Unternehmer: Wartburgregion bei e-Mobilität an Thüringer Spitze

Krauthausen  Unternehmertag der Wartburgregion. Große Herausforderungen warten auf die Wirtschaftsregion rund um die Wartburg

Beim Unternehmertagdiskutierten im Podium (von links) Frank Hansen (BMW), Christian Hirte (CDU)/Ostbeauftragter der Bundesregierung). Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), Moderatorin Ute Zacharias, Denny Jahn (Schuleiter Gymnasium Ruhla), Horst Schauerte (Geschäftsführer Wartburgmobil) und Unternehmer Sven Lindig. Foto: Peter Rossbach

Foto: Peter Rossbach

Herausforderungen gibt es genug. aber derzeit noch kein klares Bild, was die Zukunft da tatsächlich für die Wirtschaft, für die Unternehmen, aber auch für die Arbeitnehmer und die Region bereit halten wird. Und doch gibt es Optimismus, dass die Wartburgregion auch diese Herausforderungen meistern und ihren so positiven Weg fortsetzen kann. Dazu müssen aber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sich gleichermaßen auf den Weg machen. Das ist das Fazit des 21. Unternehmertages der Wartburgregion, der gestern in Krauthausen unter dem Motto „Umbruchzeiten: Perspektiven für Unternehmen und Region“ stand.

Immer globaler werdender Wettbewerb, Digitalisierung und Klimaschutz nannte Festredner Alois Riehl als die derzeit großen Herausforderungen, die mit Fachkräftemangel und demografischem Wandel zusammenprallten. Dies ergänzte Eisenachs Obermeisterin Katja Wolf (Linke) noch um die Herausforderung, die der Erhalt des gesellschaftlichen Zusammenhalts mit sich bringe.

Landrat Reinhard Krebs (CDU) erinnerte daran, dass man in den vergangenen 30 Jahren viele Umbrüche erlebt und gestaltet habe. Vielfach seien da wichtige Impulse und die richtigen Antworten auf die gestellten Fragen aus den Reihen der Unternehmer gekommen. Das Ergebnis sei, dass die Wartburgregion die Nummer eins in Thüringen als Wirtschaftsregion sei.

Elementare Säule der Gesellschaft

Für Wolf stehen die Unternehmer als „elementare Säule unserer Gesellschaft“ auch in einer besonderen Verantwortung. Es gebe keine gesellschaftliche Gruppe, der so viel Vertrauen entgegengebracht werde. Da sei in den jetzigen doch auch unsicheren Zeiten es wichtig, mit einander zu sprechen und sich auszutauschen.

Festredner Riehl war es wichtig, sich bei der Lösung der Probleme auf den Boden der sozialen Marktwirtschaft und derer Prinzipien zu verlassen. Diese Balance aus unternehmerischer Freiheit und sozialem Ausgleich, aus Eigenverantwortung und Regulierung sei der Schlüssel zum Erfolg. Und da sieht Riehl nicht nur einen Juso-Chef Kühnert mit Enteignungsfantasien, sondern auch einen Wirtschaftsminister Altmaier (CDU) mit der Bevorzugung großer Unternehmen auf dem falschen Weg. Beides stelle einen Angriff auf die unternehmerische Freiheit dar, der am Ende die Bürger teuer zu stehen komme.

Unternehmer Felix Fischer stellte die neu gestaltete Internetseite „Karriereheimat 2.0“ vor, mit der ein Serviceangebot für Firmen und Arbeitnehmer geschaffen werde, um junge Menschen in der Region zu halten und deren Rückkehr in die Region zu organisieren. Dort sind Stellenangebote von regionalen Unternehmen zu finden.

In der Podiumsdiskussion stellten sich dann Frank Hansen (BMW), Christian Hirte (CDU)/Ostbeauftragter der Bundesregierung). Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), Denny Jahn (Schuleiter Gymnasium Ruhla), Horst Schauerte (Geschäftsführer Wartburgmobil) und Unternehmer Sven Lindig den Fragen der Moderatorin Ute Zacharias. Ein wenig litt die Diskussion allerdings unter der Themenfülle, die man sich da vorgenommen hatte. Digitalisierung, neue Antriebsformen für Autos, Fachkräftemangel, e-Mobilität und Bildung sind alles Themen, für die man sich allein jeweils 1,5 Stunden an Debatte Zeit nehmen kann.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass man sich nicht nur auf E-Mobilität bei der Frage des Antriebes der Zukunft stürzen solle. „Der Diesel ist weiterhin hervorragend, da müssen wir bei der Filtertechnik besser werden“, so Wirtschaftsminister Tiefensee. Schulleiter Denny Jahn verwies in der Frage auch darauf, dass es dabei auf internationale Nachhaltigkeit ankomme. „Wir dürfen uns unser gutes ökologisches Gewissen nicht von Menschen aus anderen Ländern mit dortiger Kinderarbeit oder extremen ökologischen Folgen bezahlen lassen.“

Gerade für die Zulieferunternehmen in der Region werde es wichtig sein, sich zweite Standbeine der Produktion zu schaffen. Ein solches zweites Standbein konnte schon Sven Lindig präsentieren, der eine Luftfahrtgruppe aufgebaut und mittlerweile schon 2000 Flieger produziert hat. Das neueste Projekt ist der Senkrechtstarter, den er als Model schon mal mitgebracht hatte.

Insgesamt aber „müssen wir das Thema e-Mobilität gemeinsam zum Fliegen bringen“, sagt Franz Hansen, der bei BMW für urbane Mobilität zuständig ist. Dabei gelte es, regionale Allianzen zu schmieden, neue Formen von Mobilität aufzubauen, wobei es aber auch um die Veränderung bei der individuellen Mobilität gehen. Dass die Wartburgregion dabei sei, Leitregion für E-Mobilität in Thüringen werden zu wollen, sei da ein hervorragender erster Schritt.

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