Große Aufgabe für Heimatverein Thal

Jensen Zlotowicz
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Der Heimatverein Thal betreibt im ehemaligen Forsthaus eine Heimatstube. Dort soll auch die Ortschronik einen eigenen Platz erhalten.

Der Heimatverein Thal betreibt im ehemaligen Forsthaus eine Heimatstube. Dort soll auch die Ortschronik einen eigenen Platz erhalten.

Foto: Franziska Klemm

Thal.  Der Tod von Ortschronistin Adelheid Schulze stellt den Heimatverein Thal vor eine Herausforderung.

Der Heimatverein Thal steht vor einer großen Herausforderung. Nach dem plötzlichen Tod von Ortschronistin Adelheid Schulze im Juni gilt es Fundus zu bewahren, zu studieren, zu systematisieren und am Ende zu digitalisieren. Das über Jahre gesammelte Material lagert teils im Heimatmuseum und teils bei ihr Zuhause. „Ab Neujahr wird das unsere Winteraufgabe werden“, sagt Vorsitzende Edith Heerd.

Mit dem ihr bisher unbekannten Ruhlaer Ortschronisten Detlef Fuhlrott hatte sich Heerd unlängst getroffen, um von seinen Erfahrungen zu profitieren, ihn um Rat zu fragen, wie die gesammelten Werke der verstorbenen Ortschronistin aufzubereiten, zu systematisieren und zugänglich gemacht werden können. Fuhlrott kennt die Situation, stand er nach dem Tod von Lothar Köllner in Ruhla doch vor der selben Aufgabe.

Jede Hilfe beim Sichten des Materials ist den Mitgliedern willkommen

„Adelheid besaß fundamentales Wissen, in ihren Unterlagen aber wenig System“, sagt Edith Heerd. Im ehemaligen Forsthaus mit der Heimatstube soll nun ein Raum gesucht werden, in dem der Fundus der früheren Ortschronistin aufbewahrt und katalogisiert wird.

Im Heimatverein gibt es niemand, den die Ortschronistin in ihre Arbeit integriert oder eingeweiht hatte. Um so schwieriger wird das Sondieren der Materialien jetzt. „Wir können für diese Aufgabe deshalb jede Hilfe gut gebrauchen“, sagt die Heimatvereins-Vorsitzende.

Für den Verein bedeutet der plötzliche Verlust von Adelheid Schulze also einen gänzlichen Neuanfang bei der Betreuung, Auswertung und Fortsetzung der Ortschronik. „Wir hatten in den vergangenen Monaten Anfragen der mit Thal verbundenen Familien Paleske und Schein und konnten nur bedingt helfen“, sagt Edith Heerd. Die an der Familiengeschichte interessierten Schein-Nachfahren leben in Schweden.

Ein Teil der Dokumente Schulzes liegt noch beim Ehemann von Adelheid Schulze. Die Stadt Ruhla will sich in dieser Angelegenheit einschalten, schließlich sei das ein auch privates wie sensibles Thema. Edith Heerd liebäugelt für Thal mit einer Konstruktion wie im Nachbarort Kittelsthal, wo alle Vereine unter einem Dachverein angesiedelt sind und wo der Pool der Mitstreiter in jeder Sache damit größer ist. Ortsgeschichte ist auch Vereinsgeschichte.

Anfang Dezember wollen sich Edith Heerd und die ebenfalls im Heimatverein engagierte Rosel Neuhäuser mit dem Ruhlaer Ortschronisten in der Heimatstube treffen und weitere Schritte beraten. Regale und nicht zuletzt ein PC sollen angeschafft werden. Bei der Digitalisierung will Experte Bernd Kick dem Heimatverein behilflich sein. Er ist in dieser Sache auch schon dem Ruhlaer Museum dienlich und hat auch den Internetauftritt des Vereins Arche Nova in Form und Farbe gebracht.

Dem Heimatverein Thal ist es wichtig, dass die Ortschronik, Dokumente und Themen mehr ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt werden, zum Beispiel mit Sonderausstellungen oder Vorträgen. Detlef Fuhlrott weiß, das Ortsgeschichte in der Bevölkerung immer auf fruchtbaren Boden fällt. Eine Ortschronik darf deshalb keine im Keller verstaubende Dokumentensammlung sein.