Torklau bleibt unbestraft: Waltershausen gewinnt Abstiegskrimi

Gospenroda  Fußball-Landesklasse: Beim verdienten 2:0 der Koch-Elf in Gospenroda unterläuft Martin Fehringer ein kurioses Missgeschick

Getümmel im Gospenrodaer Strafraum: Torwart Björn Rinn klärt den Ball energisch. Am Ende hat aber Waltershausen die Nase vorn.

Getümmel im Gospenrodaer Strafraum: Torwart Björn Rinn klärt den Ball energisch. Am Ende hat aber Waltershausen die Nase vorn.

Foto: Frank Arnold

Es ist die 63. Minute, als im Gospenrodaer Waldstadion kurioses passiert. Nach einem Freistoß vom Waltershäuser Dat Le Duc lässt Torwart Björn Rinn den Ball genau vor die Füße von Julian Fröhlich prallen. Der aufgerückte Innenverteidiger, mit einem starken Spiel über die gesamten 90 Minuten, nimmt das Geschenk an und schiebt den Ball aus Nahdistanz auf das Tor.

Das 2:0 ist greifbar, doch hat Angreifer Martin Fehringer einen gedanklichen Aussetzer. Obwohl er sich im Abseits befindet, schießt er den Ball aus einem halben Meter ins Tor. Kurzer Jubel, doch schon eine Millisekunde später begreift der Stürmer, welches Malheur ihm da passiert ist. Einen sicheren Treffer des Mitspielers geklaut, dann noch die Entscheidung vertagt – das passiert auch nicht alle Tage.

Nach Spielende darf Fehringer wie das gesamte Team des FSV Waltershausen tief durchatmen. Weil Jannes Fittje in der 87. Minute eine der zig klaren Chancen endlich zur Entscheidung nutzt – er profitiert dabei von einer kurzen gedanklichen Abwesenheit von Johannes Scheuch – müssen die Gäste nicht bis zum Schluss zittern. Der erste Saisonsieg ist sicher. Ausgerechnet im so wichtigen Sechs-Punkte-Spiel beim Aufsteiger aus Gospenroda, der zuletzt mit guten Auftritten auf sich aufmerksam machte.

Umso gelöster zeigen sich die Spieler und Verantwortlichen der Grün-Weißen. „Es fällt ein Stein vom Herzen. Endlich der erste Saisonsieg. Ich hatte bis zum Ende immer Angst, dass einer mal durchrutscht. Dabei haben wir so gut gegen den Ball gearbeitet“, freut sich Trainer Stefan Koch, zumal seine Kicker zum ersten Mal kein Gegentor kassiert.

Gegenüber Patrick Lorenz zeigt sich derweil als fairer Verlierer. „Der Waltershäuser Sieg war hochverdient. Wir haben gerade in der ersten Halbzeit überhaupt keinen Zugriff auf das Spiel bekommen. Ich dachte immer, wir sind ein Mann weniger auf dem Feld.“

Im Duell der beiden Kellerteams der Landesklasse bestimmt Waltershausen von Beginn an die Szenerie. Die ohne sechs Stammspieler angetretenen Gospenrodaer verlegen sich auf das Verteidigen, kommen mitunter kaum über die Mittellinie. Doch zur Pause steht es immer noch 0:0, weil die Gäste ihre klaren Chancen nicht im Tor unterbringen.

Im zweiten Durchgang zeichnet sich ein ähnliches Bild. Waltershausen kontrolliert das Geschehen, lässt aber beste Möglichkeiten aus. Erst in der 61. Minute ist der Bann gebrochen. Till Schuchardt bedient Fehringer, der zum überfälligen 0:1 ins lange Eck verwandelt. Doch weil dem Torschützen kurz darauf das Missgeschick passiert, müssen die Grün-Weißen trotz aller Überlegenheit um den verdienten Sieg zittern. Gerade in den letzten Minuten traut sich Gospenroda aus der Defensive heraus und wagt zaghaft den Gang nach vorne. Dies hätte durch Hohmann auch fast geklappt, doch spitzelt der eine Eingabe über das Tor. Ansonsten bleiben die Angriffsbemühungen der SG übersichtlich, im Gegensatz zu Fittje und Co., die mehr an sich als an Rinn scheitern. Erst als der Blondschopf das 2:0 erzielt, fällt die Anspannung ab. „Das ist schon noch ein Krampf bei uns. Wir machen in den entscheidenden Situationen den Kopf nicht hoch“, sagte Koch, der dennoch zufrieden ist.

Ihn und Lorenz eint, dass die Pause am nächsten Wochenende gelegen kommt. „Wir können uns nun in Ruhe auf Wacker Gotha vorbereiten, obwohl ich lieber einen leichteren Gegner als nächsten Kontrahenten gehabt hätte“, meint Koch. Lorenz hofft, „dass nach der Pause einige Leute zurückkommen. Wir laufen personell auf dem Zahnfleisch. Wenn alle da sind, können wir mithalten.“

Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.