Eisenacher Marienstraße soll zur Flaniermeile werden

Eisenach.  Die Stadt Eisenach will die Marienstraße ab 2020 in zwei Bauabschnitten grundhaft sanieren und attraktiver für Fußgänger und Radfahrer machen.

Pflaster und Asphalt wechseln sich in der Marienstraße ab und verwandeln diese in eine Buckelpiste.

Pflaster und Asphalt wechseln sich in der Marienstraße ab und verwandeln diese in eine Buckelpiste.

Foto: Norman Meißner

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die 420 Meter der Marienstraße haben es in sich. Nicht nur, weil der Baugrund laut Planer Thomas Hirsch vom Büro Poch und Zänker aus Erfurt schwierig ist. Man werde sowohl auf wasserführende Schichten als auch auf felsigen Untergrund treffen. Der grundhafte Ausbau ist aber auch umstritten, weil von derzeit 50 Parkplätzen nur noch 28 zur Verfügung stehen. Vor dem Tegut-Markt bleiben voraussichtlich drei Kurzzeitparkplätze.

Fußgänger und Radfahrer erhalten künftig Vorrang. Die einen können sich auf breitere Gehwege freuen, die anderen darauf, dass sie die Straße in beiden Richtungen befahren können. Autofahrer nutzen die Marienstraße im Moment trotz ihres schlechten Zustands gern zum Durchfahren der Innenstadt ins Südviertel – als Alternative zum Warten an den Ampeln der Wartburgallee. „Das wollen wir zum Vorteil der Anwohner brechen“, betonte Thomas Hirsch.

Der erste Abschnitt zwischen dem Frauenplan und dem Abzweig der Barfüßerstraße soll nach Abschluss der Bauarbeiten nur noch von Süden nach Norden befahren werden – also umgekehrt zur derzeitigen Richtung. Autos auf dem zweiten Abschnitt zwischen der Barfüßerstraße und der Wartburgallee dürfen weiter wie bisher rollen – aber eben auch nur in diese Richtung. Davon wird sich eine deutliche Verkehrsberuhigung versprochen. Das passt auch zum neuen Verkehrskonzept der Stadt, erklärte Bolko Schumann, Leiter des Amtes für Tiefbau und Grünflächen, auf Anfrage im Ausschuss für Stadtentwicklung, Klima, Verkehr und Sport. Zur Sitzung am Montagabend wurden die Pläne für die Marienstraße vorgestellt.

Zwei Bauabschnitte in denJahren 2020 und 2021

Der Ausbau soll überwiegend in Granitpflaster erfolgen, analog der Johannisstraße und dem Johannisplatz, aber mit kleineren Steinen, um dem Straßenverlauf besser folgen und Höhenunterschiede ausgleichen zu können. Geplant sind zwei Bauabschnitte in den Jahren 2020 und 2021, wobei Schumann mit dem Start eher am Ende des nächsten Jahres rechnet. Auch der Trink- und Abwasserverband sowie die Eisenacher Versorgungsbetriebe sollen sich beteiligen und ihre Leitungen im Untergrund verlegen. Damit, so hofft die Stadt, können eigene Kosten gesenkt werden. Das Vorhaben wird voraussichtlich 1,7 Millionen Euro kosten.

Vor der Gedenkstätte „Goldener Löwe“ sehen die Planer die Gestaltung eines kleines Platzes mit anderem Pflastermaterial vor. Dort sollen Sitzgelegenheiten geschaffen, Bäume gepflanzt oder ein Trinkbrunnen aufgestellt werden. Überhaupt möchte Thomas Hirsch überall dort, wo es machbar ist, Bäume pflanzen. Grün fehlt derzeit – bis auf eine Fläche vor dem Tegut.

Parkmöglichkeiten amPrinzenteich und an der Brauerei

Mehrere Ausschussmitglieder lobten die Planungen. Der zu Beginn der Sitzung neu gewählte Ausschussvorsitzende Jonny Kraft (SPD) kann sich aber nicht vorstellen, wie es mit deutlich weniger Parkplätzen funktionieren soll: „In dem Wohngebiet herrscht jetzt schon großer Suchverkehr“. Es gehe nicht, dass die Anwohner auf Parkplätze am Prinzenteich verwiesen werden. Bolko Schumann hatte diese als Alternative ins Gespräch gebracht, während Dieter Suck (parteilos, für die Grünen) den Großparkplatz an der Eisenacher Brauerei erwähnte. Dieser werde aller Voraussicht nach nicht mehr so stark genutzt, wenn das neue Parkhaus im „Tor zur Stadt“ in der Bahnhofstraße fertiggestellt ist. „Eventuell können dort Parkplätze gemietet werden“, sagt Suck.

Auch auf einem Privatgrundstück in der Marienstraße, nahe dem Standort des einstigen mittelalterlichen Frauentors, gibt es Parkplätze, aber eben nicht zum Nulltarif. Gisela Rexrodt (parteilos, für die FDP) regte an, die Möglichkeit des Anwohnerparkens zu prüfen analog anderen Straßen im Südviertel. Das sagte Bolko Schumann zu. Aber generell, so Rexrodt, habe niemand ein Anrecht darauf, dass er vor seinem Schlafzimmerfenster parken kann. Sie fände es „hervorragend“, wenn die Marienstraße „zur Flaniermeile“ wird.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren