Eisenach: Seelische Gesundheit steht im Mittelpunkt

Eisenach.  Tage der offenen Tür in Tageskliniken, PIA und im Beratungszentrum erleben viel Besucherzulauf.

Viele Besucher, kleine und große, kommen zu Tag der offenen Tür der Tageskliniken in Eisenach, rechts Chefärztin Birgit Preiß. Das breite Therapieangebot umfasst auch Bewegungstherapien.

Viele Besucher, kleine und große, kommen zu Tag der offenen Tür der Tageskliniken in Eisenach, rechts Chefärztin Birgit Preiß. Das breite Therapieangebot umfasst auch Bewegungstherapien.

Foto: Peter Rossbach

Zur „Woche der seelischen Gesundheit“ präsentierten sich in Eisenach gleich zwei Anlaufstellen mit jeweils einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit. Beim Beratungszentrum in der Schillerstraße war das dann die Chance, auch für Interessierte sich einmal in den Räumen umzuschauen und die dortigen Angebote kennenzulernen. Ansonsten nämlich ist das Beratungszentrum ein geschützter Raum, in den man nur mit Anmeldung und Termin hineinkommt.

Dort findet man gleich mehrere Arbeitsbereiche unter einem Dach, nämlich Erziehungs- und Familienberatung, Schwangerenberatung und der Kinderschutzdienst mit neun jeweils spezialisierten Beraterinnen. Natürlich hat die Corona-Pandemie auch dort seine Folgen gehabt, weiß Stefanie Benedix von der Erziehungs- und Familienberatung. Noch liegen aber keine konkreten Zahlen vor.

Zum Tag der offenen Tür konnten sich die Besucher die Räume anschauen und Therapieangebote testen und eine Preisverleihung erleben. Unter dem Motto „Lichtblicke im Lockdown“ waren Familien aufgerufen zu beschreiben, malen oder fotografieren, was sie am Lockdown auch positiv in Erinnerung behalten. Und da war der Punkt „die gemeinsame Zeit“ weit vorn.

Ebenfalls mit geöffneten Türen warteten die Teams der Tageskliniken für Psychiatrie/Psychotherapie und Psychosomatik sowie psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) des St.-Georg-Klinikums ebenfalls in der Schillerstraße.

Die Tageskliniken und die PIA bieten besondere Möglichkeiten, sich im Falle einer psychischen Störung mit der aktuellen Lebenssituation auseinanderzusetzen und Veränderungen herbeizuführen. Neben einem intensiven Therapieprogramm, können wichtige haltgebende Beziehungen zu Angehörigen und Freunden aufrechterhalten und gepflegt oder wieder neu belebt werden. Für die Therapien finden sich multiprofessionelle Teams aus Fachärzte, Psychologen, Krankenpflegekräfte, Therapeuten, Sozialarbeiter und Weiterbildungsassistenten zusammen.

Während Tageskliniken an allen Werktagen für acht Stunden geöffnet sind, nehmen Patienten in der Psychiatrischen Institutsambulanz verschiedenste Einzel- und Gruppentherapien ambulant wahr. Zu den häufigsten behandelten Erkrankungsbildern gehören Depressionen und Angststörungen. Zudem werden alle anderen psychischen Erkrankungen wie Persönlichkeitsstörungen, Schizophrenie, Psychosen, Essstörungen, Zwangs- oder Abhängigkeitserkrankungen behandelt.

Anders als an anderen Orten hatten die Tageskliniken in Eisenach auch während des Corona-Lockdowns ihre Pforten offengehalten – „natürlich unter größten Schutzvorkehrungen. Zudem wurden die Gruppentherapien in Einzeltherapien umgewandelt“, weiß Birgit Preiß, Chefärztin der Tageskliniken, zu berichten. Und das Angebot an die Patienten sei auch nötig gewesen, denn „Corona hat auch gravierende Folgen für die Psyche der Menschen“. So habe es bei der Ambulanz deutlich gestiegene Fallzahlen gegeben. Vorträge, Workshops, Gespräche und Mitmachangeboten gab es Tag der offenen Tür für die Besucher.