Hat Petrus die Zeit verschlafen?

Eisenach.  Wetterfrosch Eberhard Dachsel aus Eisenach schreibt über einen bisher regnerischen Oktober.

Eberhard Dachsel

Eberhard Dachsel

Foto: Sascha Willms

„Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder und der Herbst beginnt. Rote Blätter fallen, graue Nebel wallen, kühler weht der Wind.“ Besser als mit diesen Worten kann die derzeitige Herbstlandschaft wohl kaum beschrieben werden. Bereits 1782 verfasste der Schweizer Johann Gaudenz von Salis-Seewis dieses Gedicht und Johann Friedrich Reichhardt vertonte es 1799. Viele Chöre stimmen uns auch heute noch mit diesem Volkslied auf die Schönheit der dritten Jahreszeit ein.

Eine Wanderung durch den nebelverhangenen bunten Herbstwald hat ihre Reize. Wandern kann man bekanntlich ja bei jedem Wetter. Doch auf einen sonnigen, goldenen Oktober mit milden Tagestemperaturen warten wir immer noch. An zwölf Tagen hat es in der ersten Oktoberhälfte Niederschlag gegeben. Mal als ergiebigen Regen, mal fielen nur wenige Tropfen aus dem grauen Himmel. Was fehlte war der Sonnenschein.

Verwöhnt wurden wir von Klärchen im September. Da wurden landesweit Rekorde in der Anzahl der Sonnenstunden aufgestellt. Doch seit Tagen überwiegt die graue Seite des Herbstes. Ruhiges, trockenes Wetter, oft Morgennebel, aber tags sonnig und warm steht im Wetterkalender für Eisenach und das Wartburgland als Wunschwetter für die zweite Oktoberdekade.

Doch bei Petrus scheint in diesem Jahr unser Wunsch auf taube Ohren gestoßen zu sein. Oder hat der Himmelschef über Wind, Wolken und Wetter die Zeit nur verschlafen? Zum Trost: Die mittelfristige Vorhersage verspricht für die zweite Oktoberhälfte etwas wärmere Temperaturen und zeitweilig auch Sonnenschein bei meist trockenerem Wetter.