Kälberfeld: Hochbegabte Geschwister spielen in der Lutherkirche

Kälberfeld  Laetitia und Philip Hahn geben morgen in der Kälberfelder Dorfkirche zum Abschluss der Sanierung des Gotteshauses ein Benefizkonzert

Laetitia und Philip Hahn sind außergewöhnlich hochbegabte und sehr erfolgreiche Jungpianisten, studieren beide schon und geben in der ganzen Welt Konzerte. In Kälberfeld sind sie morgen live zu hören.

Laetitia und Philip Hahn sind außergewöhnlich hochbegabte und sehr erfolgreiche Jungpianisten, studieren beide schon und geben in der ganzen Welt Konzerte. In Kälberfeld sind sie morgen live zu hören.

Foto: Katja Schmidberger

Wenn Laetitia und Philip Hahn in der Lutherkirche am morgigen Sonntag in die Orgeltasten greifen, sagen beide Kinder und ihre Eltern mit diesem Konzert auch Danke. Danke für die herzliche Aufnahme in dem gut 250-Seelen-Ort. Das Konzert dient jedoch auch dazu, feierlich die Sanierung der Kirche abzuschließen.

Angekommen im neuen Zuhause

Seit elf Monaten lebt Familie Hahn hier. Und sie durften sehr nette Nachbarn und Bewohner kennenlernen.

Es ist für die Kälberfelder an diesem Sonntag ein besonderes Konzerterlebnis, wenn die beiden jungen Ausnahmemusiker hier auftreten, wo sie sonst auf internationalen Klavierwettbewerben und großen Konzerten unterwegs sind. Die Geschwister sind schulisch und musikalisch absolute Überflieger. Das Terminbuch ist immer voll. Schon für 2019 plant Annette Hahn die Konzerttermine.

Am 24. Juni spielt Laetitia ein Schumann-Konzert in der Stadthalle Neuwied mit dem Jugendphilharmonieorchester, danach geht es für die Geschwister für zwei Festivals nach Polen, Ende Juli folgt ein Friedenskonzert in St. Petersburg, für das der achtjährige Philip wie die 14-jährige Laetitia jeweils ein eigenes Orchesterklavierkonzert komponieren. Ihnen ist es wichtig, als junge Künstler in der Öffentlichkeit auch auf Missstände in der Welt aufmerksam zu machen.

Egal, ob Norwegen, Italien oder USA – die Hahn-Geschwister sind in der ganzen Welt unterwegs. In Kälberfeld, das die Eltern wegen der zentralen Lage in der Mitte Deutschlands und der Nähe zur Autobahn wählten, wird trotzdem versucht, ein halbwegs normales Familienleben zu leben. Philip wird nicht in Watte gepackt, sondern rast mit dem Roller gern auch mal steile Straßen hinunter. „Sie müssen auch Kind sein dürfen“, sagt Annette Hahn, die mit ihren Mann wegen der außergewöhnlichen Begabung Ausbildung und Auftritte coacht. Klavierunterricht gibt es in Weimar oder Frankfurt, Hochschulseminare nehmen die Jungpianisten in der Schweiz. Zur Schule gehen beide in Eisenach. Die Idee zu einem Konzert in der eigenen Kirche entstand bereits an Weihnachten bei einem Gespräch mit dem Ortsteilbürgermeister. Mit dem Benefizkonzert soll Geld erspielt werden für die 700-Jahr-Feier. Dort werden Laetitia und Philip am 18. August im Gemeindehaus auftreten. Um ein Klavier leihen und transportieren zu können, soll Geld eingespielt werden.

Aber vielleicht, hoffen die Hahns, findet sich noch jemand in der näheren Umgebung, der ein Klavier zum Leihen hat oder vielleicht noch eine Umzugsfirma, die in der Lage ist, einen Flügel zu transportieren. Dann könnten sie den eigenen Flügel nehmen. Das Ausleihen und Transportieren von weiter her kostet um die 1500 Euro. Sollte sich Hilfe in der Umgebung finden, könnte das beim morgigen Benefizkonzert erspielte Geld für andere Projekte der Jahrfeier genommen werden.

Vielleicht gibt es Sonntag auch zwei Konzerte, wenn der Andrang groß sein sollte, verrät Annette Hahn. Von überall her reisen Fans der Jungpianisten gern einmal an. Stücke von Bach, Haydn und Beethoven sind zu hören. Laetitia mag Beethoven. Philip liebt Bach.

3. Juni, 17 Uhr, Konzert in der Kirche Kälberfeld, als Eintritt wird um eine Spende gegeben. Ist der Andrang sehr hoch, soll es um 19 Uhr ein zweites Konzert geben.

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