Mit Gitarre und Koffer zum Abendgebet

Eisenach.  EKM-Landesbischof Friedrich Kramer ist neugierig auf seine Schäfchen, viele Christen auch auf ihn. Am Dienstag hielt er in Mihla ein Abendgebet.

Friedrich Kramer (stehend Mitte) möchte eine weltoffene und fröhliche Kirche. Und er will die Menschen seiner Kirche kennenlernen.

Friedrich Kramer (stehend Mitte) möchte eine weltoffene und fröhliche Kirche. Und er will die Menschen seiner Kirche kennenlernen.

Foto: Katja Schmidberger

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Er will zuhören, erleben, was es in der evangelisch-lutherischen Landeskirche alles gibt. Friedrich Kramer will direkt bei den Menschen seiner Kirche sein, sie kennenlernen, ihnen zuschauen und mit ihnen auf anderer Ebene als bei offiziellen Terminen ins Gespräch kommen. Das tat er am Dienstagabend in Mihla.

Dorthin kam der neue Landesbischof mit Gitarre und Andachtskoffer in die St.-Martins-Kirche. Es war eine kleine Abendandacht mit Gebeten und Liedern. Die Kirchenbänke waren komplett besetzt – nicht nur Kirchenälteste und Gemeindekirchenräte aus der Region, auch der Präses der Kreissynode Christian Herbst, die ehemaligen Oberinnen Helga Schöller und Gabriele Phieler, Diakonissinnen, Bürgermeister und Bürger aus Mihla, Krauthausen, Nazza bis Scherbda waren gekommen.

Seit 7. September 2019 ist Kramer offiziell Nachfolger von Bischöfin Ilse Junkermann. Vor allem in kleineren Kirchgemeinden will er seine Abendgebete halten. Warum aber Mihla?

Kramer kennt Pfarrer Georg-Martin Hofmann. Beide haben vor einigen Jahren sogenannte Orientierungstage miteinander verbracht, gemeinsam über den Glauben gesprochen und zusammen musiziert, erinnert sich Kramer. „In diesen zehn Tagen lernt man sich kennen“, pflichtet Hofmann ihm bei. Da der Bischof am Dienstag ohnehin einen Termin in Eisenach hatte, bot er ihm per Telefon das Abendgebet in Mihla an.

Friedrich Kramer ist es wichtig, mit Menschen auch über das Gebet spirituelle Momente zu teilen. „Es ist wichtig, miteinander füreinander zu beten“, betonte Kramer zu Beginn der Andacht. Der Bischof erinnerte zudem an die wegen ihres Glaubens politischen Verfolgten in vielen Ländern, aber auch an den Umstand, dass Christen, die aus Sorge um ihre Sicherheit Schutz in Deutschland suchen, auch hier nicht immer erwünscht seien. Die Menschen sollten sich eindeutiger solidarisch mit diesen Verfolgten zeigen, mahnte er: „Es sind unsere christlichen Geschwister.“

Im Nachgang kam er mit vielen ins Gespräch, darunter auch mit der ältesten Diakonisse Elisabeth Berg (94 Jahre), auch sie hatte sich von Eisenach auf den Weg gemacht, um Kramer kennenzulernen.

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