Rechtsrock-Konzert in Eisenach verboten: SEK vor Ort - NPD-Politiker abgeführt

Eisenach  Überraschend wurde am Samstag ein in Kloster Veßra angekündigtes Rechtsrock-Konzert nach Eisenach verlegt. Die Veranstaltung wurde verboten. Polizei und Staatsschutz befanden sich im Großeinsatz.

Polizeieinsatz am „Flieder Volkshaus"     Archiv-

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Foto: Jensen Zlotowicz

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Überraschend wurde am Samstag ein in Kloster Veßra angekündigtes Rechtsrock-Konzert nach Eisenach verlegt.

Die öffentliche Neonazi-Veranstaltung in Kloster Veßra, für die im Vorhinein auch Karten verkauft wurden, sollte kurzfristig in Eisenach als nicht-öffentliche „Geburtstagsfeier“ stattfinden. Juristen haben jedoch entschieden, dass es sich hierbei doch um eine genehmigungspflichtige Veranstaltung handelt. Daher dürfen weder Konzert noch anderweitige Zusammenkünfte an diesem Abend am geplanten Veranstaltungsort stattfinden.

Etwa 70 Personen hatten sich in und um das „Flieder Volkshaus“ in Eisenach versammelt. Hier ist auch ein Großaufgebot von Polizei und Staatsschutz vor Ort. Die Einsatzleitung hat der Leiter der Polizeiinspektion Hildburghausen, René Schunk, übernommen. Schunk hatte bereits die Einsatzleitung bei den Rechtsrock-Konzerten in Themar inne.

Vorsorglich wurde auch das SEK nach Eisenach gerufen.

Neonazis aus gesamten Bundesgebiet angereist

Nachdem bekannt wurde, dass die Veranstaltung verboten wurde, verließen erste Teilnehmer das Haus. Die Einsatzkräfte überwachten am Abend die geordnete Abreise.

Gegen 20.20 Uhr hatten fast alle Teilnehmer das Gelände verlassen, nachdem die Polizei die Personalien sämtlicher Beteiligten aufgenommen hatte. Die Musiker wurden mit Sonderbegleitschutz zu ihren Fahrzeugen geführt.

Zu der Konzertverantaltung waren Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet angereist. Der Anmelder der Veranstaltung, Sebastian Schmidtke, kommt aus Eisenach.

NPD-Politiker abgeführt

Nach einer verbalen Attacke von NPD-Fraktionsvorsitzenden Patrick Wieschke gegen den Einsatzleiter der Polizei wurde dieser abgeführt und kurzzeitig in Gewahrsam genommen.

Insgesamt kam es zu fünf Straftaten und 72 Verstößen gegen ordnungsbehördliche Bestimmungen.

Zur Sache

Die NPD hat im Stadtrat Eisenach mehrere Sitze. Zu Schlagzeilen führte zuletzt, dass Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Linke) den neugewählten NPD-Abgeordneten den Handschlag verweigerte.

Auch Kloster Veßra sieht sich immer wieder mit Veranstaltungen der extremen Rechten konfrontiert. Jüngst gab es am ersten Juli-Wochenende wieder ein großes Rechtsrock-Konzert im südthüringischen Themar. Nach Polizeiangaben kamen damals über den Samstag verteilt etwa 920 Festivalbesucher - bei etwa 800 Gegendemonstranten.

Das Bundesverfassungsgericht hatte 2017 geurteilt, dass die NPD zwar verfassungsfeindlich sei, aber zu unbedeutend für ein Verbot.

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