Eisenacher SPD fordert transparentes Verfahren

Eisenach.  Die Eisenacher SPD fordert mehr Transparenz bei der Vergabe des Auftrags zur Neugestaltung der Gemäldesammlung des Thüringer Museums.

Gemälde aus der Curt-Elscher-Sammlung wie das "Kinderköpfchen" von Ludwig von Zumbusch (1861-1927) sollen zukünftig besser im Thüringer Museum Eisenach in Szene gesetzt werden.

Gemälde aus der Curt-Elscher-Sammlung wie das "Kinderköpfchen" von Ludwig von Zumbusch (1861-1927) sollen zukünftig besser im Thüringer Museum Eisenach in Szene gesetzt werden.

Foto: Norman Meißner

Die Neugestaltung der Gemäldegalerie des Thüringer Museums ist Teil des Museumskonzeptes, das nach langen und kontroversen Diskussionen vom Stadtrat beschlossen worden ist. Sechs Büros sind im Rahmen eines Wettbewerbs aufgefordert worden, dafür ein Angebot abzugeben.

Bis Ablauf der Frist wurde lediglich ein Beitrag eingereicht. Besagtes Büro hat seine Visitenkarte in Eisenach mit der neuen Dauerausstellung im Lutherhaus abgegeben.

Michael Klostermann, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Stadtrat, wunderte sich über das magere Ergebnis. Zumal ein Auftragsvolumen von rund 300.000 Euro zu vergeben ist. Der SPD-Stadtrat hinterfragte das Verfahren und beantragte eine Prüfung durch das Landesverwaltungsamt. Seitens der Behörde sind jetzt rechtliche Hinweise erteilt worden.

So widerspreche es dem Vergaberecht, dass besagtes Büro als Generalauftragnehmer eingesetzt werden soll. „Das ist nicht mit dem Grundsatz der sparsamen und wirtschaftlichen Verwendung der Mittel vereinbar“, heißt es in der Stellungnahme. Die Erstellung des Konzepts, so die Empfehlung, sollte von der Vergabe der Aufträge für die praktische Umsetzung wie Vitrinen, Beschriftungen und Beleuchtung getrennt werden.

Angemerkt wurde außerdem, dass die Kriterien des Wettbewerbs im Sinne einer Gleichbehandlung der Bewerber nicht klar formuliert worden sind. Während bei der Besetzung der Jury, die unter den Wettbewerbsbeiträgen auswählen soll, Transparenz vermisst wird.

Weiter weist die Behörde darauf hin, dass allen Mitgliedern des über die Vergabe entscheidenden Gremiums – es ist der Ausschuss für Wirtschaft, Kultur und Tourismus – Einsicht in die Vergabeakte hätte gewährt werden müsse. Das war laut Klostermann nicht der Fall.

Auf Nachfrage heißt es aus dem Rathaus, dass der Auftrag für die Neugestaltung der Gemäldegalerie noch nicht vergeben worden ist. Eine Jury-Sitzung habe bisher nicht stattgefunden. Um den Hinweisen des Landesverwaltungsamts Rechnung zu tragen, werde „noch in dieser Woche“ ein Lösungsvorschlag erarbeitet.

„Wir fordern: Alles auf Anfang stellen und klar die Wettbewerbskriterien und die Mitglieder der Jury benennen“, so Klostermann.