Unterstützung für Menschen, die Dorfleben lebendig machen

Untersuhl  Vereine erhalten finanzielle Unterstützung – für Laientheater, Mauerfallfeier und wiederverwendbare Teller.

Udo Schilling (von links), Juliane Kerst, Rolf Ries und Joachim Preß überreichten an der Rundkirche die Schecks an die Vereinsvertreter.

Udo Schilling (von links), Juliane Kerst, Rolf Ries und Joachim Preß überreichten an der Rundkirche die Schecks an die Vereinsvertreter.

Foto: Norman Meißner

„Die dörfliche Gemeinschaft ist ohne ihr ehrenamtliches Engagement kaum denkbar – ohne sie würde es einen solchen Zusammenhalt nicht geben“, blickt Rolf Ries, Vorsitzender der Sparkassenstiftung, dankend in die Augen von Vertretern aus zehn Vereinen aus dem Wartburgkreis. Am Freitagabend versammelten sich diese Sieger an der Rundkirche in Untersuhl. Die Sparkassenstiftung und die Regionale Arbeitgruppe (RAG) zum Leader-Programm der Europäischen Union RAG hatten den Wettbewerb ausgelobt.

Die seltene Rundkirche ist Schauplatz für die Aufführung der sozialkritischen Milieustudie „Der Biberpelz“ nach Ger­hart Hauptmann, mit der die Theatergruppe Gerstungen im kommenden Jahr an drei Juliwochenenden möglichst viele Zuschauer locken möchte.

Die Jury entschied sich aus 22 Anträgen für zehn Vereine, die für ihre Projekte jeweils eine 500-Euro-Unterstützung erhalten. „Wir wollen diejenigen fördern, die das Miteinander und die Lebensqualität in Dörfern im besonderen Maß unterstützen und stärken“, betonte RAG-Vorsitzender Udo Schilling.

Schönau feiert Jubiläum „30 Jahre Mauerfall“

Die Theatergruppe Gerstungen, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen mit dem Shakespeare-Klassiker „Hamlet“ beging und mit einem Maskenball im Herbst nachfeiern möchte, investiert die 500 Euro, so Vereinsvorsitzende Jana Freiberg, in Material für die drei Bühnenbilder sowie für Kostüme. „Es wird ein sehr modernes Stück – es spielt ursprünglich in der Zeit des Septennatskampfes, aber wir holen es in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg“, erzählt Regisseurin Katharina Straßburg.

„Ich bin stellvertretend für alle Schönauer Vereine da“, betont Christina Reißig von den Schönauer Backfrauen. Die Vereine möchten gemeinsam das Jubiläum „30 Jahre Mauerfall“ am 9. November begehen. Geplant ist eine Wanderung zum alten Friedhof an der Schönauer Trift, wo ein Baum gepflanzt und eine Sitzgruppe eingeweiht werden soll. Mit einer Friedens-Lichterkette kehren die Teilnehmer zum Museumshof und zum Festkonzert in der Kirche zurück. Mit Klängen der „Fuldaer Musikanten“ klingt der Erinnerungstag an den Mauerfall am Lagerfeuer aus. – Das ehrenamtliche und gemeinschaftliche Engagement möchten die Juroren nachhaltig fördern. „Für solche kleinen Projekte ist der Antragsprozess auf Leader-Förderung der EU viel zu kompliziert“, freut sich Udo Schilling über das Engagement der Sparkassenstiftung.

Kuchenbäcker im Roten Würfel

Der Jugendclub „Red Cube“ in Seebach, den die Gemeinde selbst betreibt, besteht seit zwei Jahren. Grund genug, um am Weltkindertag ein großes „Fest der Kulturen“ mit Tanz- und Sport-Vorführungen, Bewegungsspielen und Länder-Präsentationen zu feiern. „Die Gemeinde bezahlt Lohn- und Betriebskosten, aber wenn die Kinder und Jugendlichen Geld für eigene Projekte benötigen, sind sie ganz schön einfallsreich“, sagt Clubchefin Steffi Weihrauch. So backen sie beispielsweise regelmäßig für die Senioren im Ort Kuchen.

Der noch recht junge Heimat- und Kulturverein Etterwinden möchte den Spendenbetrag für die Sonderausstellung „777 Jahre Etterwinden“ verwenden. „Keiner hatte mitbekommen, dass Etterwinden vor zwei Jahren ein rundes Jubiläum hatte“, sagt Vereinsvorsitzende Heike Rudloff-Patz. In gemeinsamen Anstrengungen des Vereins, weiteren Vereinen des Dorfes sowie der Gemeinde Moorgrund und vielen Etterwindener Bürgern gelang der Umbau des großen Klassenraums in der Alten Schule zu einer Begegnungsstätte mit besonders großem Wohlfühlcharakter.

Geschirr und Besteck ersetzen Plastik

Der Förderverein „Barchfelder Schlösser“ möchte mit Unterstützung des örtlichen Heimat- und Geschichtsvereins zahlreiche Informationstafeln aufstellen, um die Nutzer des Werratalweges auf die touristischen Perlen in Barchfeld und Immelborn hinzuweisen.

Der Natur- und Heimatverein Frauensee treibt die begonnene Vermeidung von Plastikmüll weiter voran. Essbesteck und Geschirr ersetzen zukünftig für Feste am Haus der Vereine Plastebecher, Pappteller und Plastikbesteck. „Der Heimatverein Kohlbachtal möchte einen Dorfplatz in Zitters – dem letzten Zipfel im Wartburgkreis – gestalten“, informiert Udo Schilling stellvertretend. Nachdem der FSV Blau-Weiß Völkershausen sich mit erheblichem, ehrenamtlichen Einsatz ein neues Sportlerheim schuf, soll das alte Gebäude nun in gemeinsamen Arbeitseinsätzen zu einem gemütlichen Treffpunkt für alle Vereine des Ortes werden.

Aus Anlass der Ausrichtung des Kreiserntedankfestes im Oktober möchte die Kirchgemeinde Kieselbach mit dem Betrag Material kaufen, um einen Außenbereichsraum zu schaffen. „In zwei Jahren wird unsere Kirche 500 Jahre“, weiß Regina Tittmar, dass der Raum auch in Zukunft Treffpunkt des fröhlichen Beisammenseins ist. Der Feuerwehrverein Empfertshausen benötigt das Geld für Material, um mit der Jugendfeuerwehr eine Sitzraufe zu bauen.

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