Fragen von Schuld und Freiheit

Eisenach  50 Menschen erinnern an deutsche Teilung

50 Personen beteiligten sich in Eisenach an der Gedenkveranstaltung zum Tag des Mauerbaus in Berlin. Staatssekretärin Babette Winter (links) wünscht sich zukünftig mehr Teilnehmer.

50 Personen beteiligten sich in Eisenach an der Gedenkveranstaltung zum Tag des Mauerbaus in Berlin. Staatssekretärin Babette Winter (links) wünscht sich zukünftig mehr Teilnehmer.

Foto: Norman Meißner

Etwa 50 Personen beteiligten sich am Dienstagabend an der gemeinsamen Gedenkveranstaltung zum Erinnern an den Mauerbau vom 13. August 1961, zu der die Kirchgemeinde, die Stadt Eisenach sowie die Stadtkreisverbände von CDU und SPD einluden. Musikerin Almuth Heinze begleitete das Gedenken am Fuße des Turmes der Georgenkirche auf ihrer Violine. An der Turmnordseite befinden sich die Gedenktafeln für die Opfer beider Weltkriege.

„Wie schnell menschliches Leben verloren geht, zeigt sich, wenn die Freiheit verloren geht“, so Pfarrer Stephan Köhler. „Denken wir an diejenigen, die schuldig an der Grenze geworden sind und schenken ihnen Mut, ihre Fehler sich einzugestehen“, fährt er fort.

Für Heidrun Sachse, Vorsitzende des SPD-Kreisverbands, ist eine starke Demokratie wichtig, besonders in der heutigen Zeit. Sie würdigte auch die mutigen Menschen in Eisenach, die mithalfen, die Mauer zum Einsturz zu bringen.

Bürgermeister Uwe Möller (parteilos), der in Vertretung der Oberbürgermeisterin kam, zeigte auf, wie gefährlich Diktaturen sein und wie lange sie stabil bleiben könnten. „Die Werra war damals der breiteste Fluss – Frauen brauchten 60 und Männer 65 Jahre, um hinüber zu kommen“, erinnert Möller an diesen Spruch, den man sich zu DDR-Zeiten hinter vorgehaltener Hand erzählte.

Eigene Bevölkerung eingesperrt

Staatssekretärin Babette Winter (SPD) erinnerte an Menschen, die im damaligen Sperrgebiet Repressalien durch Zwangsaussiedelungen erlitten. „Die Grenze diente nicht dazu, von außen zu schützen, sondern um die eigene Bevölkerung einzusperren.“ Die Aufarbeitung der Mauerzeit sei sehr schwierig und werde noch lange andauern. Für die Unrechtsbereinigung dürfe es keine Fristen geben. „Es gibt keinen Grund, das Gesetz zu befristen“, betont sie.

Raymond Walk, CDU-Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Kreisverbandes Eisenach, ärgert sich, dass von 100 Schülern, welche die Gedenkstätte Point Alpha besuchten, 90 aus den alten und nur 10 Schüler aus den neuen Bundesländern kämen. 87 Prozent der Thüringer sagten, die Demokratie sei die beste Staatsform, aber nicht mal die Hälfte sei damit zufrieden, gab der CDU-Politiker bei der Veranstaltung zu bedenken.

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