Opel-Werk Eisenach verschenkt altes Prüfwerkzeug

Norman Meißner
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Reinhard Schäfer erklärt, wie mit diesem Prüfwerkzeug die Heckscheibe des Kleinwagens Opel „Adam“ geprüft wurde.

Reinhard Schäfer erklärt, wie mit diesem Prüfwerkzeug die Heckscheibe des Kleinwagens Opel „Adam“ geprüft wurde.

Foto: Norman Meißner

Eisenach  Das Opel-Werk Eisenach verschenkt ein altes Prüfwerkzeug für Anbauteile des Opel „Adam“ an den Verein „Automobilbau – Museum – Eisenach“.

Dem Verein „Automobilbau – Museum – Eisenach“ (AME) gelang es dieser Tage, der bereits seit mehr als 120 Jahre währenden Automobilbaugeschichte der Wartburgstadt ein weiteres Puzzle-Steinchen hinzuzufügen.

Genauer gesagt ist dieses Steinchen ein riesiger Brocken von mehr als sechs Tonnen Gewicht. Der mächtige, rostfreie Aluminium-Koloss, der Eisenachs jüngste Autobaugeschichte anschaulich darstellt, ruht nun für neugierige Augen auf der Freifläche zwischen dem Museum „Automobile Welt Eisenach“ und dem Vereinsdomizil Ostkantine. Das nicht mehr benötigte Prüfwerkzeug gesellt sich zu weiteren Maschinen auf der Freifläche.

Den Alu-Brocken schenkte das Eisenacher Opel-Werk dem Automobilbau-Verein. Es ist ein nicht mehr benötigtes Prüfwerkzeug mit sogenanntem Nullmaß für zahlreiche Anbauteile des zuletzt in Eisenach gefertigten Modells „Adam“.

„Damit wurde bei uns im Werk die Passgenauigkeit geprüft, ob die Anbauteile oder die jeweilige Karosse Abweichungen von der Norm aufweisen“, sagt Reinhard Schäfer, AME-Geschäftsführer und Opelaner. Der Block war während der Adam-Produktion für die Qualitätssicherung der Anbauteile auf korrekte Maßhaltigkeit erforderlich. Mit dem einer Adam-Karosse ähnelnden Prüfwerkzeug konnten Autoscheiben, ganze Fahrzeug-Türen, Teppiche, Sitze, Armaturenbrett, Beleuchtung und vieles mehr auf Passgenauigkeit getestet werden. „Da der Adam ausschließlich in Eisenach gebaut wurde, stand so ein Prüfwerkzeug erstmals bei uns im Werk in Eisenach“, erzählt Reinhard Schäfer.

Ein zweiter, logistischer Anlauf war erforderlich

Der Transport vom Industriegebiet Gries im Westen der Stadt auf das Gelände des einstigen „VEB Automobilwerk Eisenach“ war kein leichtes Unterfangen. „Das Teil war unten acht Zentimeter zu breit – ich musste ein zweites Mal mit einem größeren Lkw kommen“, erzählt Uwe Nowatzky. Der Chef eines hiesigen Containerdienstes spendierte dem Automobilbauverein den Transport des Sechs-Tonnen-Monstrums. „Der Chef ließ es sich nicht nehmen, diese Sonderfahrt persönlich durchzuführen“, freut sich Reinhard Schäfer.

Das imposante Teil muss demnächst für seinen endgültigen Standort nur noch von dem Transportgestell herunter gehoben werden. „Für einen normalen Gabelstapler ist das aber viel zu schwer“, sagt Vereins-Geschäftsführer Reinhard Schäfer.

Der Verein gründete sich im Juli 1992 und pflegt – neben anderen – die Automobilbautradition in der Wartburgstadt.