Jahnhalle tauglich zu machen, ist Wettkampf gegen die Zeit

Eisenach  Die Eissenacher Stadtverwaltung favorisiert freistehende Sanitärcontainer und hofft, dass der Handballverband wieder ein Auge zudrückt.

In der Jahnhalle diskutierten Vertreter von Verwaltung und Sportvereinen über die Zukunft der nicht mehr zeitgemäßen Sportstätte.

In der Jahnhalle diskutierten Vertreter von Verwaltung und Sportvereinen über die Zukunft der nicht mehr zeitgemäßen Sportstätte.

Foto: Jensen Zlotowicz

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Nur wenige Woche stehen zur Verfügung, um eine Lösung zu finden. Ob der Thüringer Handballverband (THV) der Jahnsporthalle als Spielstätte für den Wettkampfbetrieb erneut eine Ausnahmegenehmigung erteilt, steht in den Sternen. Die Stadtverwaltung liebäugelt mit einer Antwort nächste Woche. Die Lage ist ernst, denn stirbt die Jahnhalle als Wettkampfort, ist das der Sargnagel für den weiblichen Handball in Eisenach, macht SVW-Geschäftsführer Jörn Köhler unmissverständlich deutlich.

Der THV sitzt damit zwischen den Stühlen. Er will seine Entscheidung in Absprache mit den Vereinen treffen.

Dass die Situation um den Zustand der Halle so ist, wie sie ist, nämlich seit Jahren für den Wettspielbetrieb suboptimal, musste beim Treffen von Vertretern der Stadtverwaltung mit Gesandten von Sportvereinen nicht betont werden. Das weiß jeder. Und darin liege die eigentliche Krux, sagt Volker Krempel als Vertreter des THV. Jahr um Jahr habe die Stadt die Situation ausgesessen. Nun aber sei man so weit wie noch nie, entgegnet Baubürgermeister Uwe Möller. Nun gäbe es einen Plan. Weil außerdem zwei Duschen im Keller der Halle vom Gesundheitsamt gesperrt sind (wir berichteten), besteht doppelter Handlungsbedarf. Drei Vatianten legten die Vertreter der Stadt vor. Erstens: Die Uralt-Lüfter im Sanitärbereich werden repariert, eine Rückstauklappe im fragilen Abwasserabfluss eingebaut und neu gefliest. Sollte das Gesundheitsamt danach aber immer noch Schimmelbelastung in der Luft feststellen, wäre das Geld verschossen, machte Amtsleiter Bolko Schumann deutlich.

Zeltdach oder Carport bergen Risiken von Auflagen

Variante zwei ist eine Sanitär-Containerlösung mit einem mit der Halle verbundenen Überbau, der garantiert, dass die Sportler von einem Dach geschützt zwischen Halle und Containern hin- und herkommen. Diese Lösung verlange einen Bauantrag mit entsprechenden Fachplanungen und kostet Zeit und Geld, so die Vertreter der Verwaltung. Das Geld sei „verschossen“, da man den Vorbau der Jahnsporthalle im Zuge einer stabsplanmäßigen Erweiterung in etwa drei Jahren abreißen werde.

Ergo favorisiert die Verwaltung Variante drei, nämlich freistehende Container. Ob man diese kostengünstigste Lösung den Sportlern, allen voran dem Nachwuchs zumuten kann, darüber streiten sich die Geister. Eine Alternative mit Zeltdach oder Carport über den Containern berge Risiken bei Brandschutz- und Fluchtwege-Auflagen, sagt Bolko Schumann.

Während der Schulsport gesichert sei, hängt der Wettkampfbetrieb am seidenen Faden. Ein Ausweichen in Hallen der Umgebung, etwa nach Wutha-Farnroda, halten die Sportvereine mit Blick auf die damit verbundene Logistikhürde, das Einverständnis der anderen Wettkampfvereine und nicht zuletzt die Kosten, für unwahrscheinlich. Am Montag berät der SVW-Vorstand.

DRK-Grundstück bleibt Zünglein an der Waage

Für die geplante Erweiterung der Jahnsporthalle im Sanitärbereich, erste Pläne liegen vor, gibt es ein Problem, das Baubürgermeister Möller für lösbar, Stadtratsmitglied und SVW-Vorsitzender Michael Klostermann aber für erheblich hält. Die Stadtverwaltung ist auf ein etwa 530 Quadratmeter großes Grundstück des Deutschen Roten Kreuzes angewiesen (wir berichteten). Das aber verkauft das DRK nur, wenn in der angrenzenden Fischerstadt sozialer Wohnungsbau durch die Städtische Wohnungsgesellschaft (SWG) realisiert wird. Diese Pläne mit einer Kooperation von DRK und SWG bei der Betreuung von Mietern gab es. Allerdings wurde das Projekt von der Bauverwaltung verworfen und stattdessen Wohnungsbau für Familien präferiert. Davon hat das DRK aber nichts.

Wieder läuft die Zeit. Für den Jahnhallenausbau, die Spielfläche selbst wird nicht größer, muss bis September der Förderantrag der Stadt vorliegen.

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