Eisenacher Gitarrist Oliver Hennig spielt neuerdings in Kirchen

Eisenach  Der 36-Jährige ist Panikkomplize und seit kurzem auch Mitglied der Elektropop-Band Condition one. Ein Münchener will ihn für ein Udo-Lindenberg-Programm.

Der Gitarrist Oliver Hennig aus Eisenach ist nicht nur seit 20 Jahren Musiklehrer, sondern auch ein gefragter Musiker. Hennig ist festes Mitglied der Panikkomplizen und neu der Elektroband Condition one. Inzwischen entwirft er sogar Bühnenoutfits selbst.

Der Gitarrist Oliver Hennig aus Eisenach ist nicht nur seit 20 Jahren Musiklehrer, sondern auch ein gefragter Musiker. Hennig ist festes Mitglied der Panikkomplizen und neu der Elektroband Condition one. Inzwischen entwirft er sogar Bühnenoutfits selbst.

Foto: Katja Schmidberger

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Oliver Hennig, bekannt als Gitarrist der Musikgruppe Panikkomplizen, entdeckt sich gern immer wieder neu: Herausforderungen suchen und meistern, seine Kunst des Saitenzupfens perfektionieren. Der Musiker, seit 2009 zudem mit eigener Musikschule als mobiler Gitarrenlehrer unterwegs, entdeckt gerade auch neue Talente – als Designer.

Mittlerweile entwirft er einen Teil seiner Bühnenoutfits selbst, wie der weiße Kleiderschrank offenbart. Mal ändert er nur kleine Details. Ein paar Sicherheitsnadeln am Ausschnitt, einige Löcher im Ärmel. Zuletzt hat er Sakko und Hose mit Airbrush-Farbe und Föhn bearbeitet. Heraus kam ein galaktisches Bühnenoutfit. „Das Designen reizt mich sehr “, bekennt er.

Der Musiker ist gut im Geschäft. Sein neuestes Projekt ist eine Zusammenarbeit mit dem Münchener Theologen und Publizisten Uwe Birnstein. Ein ungewöhnliches Projekt ist das, auch für den Gitarristen aus Eisenach. Birnstein, der früher einmal selber Pastor werden wollte und inzwischen 30 Bücher, auch über die populäre Kirchenfrau Margot Käßmann, schrieb, hat Udo Lindenbergs Songtexte aus dessen 50-jähriger Musikkarriere untersucht und neben den bekannten Rocksongs unzählige tiefsinnige und bewegte Texte gefunden, in denen es um Tod, die eigenen Lebenskrisen, um Sehnsucht, Frieden, Politik und Glauben geht.

„Hinterm Horizont“ mit einem Theologen

Während Uwe Birnstein diese Liedtexte vorstellt und aus dem Leben des Panikrockers erzählt, spielt Hennig die Songs. Gefunden habe Birnstein ihn über soziale Netzwerke, erzählt der Eisenacher. Der erste gemeinsame Auftritt mit dem Programm wird am 23. November um 19.30 Uhr in der Wittenberger Lutherkirche sein. Dabei sind Kirchenliedtexte wie „Ein‘ feste Burg“ oder Udos Hit „Hinterm Horizont“, die Oliver Hennig mit seiner Western-Akustik-Gitarre spielen wird. Auch für das neue Jahr gibt es schon ein Projekt, das beide planen.

Seit Mai dieses Jahres ist Oliver Henning zudem festes Bandmitglied der Eisenacher Elektro-Band Condition one, wo er wieder auf seinen geschätzten Musikerkollegen Nico Wieditz trifft. Den Pianisten, der gerade mit seiner Starlights-Orgel-Tour unterwegs ist, kennt er durch die vielen gemeinsamen Auftritte bei den Panikkomplizen. Er hat ihn auch angesprochen, ob er Lust hätte, bei der Elektro-Band mitzumachen. Zusammen mit Wieditz und den Brüdern Matthias und Manuel Tippach hat er inzwischen die CD „Black Skin“ mit neuen Songs aufgenommen.

Ein Tanzstil wie Dave Gahan

Manuel Tippach habe vor zehn Jahren das erste Logo für seine Musikschule entworfen, erzählt der 36-Jährige. Auch dessen Bruder sei ihm optisch kein Unbekannter gewesen. In den Diskotheken fiel er ihm früher immer auf der Tanzfläche auf, weil sich Matthias Tippach wie Depeche-Mode-Frontmann Dave Gahan bewegen konnte. Nun arbeiten sie endlich musikalisch zusammen. „Mein Bruder, mit dem ich mir früher ein Kinderzimmer teilte, war ein absoluter Depeche-Mode-Verrückter“, erinnert sich Hennig. So kannte er schnell alle Songs der Kultband und sich selbst auch im Elektro-Musik-Bereich gut aus.

Anders als Nico Wieditz, der sich wegen der Starlights-Konzertreihe und seiner neuen Stiftung aus dem Vize-Udo-Projekt zurückziehen musste, ist Hennig weiterhin festes Bandmitglied bei den Panikkomplizen. Seit 2011 und seit November 2016 regelmäßig tourt der 36-Jährige regelmäßig mit „Vize Udo“ Arndt Rödiger und der Band quer durch die gesamte Republik. Drei bis vier Auftritte im Monat sind die Regel.

Hundert Schüler von vier bis 84 Jahren

Die Komplizen sind sehr gefragt in Deutschland, zuletzt gab es Auftritte in Schmalkalden, Meißen, in München. „Dieses Projekt hat neben der Musiklehrertätigkeit Priorität“, betont Oliver Hennig. Neben seinen Bandprojekten unterrichtet er 100 Schüler im Alter zwischen vier und 84 Jahren. Die Arbeit mit dem Nachwuchs macht ihm seit jeher viel Spaß, mal ist er auch Zuhörer, mal Ratgeber, wenn Kinder und Jugendliche nach der Schule bei ihm in den Unterricht kommen.

Seit 20 Jahren vermittelt er das Gitarrenspiel, seit zehn Jahren hauptberuflich. Aus dem Traum, einmal Musiker zu werden, ist auch dank harter Arbeit Realität geworden. „Manchmal weiß ich nicht, welches Glück mir eigentlich passiert ist?“

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