Schützenkette bleibt in der Familie Grimm aus Treffurt

Trotz Kälte und Ferienzeit feierten die Treffurter Schützenbrüder ihr jährliches Schützenfest am Wochenende würdig. Langsam richten sich die Blicke auf das Jahr 2016, wenn der älteste Verein im Ort sein 500-jähriges Jubiläum feiert.

Zur Feier des Tages holte der 1. Schützenmeister Dieter Stoll die historische Schützenkette aus der Vitrine. Außerdem postierten sich der Schützenkaiser 2010, Jörg Grimm, Sportleiter Wolfgang Hoffmann und Schatzmeister Günter Braunhold (von links) vor dem Schützen-Denkmal. Foto: Sascha Willms

Zur Feier des Tages holte der 1. Schützenmeister Dieter Stoll die historische Schützenkette aus der Vitrine. Außerdem postierten sich der Schützenkaiser 2010, Jörg Grimm, Sportleiter Wolfgang Hoffmann und Schatzmeister Günter Braunhold (von links) vor dem Schützen-Denkmal. Foto: Sascha Willms

Foto: zgt

Treffurt. Er ist einer der ältesten Schützenvereine Deutschlands, bis auf das Jahr 1516 reicht ein Archiveintrag im Hessischen Staatsarchiv Marburg zurück, weiß der Vorsitzende Dieter Stoll zu berichten.

Und während wichtige Vereinsutensilien vieler Schützenvereine in den Nachkriegsjahren verloren gingen, ist das kleine Schützenhaus in der Werra-Aue ein museales Kleinod. Geböllert wird in Treffurt mit einer bronzenen Kanone aus dem Jahr 1757. Einst seien es zwei gewesen, weiß Schatzmeister Günter Braunhold. Eine jedoch ist über die Jahre abhanden gekommen, Braunhold vermutet sie in einem Eisenacher Museum.

Hinter einer Vitrine am Schießstand lagert eine Schützenkette, in die unter anderem das Jahr 1785 eingraviert ist. Die drei Silbermedaillen stehen für die drei damaligen Herrscherhäuser in Preußen, Sachsen und Thüringen.

Bis vor einigen Jahren trugen die Schützenkönige die Kette am Hals, so Günter Braunhold. Aus Rücksicht auf den Zustand des gestickten Bandes haben die Schützenbrüder das gute Stück mittlerweile aber hinter Glas gelegt.

Für ihre besten Schützen gibt es mittlerweile eine neue Kette, die bis zum Wochenende von Jörg Grimm getragen wurde. Der Treffurter war nicht nur Schützenkönig, sondern er war Kaiser. Die Krönung verdankt er dem Sieg in beiden Disziplinen des Schützenfestes: dem Schießen auf den Holzvogel und auf die normalen Papierscheiben.

Während die Schützenbrüder letzteres mit guten Treffern beeinflussen können, ist es beim Holzvogel eher Zufall, wann er schließlich fällt. Vor Grimm schaffte das ein Schützenbruder im Jahr 1973 zum letzten Mal. Dieses Mal bleibt die Schützenkette in der Familie, denn Schützenkönigin 2011 wurde Susanne Grimm, die Frau des bisherigen Königs.

Zwar ist die Nachwuchsgewinnung in dem kleinen Verein mit nur etwas über 20 Mitgliedern ein Problem, dennoch gibt es einige junge Schützen.

Ein begabtes Auge stellte etwa der Kinderschützenkönig Lukas Bastubbe unter Beweis, der seinen Titel aus dem vergangenen Jahr verteidigen konnte. Bester an den Scheiben wurde Christian Herrmann mit 93 Ringen nach einem spannenden Stechen mit Günter Braunhold. Dem wiederum gelang der beste Schuss auf die Ehrenscheibe und er gewann das Preisschießen der Schützen vor dem Vorsitzenden Dieter Stoll und Jürgen Hösch.

Weil sie gegen die Schützen keine Chance hätten, dürfen die Gäste am Sonntag ihren eigenen Wettkampf auf dem Kleinkaliber-Stand austragen. Bester wurde dabei Horst Rieger mit 45 Ringen. Am Abend schwangen dann alle das Tanzbein im Zelt, auf dem Rummel herrschte buntes Treiben. Schon nächstes Jahr könnten die beiden Plätze zusammenrücken. Bürgermeister Michael Reinz (pl) prüft derzeit die Möglichkeit, die Schausteller nahe am Schützenhaus zu platzieren. Zur 500-Jahrfeier 2016 soll schließlich alles perfekt sein.

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