Corona-Schnelltests sind für Personal der Pflegeheime in Eisenach und im Wartburgkreis zusätzliche Belastung

Eisenach  Ohne Test kein Fest des Wiedersehens: Schnelltests sind in Pflegeheimen vor dem Besuch verpflichtend.

Auch im Altenpflegezentrum Elisabethenruhe müssen sich Besucher testen lassen, um ihre Angehörigen im Heim besuchen zu können. Aufgrund der Corona-Pandemie dürfen die Gäste derzeit nur in den Besucherraum. Nur bei bettlägerigen Bewohner dürfen die Gäste in das Bewohnerzimmer.

Auch im Altenpflegezentrum Elisabethenruhe müssen sich Besucher testen lassen, um ihre Angehörigen im Heim besuchen zu können. Aufgrund der Corona-Pandemie dürfen die Gäste derzeit nur in den Besucherraum. Nur bei bettlägerigen Bewohner dürfen die Gäste in das Bewohnerzimmer.

Foto: Norman Meißner

Nachdem auch in der Wartburgregion die Sieben-Tage-Inzidenz über den Wert von 200 springt, lassen die hiesigen Altenpflegeheime alle Besucher vor dem Zutritt testen. „Es ist schon eine ziemliche Belastung – das ist ja nicht in fünf Minuten gemacht“, betont Clemens Roschka. Der Heimleiter des Altenzentrums „Elisabethenruhe“ im Süden Eisenachs denkt an seine Mitarbeiter, die sich für jeden erforderlichen PoC-Antigentest (Point-of-care) eines Heimbesuchers extra Vollschutzkleidung anlegen müssen. Die Mitarbeiter stünden in nahezu allen Heimen der Wartburgregion an der Belastungsgrenze; personell werde es vielerorts immer enger – man hofft auf Unterstützung.

Bis spätestens 16 Uhr des Vortages müssen Angehörige in der „Elisabethenruhe“ ihr Kommen anmelden. Gäste, die ihre Angehörigen sehen möchten, müssen dort derzeit mit dem Besucherraum vorlieb nehmen; eine Ausnahme wird nur bei bettlägerigen Heimbewohnern eingeräumt. An ruhigen Tagen kommen vier bis sechs Besucher, an Wochenendtagen meist zwischen zehn und zwölf, die getestet werden müssen.

Das Seniorenheim Ruhla besuchen nach vorheriger telefonischer Anmeldung derzeit im Schnitt rund fünf Besucher am Tag. „Es sollte immer der gleiche Besucher über die Woche kommen“, sagt eine Mitarbeiterin des Heims.

Die aktuellen Corona-Vorgaben räumen jedem Heimbewohner nur den Besuch einer vorab registrierten Person ein, die aber nach derzeitigem Stand nicht von Besuch zu Besuch wechseln darf. Dies werde so auch ganz streng in den drei Pflegeheimen des DRK-Kreisverbands Eisenach gehandhabt. „Liegen ethische Gründe vor, wenn beispielsweise ein Heimbewohner im Sterben liegt, machen wir auch mal eine Ausnahme“, sagt Mathias Baumbach, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes. Dennoch kommt jeder Besucher nicht um einen Test herum, der mindestens 15 Minuten Geduld von jedem Getesteten abverlangt.

„Die negativ getesteten Besucher bekommen bei uns einen Laufzettel“, sagt Miro Richter von der Geschäftsleitung der Pflegenetzwerk St. Annen GmbH. Dies erleichtere den Schwestern und Pflegekräften auf den Stationen die Arbeit.

Mit dem Personal der Heime lassen sich beim DRK die Zusatzaufgaben noch bewerkstelligen. „Wenn aber jeder Heimbewohner jeden Tag Besuch bekäme, wäre es nicht mehr zu stemmen“, fährt Baumbach fort. Nach der Testordnung des Bundesgesundheitsministerium stehen jedem Pflegeheimbewohner bis zu 20 Schnelltest im Monat für seinen Besuch zu. Die Kosten der Tests erfolgt über die jeweilige Kranken- beziehungsweise Pflegekasse.

„Es geht mit dem Personal, aber für die Tests müssen wir Leute aus anderen Bereichen holen, die dann woanders wieder fehlen“, sagt Corinna Recknagel, Leiterin der ASB-Heime in Stregda und Treffurt. Auch hier wird derzeit jeweils nur eine feste Bezugsperson zu den Bewohnern vorgelassen. Während die aktuellen Richtlinien der Landesregierung auch Besucher mit einem negativen PCR-Test zulassen, der nicht älter als 48 Stunden ist, geht der ASB auf Nummer sicher.

„Bei uns wird grundsätzlich getestet, man kann sich ja in der Zwischenzeit angesteckt haben“, sagt Corinna Recknagel. Alle Heimmitarbeiter sind zweimal wöchentlich und zusätzlich bei Bedarf an der Reihe, wenn mit dem Nasen-Rachen-Abstrich nach Eiweißfragmenten des Virus SARS-CoV-2 gefahndet wird