Treffurt nimmt Kredit für Gerätehaus auf

Treffurt  Günter Oßwald: „Ich verstehe nicht, warum das Land ein solches Bauvorhaben nicht besser fördert.“ Stadtrat beschließt Nachtragshaushalt

Mit dem Nachtragshaushalt ist zur Sitzung des Stadtrats am Montag erstmals ein gemeinsamer Haushalt mit Ifta vorgelegt und einstimmig beschlossen worden. Ifta ist als neuer Stadtteil dazu gekommen.

Günter Oßwald (Bürger für Bürger), Markus Rippel (CDU) und Rüdiger Schwanz (FDP) dankten der Stadtverwaltung: Im laufenden Geschäftsjahr gleich zwei Haushalte aufzustellen, verdiene großen Respekt. Bürgermeister Michael Reinz (parteilos) sprach von einem „Ultramarathon“. Verwaltungs- und Vermögenshaushalt sind deutlich angewachsen, das Gesamtvolumen des Haushalts beträgt jetzt 17,4 Millionen Euro.

Ifta hatte zwei Kredite mit in die Ehe gebracht. Das entsprach Schulden von 67,76 Euro pro Einwohner. Treffurt hatte gar keine Schulden. Doch jetzt soll ein Darlehen aufgenommen werden, um ein neues Feuerwehrgerätehaus zu bauen. Die Gesamtkosten betragen rund zwei Millionen Euro. In einem ersten Schritt ist eine Million Euro im Haushalt eingeplant, einschließlich eines neuen Kredits in Höhe von 315.000 Euro. Der Schuldenstand wird damit Ende des Jahres 52,04 Euro pro Einwohner betragen. Das ist weniger, als Ifta allein hatte, weil sich die Lasten jetzt auf mehr Einwohner – 6152 – verteilen. Außerdem soll ein Darlehen aus Iftas Zeit als selbstständige Gemeinde zurückgezahlt werden.

Ausgaben für Spielplatz, Straße und Stützmauer

Oßwald betonte die Wichtigkeit der Investition für die Feuerwehr, kann aber nicht verstehen, warum das Land den Bau eines Gerätehauses nicht besser fördert. Schließlich sei die Feuerwehr eine „hoheitliche Aufgabe“, mit der die Kommunen aber „allein gelassen“ würden. Reinz informierte über Gespräche mit dem zuständigen Staatssekretär, doch es bleibe bei rund 25 Prozent, die das Land übernimmt. „Für jedes Dorfgemeinschaftshaus würde ich mehr Förderung erhalten“, verdeutlichte der Bürgermeister.

Rippel wünschte sich genauere Informationen zu den Planungen und Kosten: „Es kursieren wilde Gerüchte in Treffurt“. Zur nächsten Sitzung des Stadtrats am 2. September, so versprach Reinz, werde man die Planerin für das Gerätehaus einladen und Auskunft geben. Vorher gäbe es noch einen Termin mit Vertretern der Freiwilligen Feuerwehren.

Im Nachtragshaushalt steht beispielsweise die Anschaffung eines neuen Pkw für die Stadtverwaltung. Die evangelischen Kirchgemeinde Schnellmannshausen erhält einen Zuschuss, um das Dach der Kirche decken zu können. Der Spielplatz in Ifta soll erneuert werden, ebenso das Dach des Lagergebäudes auf dem Sportplatz in Ifta. Eine Beschilderung erhält der als „top“ eingestufte Wanderweg Normannstein. Im neuen Wohngebiet „Am Stellhaus“ wird die Erschließung teurer. Der Abriss der alten Kaserne in Schnellmannshausen kostet mehr, ebenso die Sanierung der Stützmauer am Stiftsgebäude in Großburschla und auch der Umbau des Rathauses am Markt. Gleichzeitig steigen in diesen Fällen die Einnahmen. 25.000 Euro erhält Treffurt auch aus dem Bundeswettbewerb zum Denkmal „Hessischer Hof“.

Weiteres Beispiele für Investitionen: Die Werrastraße in Großburschla wird fertiggestellt. Dort reichen die gebildeten Haushaltsreste nicht aus. Das gilt auch für die Stützmauer „Zum Heldrastein“.

Auf den Friedhöfen in Großburschla, Treffurt und Ifta sollen die Grabfelder erweitert werden. Rippel merkte an, es lieber gesehen zu haben, wenn die Kalkulation neuer Friedhofsgebühren im Rathaus erledigt worden wäre. Reinz sagte, dass man sich wegen des „Blicks von außen“ auf eine externe Vergabe der Leistung verständigt habe.

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