Lehrerberuf verliert an Respekt

Das Bildungssystem hat eine Frischzellenkur verdient.

Jensen Zlotowicz

Jensen Zlotowicz

Foto: Norman Meissner

„Ich hör auf, das tu ich mir nicht länger als nötig an“, diesen Satz hörte ich gerade von zwei Gymnasial-Lehrern in den besten Jahren und fit wie ein Turnschuh auf der Straße. Beide berufserfahrenen Pädagogen made in DDR haben keinen Bock mehr auf Schule, auf das staatliche Bildungssystem, auch auf Schüler, die immer häufiger den Nachweis von Bildungswillen und -tauglichkeit mit gymnasialem Niveau schuldig bleiben. Nein, ich dresche jetzt nicht auf Schüler ein. Denn Elternhaus und Gesellschaft haben neben der DNA (Talent) eine gehörige Aktie am Erziehen und Formen eines Kindes. Aber: Es ist was faul im Staate Dänemark, würde Hamlet sagen.

Ein Professor vom Uni-Klinikum Freiburg hat gerade ermittelt, dass Lehrkräfte zunehmend Gewalt erfahren, allen voran psychische Gewalt. Der Lehrerberuf verliere an Respekt. Gestern konfrontierte ich die Lehrerin einer Eisenacher Regelschule mit dieser Aussage. „Stimmt“, pflichtet die Frau der Analyse bei. Und diese Gewalt, fügt sie hinzu, geht mittlerweile auch von Eltern aus. Die stünden vielfach schon bei Kleinigkeiten drohend auf der Matte. All das belastet Lehrkräfte, macht sie oft gar krank. Keiner braucht die Rohrstockzeiten zurück, aber mehr Respekt von Schülern wie Eltern hat sich jeder Lehrer verdient und das Bildungssystem eine Frischzellenkur nötig.

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