Jede Menge Kinder in Hötzelsroda: Kindergarten ist zu klein

Hötzelsroda  Auf das Wohnbaugebiet In der Höll gab es einen großen Ansturm von Häuslebauern. Eine Folge der vielen neuen, überwiegend jungen Bewohner: Es gibt Kinder in Hülle und Fülle, aber zu wenig Kita-Plätze.

Der städtische Kindergarten Zwergenland in Hötzelsroda an einem Sommertag. Von 91 Kindern mit Betreuungsanspruch im Ort können nur 52 in dieser Kita betreut werden. Es gäbe noch Platz im Gebäude, doch dann fiele der Bürgerraum weg. Was tun?

Der städtische Kindergarten Zwergenland in Hötzelsroda an einem Sommertag. Von 91 Kindern mit Betreuungsanspruch im Ort können nur 52 in dieser Kita betreut werden. Es gäbe noch Platz im Gebäude, doch dann fiele der Bürgerraum weg. Was tun?

Foto: Norman Meißner

Der Ortsteil Hötzelsroda ist die „Boomtown“ Eisenachs. Der Ort besitzt unter Bauwilligen eine große Anziehungskraft. Im Wohngebiet In der Höll findet sich nach dem Bauboom der vergangenen Jahre kaum noch ein freier Bauplatz. Stadtplaner Andreas Died­rich spricht von einem „ungebrochen starken Zuspruch“ an Bauwilligen.

Gern würde das Stadtplanungsamt das beliebte Wohngebiet in Hötzelsroda erweitern. „Wir würden gern ausschöpfen, was geht“, sagt der Stadtplaner. Der B-Plan, der im Januar 1997 Rechtskraft erhielt, lasse eine Erweiterung des Baugebiets in Richtung Neukirchen zu.

Diedrich weiß, dass eine umfängliche Erschließung des gesamten Areals mit Straßen-, Gehweg- und Leitungsbau ein recht kostspieliges Unterfangen ist und dem Boden-Eigentümer schwerlich zugemutet werden könne. Man wolle keinen überfordern. Er hofft aber, dass in einem ersten Schritt mit einer Straßenverlängerung und abbiegender Parallelstraße Bauland gewonnen werden kann.

Zehn neue Bauplätze könnten entstehen

„Mit wenig Aufwand könnten so zehn neue Bauplätze entstehen“, sagt Andreas Diedrich. Alle Optionen seien offen, aber letztlich habe die Hoheit der Eigentümer, ein in einigen deutschen Großstädten agierendes Hausverwaltungsunternehmen. Gespräche liefen und es gebe positive Signale.

Am nördlichen Zipfel des ins Auge gefassten Geländes befindet sich die Autobahn bereits in Sichtweite, was jedoch die Problematik des Lärmschutzes aufruft. „Wir werden keinen Quatsch machen und uns zunächst nur im Randbereich der bereits bestehenden Häuser vorwagen“, fährt der Stadtplaner fort. Als der B-Plan 1997 Rechtskräftigkeit erhielt, waren die Planungen für die Autobahn-Nordverlegung längst im Gange.

So groß, wie der Ansturm junger, bauwilliger Familien auf das Wohngebiet ist, so groß ist auch der Ansturm betreuungssuchender Familien auf die Kita „Zwergenland“ in Hötzelsroda. Die städtische Einrichtung erfreut sich bei Eltern eines guten Zuspruchs. „Der Versorgungsgrad beträgt 63 Prozent – das ist im Moment der aktuelle Sachstand“, sagt Ingo Wachtmeister (SPD), Eisenachs Dezernent für Bildung, Jugend, Kultur und Soziales. Er sieht dringenden Handlungsbedarf, denn nur 63 Prozent der Hötzelsrodaer Eltern finden aktuell für ihren Nachwuchs im Kindergartenalter im Ortsteil einen Platz, der Rest erhält weiter entfernte Kita-Angebote. Von 91 Kindern mit Betreuungsanspruch werden aktuell 52 Kinder in der Kita betreut. „Eine ortsnahe Unterbringung der Kinder muss gewährleistet werden“, sucht Wachtmeister nach Lösungen. Eine Versorgungsquote von 88 Prozent werde angestrebt.

Es wird Ersatz nötig für den Bürgerraum

Die erste Wahl der Lösungssuche sei da natürlich der Kindergarten selbst. „Das heißt aber nicht, dass der Bürgerraum in der Kita ersatzlos wegfallen wird“, entkräftet der Dezernent Befürchtungen aus dem Ortschaftsrat. Für die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr, für die Ortschaftsrat-Sitzungen, für die Bürgersprechstunde der Ortsteilbürgermeisterin, für die Seniorennachmittage und für viele Zusammenkünfte der Vereine gibt es bislang keine andere Räumlichkeit im Ortsteil.

„In Hötzelsroda gibt es städtische Immobilien, die man ertüchtigen könnte, und Grundstücke, die anderweitig bebaut werden könnten“, betont Ingo Wachtmeister. Über einen Kindergarten-Neubau werde ebenfalls nachgedacht, „aber zwei Millionen fallen nicht einfach vom Himmel“. Auch eine Containerlösung sei im Gespräch, heißt es von anderer Seite. „Es wird nichts von heute auf morgen entschieden, das wäre unfair“, so der Dezernent. Jugendhilfeausschuss und Stadtrat würden zeitnah informiert, wie es weitergeht.

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