Massenfällungen rund um Ruhla nach Borkenkäferplage

Ruhla.  Weite Teile des Fichtenwalds rund um Ruhla sind vom Borkenkäfer geschädigt und sterben ab. Zurzeit wird großflächig gefällt.

Am Dornsenberg in Ruhla wird Fichtenholz eingeschlagen, das vom Borkenkäfer befallen ist. Der Wanderweg ist nicht passierbar.

Am Dornsenberg in Ruhla wird Fichtenholz eingeschlagen, das vom Borkenkäfer befallen ist. Der Wanderweg ist nicht passierbar.

Foto: Birgit Schellbach

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Der Dornsenberg, das Bermbachtal und der Ringberg in Ruhla sind derzeit Schwerpunkte beim Holzeinschlag. Auch an der Gollert zwischen Ruhla und Etterwinden sind Fichtenbestände gefällt worden, weil sie vom Borkenkäfer befallen sind und absterben. „Es ist deprimierend und frustrierend“, findet Forstamtsleiter Ansgar Pape eindringliche Worte für den Zustand des heimischen Waldes. Wo Bäume dicht an dicht gestanden haben, erstrecken sich jetzt Kahlflächen.

Zwischen Ruhla und Etterwinden haben die alten Fichten so etwas wie eine natürliche Barriere entlang der schmalen Straße gebildet. Diese ist nun weg, und Autofahrer haben vor allem in den Kurven das Gefühl, dass sie abseits der Fahrbahn landen könnten. „Dort müssen wahrscheinlich zur Sicherheit Leitplanken gesetzt werden“, schätzt der Forstamtsleiter ein. Dafür zuständig ist der Straßenbaulastträger, in diesem Fall der Wartburgkreis.

Die Hanglagen in Ruhla erschweren das Rücken des Holzes. Hinzu kommt, dass der Frost fehlt und der Boden deswegen aufgeweicht ist. Die schweren Maschinen hinterlassen ihre tiefen Spuren. „Teilweise haben wir schon abgebrochen, weil es nicht mehr zumutbar ist“, so der Forstamtsleiter. Fast täglich erreichen ihn Anrufe von Bürgern, die sich ärgern, dass die Wege so zerfahren sind. Aber leider fehlt die Kälte, damit der Boden durchfriert. Und auch Schnee fehlt – eine geschlossene Schneedecke, die nach und nach abtaut, wäre auch gut, um den Wasserhaushalt wieder zu ergänzen.

Minderwertiges Holzüberschwemmt den Markt

Wenn das Holz eingeschlagen ist, kommt das Problem dazu, dass man es am Markt kaum noch los wird. Minderwertiges Holz flutet den Markt. Die Eigentümer müssen aber trotzdem die Kosten für die Fällung bezahlen, auch wenn sie im Gegenzug keine Erträge erzielen. „Einige Waldbesitzer in Niedersachsen haben deshalb schon aufgegeben“, weiß Ansgar Pape.

Am Eisenacher Siebenborn wird aktuell ebenfalls Holz eingeschlagen. Dort ist der Rad- und Spazierweg betroffen. In Absprache mit der Stadt bemüht sich der Privatbesitzer, diesen zu säubern.

Pläne für eine Wiederbewaldung werden laut Pape erarbeitet. Darüber werde die Öffentlichkeit demnächst informiert. Das Forstamt sei beispielsweise in Kontakt mit Schulen.

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