FC Eisenach: Alles zurück auf null

Struth/Eisenach  Erneuter personeller Umbruch beim Fußball-Landesklässler. Testspielniederlagen in Struth und Wanfried

Erstes Spiel, erstes Tor: Julian Schmidt (re.) gab beim FCE einen gelungenen Einstand.

Erstes Spiel, erstes Tor: Julian Schmidt (re.) gab beim FCE einen gelungenen Einstand.

Foto: Klaus Dreischerf

Es würde nicht überraschen, wenn sich Michael Offenhaus, der Trainer des FC Eisenach wie Butler James vorkommt, der jedes Silvester im „Dinner for one“ zuverlässig über den Tigerkopf stolpert und am Ende „Dieselbe Prozedur wie in jedem Jahr“ lallt. Nur ist damit kein 90. Geburtstag gemeint, sondern schon wieder ein personeller Umbruch, den es für Offenhaus zwischen den Serien zu bewältigen gibt – zum dritten Mal hintereinander.

Eine gewisse Fluktuation ist normal, doch die Eisenacher haben erneut einen Aderlass zu verkraften. Im Laufe der Saison 2017/18 gingen 13 Akteure, im Jahr darauf acht und nun gab es wieder acht Abgänge, darunter mit Torhüter Kovachev (nach Bulgarien), Alexander Pohl (Schweina), Tobias Kiesel (Bischofroda), Robert Kiesewetter (Herleshausen) und Tillmann Zänker (unbekannt) fünf Stammspieler. Hinzugekommen sind durchweg Spieler aus unteren Ligen sowie Junioren. Für fertige und höherklassig erfahrene Akteure fehlt den Wartburgstädtern das Geld. Offenhaus steht somit wieder vor der Mammutaufgabe, aus den Neuzugängen und den verbliebenen Leistungsträgern ein schlagkräftiges Team aufzubauen.

Innerhalb von fünf Tagen absolvierte die umgekrempelte Truppe in dieser Woche gleich drei Tests. Urlaubsbedingt fehlten noch Kapitän Patrick Scholz und Schlussmann Ivan Renic. Nach dem klaren 5:0 gegen Kreisoberligist Floh-Seligenthal zeigten die Niederlagen bei DJK Struth (1:4) und dem VfL Wanfried (0:1), dass noch viel Arbeit vor Offenhaus liegt. Der beeindruckende Rückrundenlauf, als der FCE mit elf Siegen hinterein­ander noch auf Rang vier kletterte, ist kein Maßstab mehr. Das Motto heißt: Alles zurück auf null.

Julian Schmidt trifft beim Debüt

Lieferte das Spiel gegen die in der Abwehr leicht auszuspielenden Südthüringer nur wenige Erkenntnisse, so stufte der FCE-Coach die Partie im Eichsfeld „als wegweisend ein“. Einige Neue hätten sich angeboten, eins, zwei Akteure aber auch offenbart, dass es „eventuell nicht für die Landesklasse reicht“. So führten taktische Mängel auch zu zwei der vier Gegentore, wie Offenhaus analysierte. Lob gab es vom Waltershäuser für Daniel Reinhardt, der nach fast einjähriger Verletzungspause beim Comeback überzeugte und „konditionell voll auf der Höhe war“. Erstmals für den FCE liefen in Struth Julian Schmidt (von Eckardtshausen) und Raman Khalil (von Eintracht Eisenach) auf. Schmidt gelang das zwischenzeitliche 1:2 (69.), er muss sich aber ebenso wie der Syrer, der mit der Empfehlung von 20 Kreisliga-Saisontoren kam, erst noch an das schnellere Tempo gewöhnen. Für die Gastgeber trafen Thomas Nolte, der Ex-Treffurter Alexander Käppler, Jonas Fischer und Carsten Krumbein.

Beim hessischen Kreisoberligisten war am Donnerstag zu sehen, dass die Eisenacher gewillt waren, mit spielerischen Mitteln zum Erfolg zu kommen. Die Gäste sahen sich einem laufstarken und früh attackierenden Team gegenüber. Dabei gingen die Platzherren robust und zweikampfintensiv zu Werke. Damit kaufte die Mannschaft von Coach Florian Mönche dem FC zunehmend den Schneid ab. Der Referee ließ die teilweise harte Gangart der Hessen zu und tat dem Spiel damit keinen Gefallen. Aus einem Ballgewinn entsprang nach einer Viertelstunde die erste Chance der Wanfrieder, ein schöner Pass in den Lauf von Mustafa Zeid, der Eisenachs Torwart Jonas Platt mit Flachschuss überwand. Offenhaus bescheinigte dem jungen Schlussmann gute Ansätze, wenngleich er noch ruhiger agieren muss.

Im weiteren Verlauf gab es auf beiden Seiten meistens Stückwerk. Die vielleicht dreißig Zuschauer wurden aus ihrer Tristesse gerissen, als der Schiedsrichter eine Minute vor der Halbzeit auf den Elfmeterpunkt für Eisenach zeigte. Jonas Wiesner, insgesamt einer der auffälligsten FCE-Akteure, scheiterte jedoch am Wanfrieder Schlussmann. Eisenachs beste Phase dann nach einer Stunde. Die Kräfte der Platzbesitzer ließen nach. Eine schöne Kombination über drei Stationen landete in der Mitte bei Raman Khalil, aber Keeper Jan Just parierte (60.). Eine Minute später zielte Sebastian Galozy aus 20 Metern knapp drüber. Nach einem Sturmlauf über links von J. Wiesner ohne Abschluss (62.), ließ ein nicht geahndetes Foul gegen einen FC-Spieler die Emotionen vom Gästecoach und dem Betreuerstab „hoch kochen“. Der Schiedsrichter hatte Mühe die Wogen zu glätten. In der Schlussphase hatten die Gäste noch zwei Chancen. In der 81. Spielminute scheitert Khalil freistehend, wenig später ist Torwart Just noch zweimal bei Ismail Khodedas Flachschuss und dem Abpraller zur Stelle. Ihm verdanken die Gastgeber den knappen Erfolg.

Schon am morgigen Sonntag bestreitet der FC beim SC Großengottern (Landesklasse St. 2) den nächsten Test.

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