Gemeinde Mihla will neues Bauland für etwa zehn Wohnhäuser erschließen

Mihla  Bisheriges Areal soll erweitert werden. Angelvereins führt Anzeige gegen den Kraftwerksbetreiber Teag. Die Gemeinde unterstützt den Reitverein bei Anschaffung eines Mähers.

An der Bahnhofstraße in Mihla, weit hinten an der Wendeschleife, wird ein Wohnhaus saniert. Bestandssanierung im Außenbereich ist

An der Bahnhofstraße in Mihla, weit hinten an der Wendeschleife, wird ein Wohnhaus saniert. Bestandssanierung im Außenbereich ist

Foto: Jensen Zlotowicz

Einen bunten Themenstrauß hatte die Gemeinderatssitzung in Mihla am Dienstag parat. Bürgermeister Rainer Lämmerhirt (parteilos) hatte dabei vor allem gute Nachrichten parat, die Vertreter des Büros Wohnstatt zum Thema Stadtkernsanierung dagegen weniger. Das Land hat von der knapp 650.000 Euro beantragte Fördersumme nur 150.000 Euro bewilligt. Das ist zu wenig zum Leben und zum Sterben zu viel. Aber anderen, so die Experten, geht es noch schlechter. Creuzburg sei zum Beispiel ganz aus dieser Förderung gefallen.

Das Nutzungskonzept für die Goldene Aue mit dem Betrieb der Gaststätte plus Saal von 2002 geht nicht mehr auf. Diese gastronomische Konstellation funktioniere nicht mehr. Ungeachtet dessen werde der gastronomische Bereich plus Saal gut von privat gemietet. Man sei mit der in einigen Bereichen noch ungenutzten Goldenen Aue jedenfalls noch nicht am Ziel. Die Planer sprechen von benötigten etwa 500.000 Euro.

Die Entwicklung der Eisfeldstraße wird damit in Mihla ebenso verschoben werden müssen wie die der Münsterstraße. Für Gemeinderat und Bürgermeister hat der Abriss des Schwan und die Gestaltung der großen Freifläche eh Priorität. Ein Nachbareigentümer (Rechtsanwalt) habe der Gemeinde signalisiert, dass er sich in die Gestaltung des Areals einbringen möchte. Lämmerhirt informierte über „gute Absprachen“. Der Abriss des ehemaligen Hotels werde voll gefördert, hieß es am Dienstag.

Es sind einige Konzepte, die die Gemeinde erstellen und umsetzen will. Dazu gehört auch die Erweiterung des Wohngebiets auf der Mihlaer Höhe am Ortseingang links aus Eisenach kommend. Dort könnten etwa zehn Wohnhäuser entstehen. Dem Ort fehlt es an Bauland. Initialzündung war eine Bauvoranfrage. Die Grundstückseigentümer hätten Verkaufsbereitschaft signalisiert, der Zweckverband Obereichsfeld die Erschließung auf dem Schirm, so Bürgermeister Lämmerhirt. Auch mit zwei Grundstückseigentümern an der Zufahrt zur Firma Fresenius habe es Gespräche gegeben.

Um zu eruieren, ob und was machbar ist, stellt die Gemeinde den Antrag zum Neubau eines Hauses an der Peripherie von Hahnroda. Bauen im Außenbereich ist auch in Mihla ein sensibles Thema. Die Nachfrage ist da, gleichwohl sollen vor allem Brachen/Lücken im Ortskern mit neuem Leben erfüllt werden.

Rainer Lämmerhirt informierte über eine Anzeige des Mihlaer Angelvereins gegen den Betreiber des Werrakraftwerkes Teag. Weil das Wehr abgesenkt worden war, seien zahlreiche Fische übergeschwappt und schließlich verendet. Mit Fotos dokumentierte der Bürgermeister das Ereignis.

Positiv steht der Gemeinderat zu einem Antrag des Mihlaer Reitvereins zur Beteiligung der Gemeinde am Kauf eines Rasentraktors. Der Verein mäht die von ihm genutzten Grünflächen seit Jahren in Eigenleistung und nimmt der Gemeinde damit eine Aufgabe ab, zu der sie sich im Zuge der Sportstättenunterhaltung aber verpflichtet hat. Weil der Reitverein Eigeninitiative zeigt, will die Gemeinde zum Kaufpreis eines neuen Mähgerätes von rund 17.000 Euro mindestens die Hälfte, aber eher mehr beisteuern.