Teamarbeit zwischen Bauhof und Naturschützern vorbildlich

Dankmarshausen.  Mehrere neue Storchenhorste wurden und werden im Raum Werra-Suhl-Tal installiert oder aufgebessert.

Die Bauhofmitarbeiter Michael Mey und Holger Ebenau in luftiger Höhe bei der fachmännischen Montage des neuen Storchenhorstes auf dem Mast am langen Wehr nahe des Werraufers.

Die Bauhofmitarbeiter Michael Mey und Holger Ebenau in luftiger Höhe bei der fachmännischen Montage des neuen Storchenhorstes auf dem Mast am langen Wehr nahe des Werraufers.

Foto: Klaus Fink

Kürzlich installierten Mitarbeiter des Bauhofes der Stadt Werra-Suhl-Tal und Mitglieder des Vereins für Naturschutz und Landschaftspflege Dankmarshausen um den Vorsitzenden Erich Spangenberg in Dankmarshausen „Am Langen Wehr“ einen neuen Storchenhorst. Diesen montierten Michael Mey und Holger Ebenau fachmännisch und sicher auf einen etwa zehn Meter hohen Mast, der vor sechs Jahren dort aufgestellt worden war und schon mal ein Nest getragen hatte.

Die Neuinstallation war notwendig geworden, weil das bisherige Nest zerstört und „abgestürzt“ war, nachdem zuvor laut Beobachtungen Einheimischer mehrere Storchenpaare darum konkurrierten und Unwetter das Übrige taten. Für die Montage in luftiger Höhe von einer Hebebühne aus brauchten die beiden Bauhofmitarbeiter eine knappe Stunde, wonach der Horst fest und gut präpariert auf seinem Platz saß.

Hoffnung, dass neue Nester gut angenommen werden

Der neue Horst am idyllisch gelegenen langen Wehr nahe des Werraufers ist einer von drei neuen Horsten, an deren Fertigung mit eigenem Know-how neben Erich Spangenberg die Vereinsmitglieder Hartmut Otto, Edmund Keßler und Wolfram Doll beteiligt waren. Doll hatte in zurückliegender Zeit auch mehrere Insektenhotels gebastelt, die zum Beispiel am Grünen Band, am Rhäden und in der Außenanlage der Kita Rübenzwerge installiert wurden.

In den nächsten Tagen sollen die beiden anderen neuen Horste noch am Rhäden-Wanderparkplatz „Drei Birken“ und am Grünen Band in Richtung Berka angebracht werden. Erich Spangenberg lobt die hervorragende Zusammenarbeit zwischen seinem Naturschutzverein und dem Bauhof der Stadt Werra-Suhl-Tal, die nicht hoch genug wertzuschätzen sei. Michael Mey ergänzt: „Überhaupt arbeiten die hiesigen Vereine mit uns gut zusammen.“ Nun hoffen alle an der erfolgreichen Installation Beteiligten, dass der neue Horst am langen Wehr und auch die anderen Horste im Gebiet gut angenommen werden, ohne dass es zu Streitigkeiten zwischen den Adebars kommen muss.

Das Jahr 2020 sei indes unterm Strich kein gutes Storchenjahr gewesen: Erich Spangenberg berichtet, dass aufgrund der ungünstigen Witterungsverhältnisse und des daraus resultierenden mangelhaften Nahrungsangebotes mitunter Jungstörche regelrecht verhungert seien, so zum Beispiel drei am „Kuhstall“, die leblos von den Altstörchen aus dem Nest geworfen wurden. Weitere Totfunde habe es in der Brauerei Berka gegeben. Am Bahndamm schlüpfte im Frühling erstmals in der Ortslage Dankmarshausen ein Jungstorch, der aber ebenso wie vier weitere Jungstörche am Grünen Band coronabedingt nicht beringt werden konnte. Man befürchtet, dass auch diese Küken nicht überlebt haben.

Auch in Herda wurde ein Storchenhorst unweit des Sportplatzes unlängst von Naturfreunden um Dieter Gliem und Sebastian Sturm modernisiert und in größere Höhe gehoben. Der 2017 auf Initiative von Werner Bäumler errichtete Storchenhorst war in 8,70 Meter Höhe angelegt worden, was sich als zu niedrig erwies. Die Nestanlage samt Betonfundament erhielt eine Frischzellenkur. Nun befindet sich der Horst in elf Metern Höhe, was die Hoffnung der Initiatoren nährt, dass der Platz im nächsten Jahr zur Brut besetzt wird.

Am Ortsausgang Richtung Gerstungen gibt es in Herda einen zweiten Horst. Auf diesem hat ein Storchenpaar in diesem Jahr gebrütet.