Radurlaub daheim: Hinauf zum König des Werratals

Wartburgkreis.  Diese anspruchsvolle Tour führt über 60 Kilometer von Eisenach zum Heldrastein und dem Point India bei Lüderbach.

Diesen grandiosen Ausblick kann man vom Heldrastein aus genießen.

Diesen grandiosen Ausblick kann man vom Heldrastein aus genießen.

Foto: Peter Schütz / Peter Schütz/ADFC

Dieses Mal verlassen wir die Flusstäler: Einige Steigungen warten bei dieser Tour. Als Belohnung winken Blicke von den schönsten zwei Aussichtstürmen im Werraland: dem Heldrastein und dem weniger bekanntem Point India bei Lüderbach. Nicht nur das: Die Tour streift eines der idyllischsten Bauwerke – die Werrabrücke in Creuzburg mit ihrer sorgsam restaurierten Liboriuskapelle.

Die Wege um den Heldrastein lassen sich mit einem Tourenrad noch befahren. Der zwei Kilometer lange Kolonnenweg im Grenzstreifen macht jedoch mit einem Mountain-Bike mehr Spaß.

Die Tour startet am Eisenacher Markt, wo der Weg per Beschilderung nach Hörschel führt. Von dort geht es über den Werratalweg bis Creuzburg. Die Brücke ist fast 800 Jahre alt und bildet mit der Kapelle eine eindrucksvolle Einheit. In den Nischen auf der Brücke sitzen häufig Radler, die den Blick auf die Ebenauer Köpfe genießen.

Hier ist Zeit für eine Verschnaufpause. Nach der Brücke folgt man den langsam ausbleichenden Wegweisern des Radweges Herkules – Wartburg in Richtung Ifta. Schon bald ist der öffentlich zugängliche Landschaftspark der Firma Pollmeier zu sehen. In Ifta geht es weiter nach Treffurt. Sofort fällt auf, dass Qualität der Wege und Ausschilderung hier vorzüglich sind. Ifta gehört inzwischen zu Treffurt, und Bürgermeister Michael Reinz (parteilos) sorgt für gute Radinfrastruktur. Aber zunächst geht es steil bergauf. Auf der Höhe wartet ein nächster Rastplatz mit einem Ausblick ins Werratal. Hinter Volteroda liegt ein idyllisch gelegener Bauernhof.

Ein Schild führt geradeaus weiter Richtung Heldrastein. Der Weg steigt nun beständig an, die Fahrt selbst führt durch Buchenwald. Nur an einer Stelle ist acht zu geben. Der hölzerne Wanderwegweiser weist nach links zum Heldrastein.

Irgendwann wird es flacher, im Blick hat man nun den Turm der Einheit auf dem Heldrastein.

Ursprünglich diente er der Staatssicherheit der DDR als Horchposten weit in den Westen. Sogar die Bundesministerien in Bonn konnten von hier abgehört werden. Die IG Heldrastein baute den Turm nach der Wende zum Aussichtsturm um. In der Ferne grüßen Inselsberg und Hoher Meißner, bei klarer Sicht kann man am Horizont sogar den Brocken erahnen.

Auf dem Rückweg fährt man bei der ersten Gelegenheit rechts ab. Aufgepasst! Den Weg in Richtung Ifta/Wolfmannsgehau entdeckt man erst im letzten Moment. Nach wenigen Metern ist eine Schneise im Wald zu sehen. Wir stehen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Es geht nach links auf den Kolonnenweg. Es lässt sich nur erahnen, wie es hier vor über 30 Jahren aussah. Erstaunlich, dass es immer wieder Leute gab, die die Sperranlagen überwinden konnten. So zum Beispiel ein 22-Jähriger, dem dies 1982 mit Hilfe eines fünf Meter langen Baumstamms gelang. Die Selbstschussanlagen waren wegen eines Gewitters abgeschaltet.

Steiler Fußweg führt zum Turm der Amerikaner

Nach zwei Kilometern weist ein Schild nach rechts in Richtung Rittmannshausen. Entlang dieses Weges geht es bergab durch Wald und Wiesen, an einer Gabelung geht es weiter auf dem linken Weg bis zur Bundesstraße 7, der man ein Stück nach links folgen muss. Es geht weiter rechts ab in Richtung Lüderbach. Vor dem Ort geht es nach links auf den Herkules-Wartburg-Radweg. Auf der Höhe die Räder abstellen, denn ein steiler, 300 Meter langer Fußweg führt zum Point India. Vom amerikanischen Militärcamp blieb nur der Aussichtsturm. Am Landschaftspark vor Creuzburg wieder vorbei geht es diesmal geradeaus nach Pferdsdorf. Im Ort bergab, wird von der Hauptstraße aus nach links in eine Sackgasse abgebogen, die zum Wehr in Spichra führt. Von Spichra geht es der Beschilderung zurück nach Eisenach.

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Eckdaten zur Tour

  • Start ist auf dem Eisenacher Marktplatz. Das Ziel am Ende der Tour ist wieder Eisenach.
  • Länge: 60 Kilometer.
  • Höhenunterschied: 800 Meter.
  • Schwierigkeitsgrad: Durch die zahlreichen Anstiege hoch.
  • Anbindung: Wer will, kann mit dem Zug aus Richtung Gotha oder Schmalkalden bis nach Eisenach anreisen und eventuell auch bis zum Bahnhof Hörschel weiterfahren. Ebenfalls möglich ist ein Start an der Werrabrücke in Creuzburg.
  • Orte an der Strecke: Hörschel, Spichra, Creuzburg, Ifta, Volteroda, Rittmannshausen, Lüderbach, Pferdsdorf.
  • Sehenswertes an der Strecke: Creuzburg mit Werrabrücke, Liboriuskapelle und Burg; der Landschaftspark der Firma Pollmeier; der Heldrastein als König des Werratals mit wunderbarer Aussicht bei guter Wetterlage bis zum Brocken; Lüderbach mit Schloss, Point India und das Baumkreuz unweit von Ifta.
  • Einkehrmöglichkeiten: mehrere Gaststätten gibt es im Ort Creuzburg, wie zum Beispiel die Gaststätte Klostergarten: außerdem das Stiftsgut Wilhelmsglücksbrunn in der Nähe von Creuzburg; neu ist der Rastgarten in Spichra; Gasthof Tor zum Rennsteig in Hörschel.
  • Für Kinder ist diese Tour mit den Steigungen eher nicht geeignet. Jedoch die nun folgend beschriebene Variante schon.
  • Wer die Tour variieren möchte, kann von Ifta direkt nach Lüderbach fahren und sich den mühsamen Anstieg zum Heldrastein ersparen. Von Lüderbach kann man auch direkt mit dem Rad zum Point India kommen: Der Hauptstraße in Richtung Altefeld und der Ausschilderung zum Point India folgen. An der unbeschilderten Weggabelung den oberen Weg wählen. Den Rückweg wie angegeben dann über Spichra nehmen. Dort warten auch noch das Wasserkraftwerk und ein Spielplatz.
  • Wer nützliche Infos zum Radfahren in der Region sucht, kann unter www.adfc-thueringen.de/wartburgkreis viel über das Radfahren in der Region erfahren. In Eisenach gibt es auch einen Radfahrerstammtisch.

Peter Schütz ist Mitglied im Fahrradclub ADFC und hat mit unserer Zeitung diese Tour für die Serie ausgewählt.