Maske im Unterricht für Elisabeth-Gymnasium Eisenach abgelehnt

Eisenach.  Weil es wegen Lehrernot nur noch zwei siebte Klassen mit über 30 Schülern am Elisabeth-Gymnasium gibt, wollte die Schule unter Coronabedingungen einen Sonderweg einschlagen, der aber nicht genehmigt wurde.

Pause im Elisabeth-Gymnasium Eisenach.

Pause im Elisabeth-Gymnasium Eisenach.

Foto: Jensen Zlotowicz

In Schulen sei man mit den jetzigen Abläufen vor Corona-Ansteckungen nicht gefährdeter als anderswo, sagt Felix Knothe, Pressesprecher des Thüringer Kultusministeriums. Die in Thüringen geltenden Regelungen reichten derzeit aus. Im Eisenacher Elisabeth-Gymnasium sehen das vor allem ältere Lehrer mit gemischten Gefühlen.

Aus Lehrermangel wurden dort vor geraumer Zeit die drei siebten Klassen zu zwei Klassen verschmolzen, mit jeweils mehr als 30 Schülern. Eine solche Meute zu unterrichten ist an sich schon suboptimal, erst recht in Corona-Zeiten, wissen Lehrer wie Schüler. Mancher Lehrer der Risikogruppe sieht darin überdies eine gesundheitliche Gefahr.

Wegen der Konstellation hatte das Gymnasium den Antrag auf Hybridunterricht und Maskenpflicht im Unterricht gestellt. Jeweils die Hälfte einer Klasse sollte Präsenzunterricht, die andere Heimbeschulung erfahren. Das aber wurde abgelehnt, sagt Schulleiter Tino Nazareth. Dem Antrag stehen einerseits die allgemeinen Festlegungen des Landes entgegen, andererseits sei damit die Gefahr verbunden, dass Schüler, die keine Masken tragen müssen oder wollen, vom Präsenzunterricht ausgeschlossen würden. Die Rechtslage sei da schwierig, so Pressesprecher Knothe.

Das Bildungsministerium als Dienstherr negiere die Risikofaktoren am Elisabeth-Gymnasium nicht, setzt aber auf Freiwilligkeit. Schüler sind gebeten, auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Das täten viele, so der Schulleiter, aber nicht alle.

Das Bildungsministerium versetze sich bei seinen Entscheidungen auch in die Lage der Schüler, die mit einem Masken-Zwang auch im Unterricht über eine lange Zeit des Tages zusätzlich belastet würden, hieß es auf Anfrage.

Dass eine Maskenpflicht mit Komplikationen und Mehrarbeit für manche Lehrer verbunden ist, zeigen Schulen, an denen diese Pflicht nach Coronafällen an der Schule besteht, etwa im benachbarten Obersuhl. In Hessen freilich gelten andere Rahmenbedingungen.