Kunstverein in Gerstungen startet mit 17 Mitgliedern

Gerstungen  Die Initiatorin Jana Freiberg steht an der Spitze und hofft auf weiteren Zuspruch. Domizil befindet sich in Karlstraße 21.

Der Vorstand des Kunstvereins Gerstungen mit weiteren Mitgliedern vor dem Eingang seines Domizils Karlstraße 21.

Der Vorstand des Kunstvereins Gerstungen mit weiteren Mitgliedern vor dem Eingang seines Domizils Karlstraße 21.

Foto: Jensen Zlotowicz

Was das die Kulturstadt Eisenach kann, kann Gerstungen auch: einen Kunstverein gründen. Schon zur Gründungsveranstaltung am Freitag füllten mit 17 Mitgliedern etwa so viele Leute einen Mitgliedsantrag aus wie der Kunstverein Eisenach Mitglieder zählt. Bis Ende des Jahres liebäugelt der Gerstunger Verein mit 50 Mitgliedern.

Für die Initiatorin und erste Vorsitzende Jana Freiberg ist eine solche Interessenvereinigung eine wichtige Institution, denn Gerstungen hat Künstler, die in einem Sammelbecken wirken, kommunizieren, sich austauschen und nach außen mehr in Erscheinung treten können und wollen. Überdies will der Kunstverein seinen Mitgliedern eine größere Lobby und für die Kunst im Ort an sich den Zugang zu Fördertöpfen bieten.

Künstler aller Genre haben seit Freitag in Gerstungen ein buchstäbliches Dach. Die Gründungsveranstaltung fand im Haus Karlstraße 21 statt. Das ehemaligen Ladenlokal hat der Verein von einer Familie zur Nutzung erhalten, die einst in Gerstungen ansässig war und dem Verein wohl gesonnen ist.

Vorstand besteht aus sieben Frauen

Neben Jana Freiberg als Vorsitzende wurden Iris Scheumann und Kerstin Brauburger (beide Finanzen), Anne Tittelbach-Helmich und Sabine Quaas (beide Schriftführer), Katharina Straßburg und Uta van Reeken (beide zweite Vorsitzende) in den Vorstand gewählt. Der Vorstand ist also ein Damen-Team.

Zahlreiche Gäste wohnten der Gründungsveranstaltung bei, auch aus dem benachbarten Hessen und Eisenach, sowie aus Gerstunger Ortsteilen wie Lauchröden und Oberellen.

Bei einer Vorstellungsrunde reichte die Bandbreite von „Ich bin Künstler“ bis „Ich bin neugierig“.

Auf drei Standbeine will sich der Kunstverein Gerstungen vorerst konzentrieren. Eines sind die Veranstaltungen. Dazu will der Verein einen Veranstaltungskalender herausbringen, in dem sich möglichst alle künstlerischen Veranstaltungen der Gemeinde samt ihren Ortsteilen abbilden sollen. Einmal im Monat soll es eine Veranstaltung geben. Standbein zwei nennt sich „Zuschauer-Akademie“. Damit verbinden sich Workshops. Den ersten Schritt machen dabei der Maler Arne Panke, der Kurse im Aquarell-Malen für alle Altersgruppen bietet, und Patchwork-Gestalterin Uta van Reeken.

Das dritte heißt „Fachwerk“. Dahinter verbirgt sich die Möglichkeit, im Domizil des Kunstvereins ein einen halben Kubikmeter großes „Fach“ mit Kunst zu bestücken und diese somit stärker in den Fokus zu rücken.

Zur 1275-Jahrfeier am 25. Juli will sich der Kunstverein im Zuge des stehenden Umzugs im Ort präsentieren. Die erste handfeste Aktion soll es am 3. August geben. Dann werden Vereinsmitglieder den Räumlichkeiten in der Karlstraße 21 einen neuen Anstrich verpassen. Dann kommt also Farbe ins Spiel.

Die von Jana Freiberg geleitete Theatergruppe wird zur Jahrfeier übrigens einen „Hexenrundgang“ anbieten, der den Blick auf die Hexen und das Bild dieser Frauen in der Gesellschaft vom Mittelalter bis in die Gegenwart spiegelt.

Das Bild der Hexen in der Gesellschaft

Der Verein ist offen für alle Kulturschaffenden und -bürger der Region. Er sieht sich auch als Vernetzungszentrale, Lobbyist für Künstler und auch als kommunalpolitische Kraft bei der Beschaffung von Fördergeld.

Vorsitzende Jana Freiberg rechnet schon bald mit weiteren Interessenten und Mitgliedern. Bei der Vorbereitung der Gründung habe sie verschiedene Künstler und Kunstinteressierte im Ort noch nicht erreicht.

Während der Vorstand nun die Formalitäten der Vereinsgründung wie die Eintragung ins Vereinsregister am Amtsgericht in Gang setzt, hat sich der Kunstverein auch die Anlage einer Künstlerkartei auf die Fahne geschrieben. Dieser Wissensfundus aus eigenen Erfahrungen und Begegnungen mit Kunstschaffenden aller Art soll Mitgliedern Service und Entscheidungshilfe bei der Suche nach Künstlern für eigene Veranstaltungen bieten.

Die Gründungsveranstaltung legte fest, dass es nur im Dezember keine Veranstaltung des Kunstvereins geben wird. Statt dessen schwebt dem Verein dann ein Adventskalender im Schaufenster seines Domizils an der Karlstraße vor, den jeder mitgestalten kann.

Der Vereinsbeitrag beträgt übrigens moderate zwölf Euro – im Jahr (ermäßigt sechs Euro).

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