Wasserverband darf weiterhin kein Geld leihen

Stedtfeld.  Die Wahl eines neuen Vorsitzenden im Trink- und Abwasserverband wird auf Bitte Eisenachs ins nächste Jahr verschoben.

Die Kläranlage des Trink- und Abwasserverbands Eisenach-Erbstromtal in der Creuzburg. In den Kläranlagen des Verbands fallen jeden Tag 20 Tonnen Klärschlamm an, der entsorgt werden muss.

Die Kläranlage des Trink- und Abwasserverbands Eisenach-Erbstromtal in der Creuzburg. In den Kläranlagen des Verbands fallen jeden Tag 20 Tonnen Klärschlamm an, der entsorgt werden muss.

Foto: Norman Meißner

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Die Suche nach einem neuen Vorsitzenden des Trink- und Abwasserverbands (TAV) lässt auf sich warten. Auf Antrag von Eisenachs Beigeordnetem Ingo Wachtmeister (SPD) entschieden sich die Mitglieder, die geplante Vorsitzendenwahl von der Tagesordnung zu nehmen und in die nächste Versammlung zu verschieben. Das für die Versammlung typische, meist einheitliche Abstimmungsverhalten gab es diesmal nicht, denn Creuzburg, Krauthausen und Treffurt signalisierten ihren Unmut mit Stimmenthaltungen.

Wachtmeister begründete seinen Antrag in der TAV-Versammlung am Montagabend mit dem Hinweis auf die Stadtratssitzung am Dienstagabend, in der es zur Nachfolge des bisherigen Verbandsvorsitzenden Bernhard Bischof aus Hörselberg-Hainich eine entsprechende Antragstellung gebe. „Es gibt dabei Anweisungen an Eisenachs Verbandsräte“, sagte Wachtmeister. Die Zeit dränge nicht. Bischof werde den Verbandsvorsitz noch einige Zeit nach Beginn seines Ruhestands im Februar nächsten Jahres fortführen.

Fürs laufende Haushaltsjahr machte sich ein erster Nachtrag erforderlich. Hintergrund ist unter anderem, dass 2018 nicht alle Baumaßnahmen abgeschlossen werden konnten. So müssen beispielsweise 2,79 Millionen Euro im Bereich Abwasser von 2018 auf das Jahr 2019 übertragen werden. Das Anlagevermögen habe einen großen Sprung nach oben gemacht, aufgrund der Fertigstellung mehrerer Baumaßnahmen.

Um Finanzen drehte sich auch der nächste Tagesordnungspunkt. Einstimmig passierten jeweils der Haushalt für 2020 und der Wirtschaftsplan die Versammlung. Das Zahlenwerk weiche in den Eckpunkten unwesentlich vom 2019er Haushalt ab. Man gehe von einem stabilen Wasserverbrauch im nächsten Jahr aus, der Einnahmen von 8,4 Millionen Euro in die TAV-Kasse spüle.

Einziges Ärgernis seien die Strompreise. Auch beim günstigsten Anbieter komme es zur Preissteigerung zwischen 48 und 50 Prozent. Für den Strombezug rechnet der TAV mit Mehrkosten von 260.000 Euro.

Nach Vermögensplan sind nächstes Jahr 2,26 Millionen Euro für Tilgungen beim Trinkwasser vorgesehen. An zwei Kredite macht der Verband einen Haken – sie fallen jedoch nicht sonderlich ins Gewicht.

2020 könne der TAV im Bereich Abwasser 4,36 und im Jahr darauf 5,0 Millionen Euro investieren. Mit den Beträgen komme der TAV nicht wirklich voran. „Unsere Anlagen sind marode, wir müssten mehr investieren – wir versuchen so effektiv wie möglich, unser Geld einzusetzen“, betonte Bischof. Investitionen ließen sich ab 2021 nur noch über Umlagen oder Kredite bewerkstelligen, aber fürs Geldborgen schiebt das Landesverwaltungsamt dem verschuldeten Verband weiter einen Riegel vor.

„Wir wollen bei den Kosten nicht mehr Spielball der Industrie sein“, schnitt Werkleiter Peter Kahlenberg das Thema Klärschlammentsorgung an. Täglich fallen im Verband 20 Tonnen an, deren Entsorgung immer schwieriger und kostspieliger werde. Einstimmig befürworteten die Verbandsmitglieder den Beitritt des TAV zum Thüringer Dachzweckverband Klärschlammentsorgung. Die 26 interessierten Verbände kommen jährlich auf 82.000 Tonnen Schlamm. Dort werde über den Bau einer eigenen Verbrennungsanlage nachgedacht.

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