Kommentar: Bestellen muss einfacher gehen

Eisenach  Katja Schmidberger begrüßt die Lockerungen im Einzelhandel, findet aber das vorgeschriebene Prozedere nur schwer händelbar.

Katja Schmidberger

Katja Schmidberger

Foto: Sascha Willms

Auch wenn es Andersdenkende gibt. Die meisten Menschen sind solidarisch mit ihren Einzelhändlern vor Ort. Das ist auch in Eisenach so. Sie schätzen deren Fachkompetenz und fühlen mit in der Sorge, vielleicht die Corona-Krise nicht überstehen zu können. Denn auch sie wollen ihr Geschäft vor der Haustür nicht verlieren.
Mitte Dezember musste fast der komplette Einzelhandel in Eisenach schließen. Seit Montag dieser Woche, so sagt es die gültige Corona-Verordnung, können Einzelhändler eine Bestellmöglichkeit anbieten. Das nutzen zum Glück einige Eisenacher Geschäfte. Stammkunden, die ihren Fachhändler vor Ort vermissen, atmen da ein bisschen auf. Kompetenz und Beratung vor Ort – das gibt es online nicht. Und manches geschätzte Produkt auch nicht.

Die Krux an der neuen Bestellmöglichkeit ist, dass diese aber ihre Schwächen hat. Das liegt aber nicht am Händler. Der Laden soll von Kunden nicht betreten werden, weder beim Abholen noch beim Bezahlen. Bei allem Verständnis für Einschränkungen durch hohe Infektionszahlen auch in Thüringen – das ist doch nicht praktikabel und macht den geplagten Inhabern das Leben schwer. Warum soll ein Kunde, der einen Termin hat, nicht kurz im Geschäft seine Ware einkaufen und bezahlen dürfen? Da wird das kontaktlose Bezahlen per Verordnung empfohlen, aber das EC-Gerät steht an der Kasse.

Auf der einen Seite arbeiten immer noch Menschen gemeinsam in Büros oder am Band, auf der anderen Seite darf nicht mal ein Kunde allein mit einem Verkäufer im Laden sein. Über diese Regelung sollte man nochmal nachdenken. Im Interesse aller.