sie werden nämlich wie vor fünf Jahren ihre Vorgänger vor der Herausforderung stehen, ein Konzert in Jazzkeller der Alten Mälzerei zu organisieren. Das reicht von der Auswahl einer passenden Band über das komplette Marketing und die Vorbereitung des Abends. Die Musiker wollen dann auch versorgt, betreut und untergebracht sein. Die Werbung muss auf allen Kanälen laufen, Sponsoren gefunden, der Keller am Abend dekoriert, der Kartenverkauf und -vorverkauf organisiert, die Frage der GEMA-Gebühren geklärt werden und vieles mehr.

Musiklehrer Heinze: „Das ist eine Herausforderung für die Schülerinnen und Schüler, da an die vielen Kleinigkeiten in Vorbereitung eines solchen Konzertes zu denken.“ Aber auch da können die Profis von Jazzklub und Stiftung natürlich helfen.

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