Schwieriges Aufräumen in der Drachenschlucht

Eisenach.  Über 30 Bäume hat Sturmtief „Sabine“ in diesem Bereich umgelegt, teils quer über den beliebten Wanderweg.

Die bei Wanderern beliebte Drachenschlucht bei Eisenach ist wegen Windwurf nach dem Sturm Sabine gesperrt. Etwa 30 Bäume hat der Orkan in diesem Bereich umgelegt.

Die bei Wanderern beliebte Drachenschlucht bei Eisenach ist wegen Windwurf nach dem Sturm Sabine gesperrt. Etwa 30 Bäume hat der Orkan in diesem Bereich umgelegt.

Foto: Peter Rossbach

Man sieht es schon, bevor man die eigentliche Drachenschlucht betritt: Ein mächtiger Baum liegt, nicht abgeknickt, sondern samt Wurzel umgerissen. Der hat sich glücklicherweise nicht über den Weg gelegt, sondern erst einmal weniger störend oder gefährlich an die Seite. Nur wenige Meter weiter die Schlucht hinauf sieht das schon anders aus. „Es ist gefährlich“, sagt Stefan Wichmann, zuständiger Förster des Wartburg-Reviers.

Und wegen dieser Gefahr ist die Schlucht seit Dienstag gesperrt. Von unten kommen Wanderer noch durch die erste Klamm, die erste spektakuläre Engstelle des beliebten Wanderweges, danach ist aber Schluss. Nach rund 600 Metern heißt es für Besucher umkehren. Bis hoch zur Hohen Sonne geht es nicht. Zu gefährlich.

30 oder 40 Bäume hat Sturm „Sabine“ im Bereich des oberen Teiles der Schlucht nicht nur umgelegt, sondern so umgeworfen, dass sie auf den Weg ragen oder den Weg gleich überspannen. Einige haben sich dabei derart verhakt, dass Waldarbeiter Tobias Rommel mit seiner Kettensäge sehr vorsichtig hantieren muss, weil sich da enorme Spannung aufgebaut hat. Und oben drüber hängen noch einige Bäume, deren Neigung verrät, dass sie auch bald hinterher fallen könnten, und viele Äste in unterschiedlichen Dicken, die beim nächsten Windstoß zu Boden zu fallen drohen.

Rommel hat am Mittwoch gemeinsam mit ABS-Mitarbeitern begonnen die Gefahrenstellen zu beräumen. Am Donnerstag kommen dann weitere Helfer des Reviers dazu. Dann, so Revierförster Wichmann, will man auch Seilwinden einsetzen, um die Bäume von oben aus der Schlucht herauszuziehen. Die Enge der Schlucht macht das Arbeiten nicht leicht. Und zunächst waren die Arbeiter damit beschäftigt, die Wege freizuschneiden, damit man an diese Engstellen überhaupt von oben herankommen kann.

Schon deswegen war die Sperrung unumgänglich. „Wir brauchen hier einfach Ruhe zum Arbeiten und können da nicht noch auf Wanderer aufpassen“. Wichmann bittet daher, die Absperrung zu beachten:„Sollte es trotz Sperrung in der Schlucht zu einem Unfall kommen, bringt man als Spaziergänger auch die Rettungskräfte unnötig in Gefahr.“

Esche, Ahorn und andere Laubbäume gehören zu den Opfern des Orkansturms. Der aufgeweichte Boden tut sein übriges dazu, vor allem dort wo am felsigen Untergrund ohnehin kaum Erde über den Steinen den Wurzeln Halt geben könnte. Daher gibt es auch kaum Windbruch, sondern fast ausnahmslos Windwurf, die Bäume wurden nicht abgebrochen, sondern komplett umgeworfen. Und dabei ist die Region noch glimpflich davon gekommen. Schließlich erreichten die Sturmböen ähnliche Geschwindigkeiten wie einst bei „Kyrill“. Da sind die hundert Festmeter an Windwurf eigentlich kaum der Rede wert.

Das hat allerdings einen weniger guten Grund. „Wo kein Baum mehr steht, kann auch keiner mehr umfallen“, sagt Wichmann. Rund 90 Prozent der dort einst vorhandenen Fichtenbestände sind in den vergangenen zwei Jahren bereits durch Trockenheit, Borkenkäfer und vorhergehende Stürme gefallen. Jede Menge Holzstapel am Wegesrand zeugen davon. Oder sie sind bereits so abgestorben und dürr, dass sie dem Wind keine Angriffsfläche mehr bieten. Dadurch bieten diese Bäume aber eben auch keinen Schutz mehr für die Laubbäume, die noch stehen.

Die Arbeiter werden noch mehrere Tage brauchen, bevor die Schlucht wieder geöffnet werden kann. „Hier geht die Sicherheit unserer Mitarbeiter vor Geschwindigkeit“, so Wichmann. Und für Sonntag sind ja schon die nächsten stärkeren Winde vorhergesagt.