Von Marathon nach Athen

Treffurt/Athen.  Zwei Brüder aus Treffurt und Faulungen sind Langstreckenläufer. In Griechenland rennen sie auf einer legendären Strecke 42,195 Kilometer.

Im Ziel mit den Medaillen: Andreas Montag (links) und Holger Montag. Etwa 16.000 weitere Sportler begaben sich auf die Strecke.

Im Ziel mit den Medaillen: Andreas Montag (links) und Holger Montag. Etwa 16.000 weitere Sportler begaben sich auf die Strecke.

Foto: Heidi Zengerling

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Ein Urlaub auf den Kanaren hatte Andreas Montag aus Treffurt vor etwa 20 Jahren zum Laufsport gebracht. Das Fahrrad war zu Haus in Deutschland, etwas für die Fitness aber wollte er während des Inselaufenthaltes tun. So entschied sich der Zahnarzt zu joggen. Es machte Spaß, und so lief er weiter – auch nach seiner Rückkehr. Dass daraus einmal ein solches Lauf-Erlebnis werden würde, hätte er damals nicht gedacht.

Sein Bruder Holger war in den Jahren 1984 bis 1990 Leistungssportler an der Sportschule Oberhof gewesen. Regelmäßiges Trainieren gehört zu seinem Alltag. Seit 2004 üben die gebürtigen Heyeröder den Laufsport als Ausgleich zur Arbeit in Büro und Praxis nun gemeinsam aus.

Die Streckenwurden immer länger

Die Strecken wurden mit den Jahren länger und anspruchsvoller. In der Regel trainieren sie ein- bis zweimal wöchentlich zwischen 8 bis 20 Kilometer. In Vorbereitung auf ein Event steigert sich das Pensum auf wöchentlich drei bis vier Läufe bei einer Gesamtdistanz von 50 bis 70 Kilometer.

Vom Stadtlaufzur Laufgruppe

Der Treffurter Stadtlauf im Jahr 2004, der zur 900-Jahrfeier veranstaltet wurde, war das erste gemeinsame Laufevent. Ab diesem Zeitpunkt verabredeten sich auch Andreas Montag und Wolfgang Pohl zu gemeinsamen Trainingsläufen. Weitere Läufer schlossen sich ihnen an. Die Laufgruppe Treffurt bildete sich.

Holger Montag, Ortschaftsbürgermeister in Faulungen, ist im örtlichen Sportverein organisiert. Zur lieb gewonnenen Tradition ist mittlerweile der Rennsteiglauf geworden. 2005 war es der Halbmarathon, den die Brüder unter ihre Laufschuhe nahmen, es folgte 2007 der Marathon. Seit mittlerweile 14 Jahren sind sie jährlich beim Rennsteigstaffellauf dabei. An den Brückenlauf 2006 anlässlich der Einweihung der Autobahn 71 denkt Andreas Montag als Vorbereitung auf seinen ersten Marathon in Dresden gern zurück.

Ein großer Traumgeht in Erfüllung

Vor wenigen Wochen erfüllten sich die beiden Sportler einen großen Traum. Sie begaben sich auf die historische Marathonstrecke von Marathon nach Athen in Griechenland – der größten Laufveranstaltung in Südosteuropa mit 16.000 Zieleinläufern. Der Lauf findet in seiner heutigen Form seit 1983 im Gedenken an den Leichtathleten, Arzt und Politiker Grigoris Lambrakis statt und wird vom griechischen Leichtathletikverband SEGAS organisiert.

Anlässlich der Olympischen Spiele 1896 fand der erste Marathonlauf der Neuzeit in Erinnerung an die Legende vom Botenläufer Pheidippides statt, der nach der Schlacht 490 vor Christus der Legende nach von Marathon nach Athen gelaufen sein und nach Verkündung des Sieges tot zusammengebrochen sein soll. Damals noch 40 Kilometer, wurde die Distanz 1921 vom Internationalen Leichtathletikverband auf 42,195 Kilometer erweitert.

Der Ursprungaller Marathon-Läufe

Für Andreas Montag war die Teilnahme ein Geburtstagsgeschenk der Familie. Bruder Holger ließ es sich nicht nehmen, ihn zu begleiten. „Da es der Ursprung aller Marathons ist, war es schon länger ein Traum, diesen besonderen Lauf zu bestreiten“, erinnert sich Andreas.

Und so reisten sie nach Athen. „Am Tag vor dem Lauf besuchten wir die Akropolis, die beeindruckend über der Stadt thront. Das Marathonmuseum in Marathon und das Startgelände unseres Laufes wurden außerdem erkundet.“

50 Starter aus Deutschland gehörten zur Reisegruppe, der sich die Montags angeschlossen hatten. Insgesamt waren Läufer aus 106 Nationen am Start.

Die Strecke führt auf asphaltierten Straßen zunächst zum Grabhügel zu Ehren der Schlacht, um dann über einen welligen Kurs in Richtung des altehrwürdigen Panathinaikos-Stadions zu gelangen. Insgesamt gestaltet sie sich hügelig und anspruchsvoll. Im Vorfeld hatten sich die Brüder abgesprochen, über die gesamte Distanz gemeinsam zu laufen. Die Atmosphäre beim Zieleinlauf wird den passionierten Langstreckenläufern unvergesslich in Erinnerung bleiben.

Der nächsteTraum wartet schon

Und da war dann auch die nächste Idee geboren: Der Médoc-Marathon in Frankreich soll der nächste große Lauf sein.

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