Eldorado für junge Radfahrer in Mihla

Mihla  Gemeinde findet mit dem Gelände der sogenannten Mühlwehr-Spitze einen bestens geeigneten Platz für die neue Hindernisstrecke, die sich Pumptrack nennt.

Valentin fliegt mit seinem BMX-Rad über die kleinen Hügel der neuen Radsportanlage in Mihla.

Valentin fliegt mit seinem BMX-Rad über die kleinen Hügel der neuen Radsportanlage in Mihla.

Foto: Norman Meißner

„Endlich haben wir einen Ort, wo wir ungestört fahren können“, sagt der 13-jährige Finjas, der nahezu jede freie Minute auf seinem BMX-Fahrrad verbringt. Er durfte mit seinem ein Jahr älteren Freund Johannes mittels Scherenschnitt den neuen Pumptrack in Mihla unweit der Mühlgasse eröffnen.

Mehr als 50 Mihlaer Einwohner interessierten sich am späten Montagnachmittag für die feierliche Übergabe der Radhindernisstrecke auf der sogenannten Mühlwehr-Spitze. „Das war früher eine Insel – hier ging der Mühlgraben lang und bog zurück in die Werra“, spricht Bürgermeister Rainer Lämmerhirt (UWG) über das nun hergerichtete Terrain, das sich in Gemeindehand befindet.

Jahre nachdem die Mühle ihren Betrieb einstellte, füllte sich in den 1970er-Jahren dieser Abzweig peu à peu wieder, um das Land zurückzugewinnen. Das etwas abseits gelegene Areal neben der Pferdesportanlage und der Werra sei optimal für die Jugend, da keiner gestört werde, meint der Bürgermeister. Er sorgte sich seit langer Zeit, dass die Jugend auf ihren Rädern oft mit sehr hohem Tempo durch den Ort gebraust sei.

6000 Euro für Material und die Baggermiete

„Ich hätte gern bis zu meiner nächsten Sprechstunde drei Namen von Leuten, die die Anlage verwalten und Verantwortung übernehmen“, blickt Lämmerhirt in die Gesichter der Jugendlichen, die zur Einweihung mit ihren Fahrrädern kamen.

Nachdem in einer Hauptausschusssitzung vor weit mehr als einem Jahr kaum Interesse für einen Pumptrack in Mihla bestand, stimmte ein in großer Zahl in der folgenden Gemeinderatssitzung erschienenes Publikum die Verantwortlichen um.

Lämmerhirt würdigt zur Eröffnung insbesondere das Engagement vom einstigen Beigeordneten Eckhard Bätzel (UWG) und von Gemeinderat Oliver Rindschwentner (SPD) für die Fahrrad-Anlage. „6000 Euro hat die Gemeinde für Material sowie die Miete eines großen Baggers investiert“, sagt Rainer Lämmerhirt. Die Bauhofmitarbeiter Dirk und Jens verwirklichten das Projekt in den vergangenen Wochen.

„Wir haben mitgeplant und mit den Bauleuten entschieden, wie es gemacht wird“, spricht Johannes auch für seinen Freund Finjas. Auch der junge Karl aus Mihla freut sich, dass er nicht mehr nach Krauthausen zum Pumptrack müsse. Mihlas Anlage besteht zwar nicht aus Asphalt, lässt dafür aber nachträgliche Streckenanpassungen und Erweiterungen zu. „Die Anlage ist prima – der Schotter ist zwar noch frisch und damit etwas rutschig, aber er ist sicher bald festgefahren“, bewertet Roman aus Eisenach Mihlas neuen Pumptrack. Als Rad-Profi belegte er schon bei einigen internationalen Wettbewerben vordere Plätze.

„Wir waren früher immer im Löhgen hinter dem Schwimmbad mit unseren Rädern – dort gab es viele Krater und Löcher zum Durchfahren, aber der Platz ist ein wenig in Vergessenheit geraten“, erinnert sich der heutige Ortsbrandmeister Markus Mayer an seine eigene Jugendzeit als Radler.

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