Zeitreise mit dem Smartphone auf der Wartburg

Eisenach  Zum Weltkindertag wird ein buntes Programm geboten. Kinder können sich außerdem eine Buchseite drucken oder Fabelwesen fotografieren.

Claudia Meißner hat für den Weltkindertag auf der Wartburg viel vorbereitet.

Claudia Meißner hat für den Weltkindertag auf der Wartburg viel vorbereitet.

Foto: Birgit Schellbach

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Die Wartburg hat jetzt eine Museumspädagogin: Claudia Meißner (32) hat in Jena alte und mittelalterliche Geschichte und Erziehungswissenschaften studiert und danach in Bayern gearbeitet. Aber sie wollte gern wieder in ihre Heimat und freut sich, dass sie die von der Thüringer Staatskanzlei geförderte Stelle bekommen hat.

Eine erste Visitenkarte gibt Claudia Meißner zum Weltkindertag am 20. September ab, der in Thüringen ein Feiertag ist. Gemeinsam mit den Kollegen der Wartburg-Stiftung lädt sie „alle Kinder im Alter von 0 bis 99 Jahren“ ein. Stationen sind aufgebaut. An der Station eins am Tugendpfad, neben der Schmiede, die an dem Tag unter Feuer gesetzt ist, können die kleinen und größeren Besucher eine eigene Burg bauen und zwar aus Restmüll wie Eierkartons, Papprollen und Strohhalmen.

An der Station zwei im Gademkeller im zweiten Burghof entsteht unter Anleitung eine Camera obscura – mit Bezug auf die aktuelle Sonderausstellung „Objektiv – Die Wartburg im Spiegel der Fotografien des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts“. In der zweiten Torhalle wird die Station drei eingerichtet. Dort können Mädchen und Jungen auf Detektiv-Tour gehen und in historischen Fotos von der Wartburg suchen, was weggezaubert worden ist. Denn: Die Geschichte des Retuschierens ist so alt wie die der Fotografie, unliebsame oder störende Details wurden entfernt. Mittels Fotobox können außerdem Bilder wie vor 150 Jahren auf der Wartburg geschossen werden.

Zum Abschluss wird die Zugbrücke hochgezogen

Eine historische Druckerpresse steht an der vierten Station. Dort ist es möglich, eine eigene Buchseite zu drucken. Während Motive mit fabelhaften Wesen wie Drachen oder Einhörnern an der Station fünf auf der Wartburg-Schanze zu gestalten sind.

Die Station sechs ermöglicht eine Zeitreise mit dem Smartphone. Auf dem gesamten Burggelände sind QR-Codes versteckt. Nach dem Scannen sind Vergleiche möglich: Was sieht der Besucher heute und was sah er in der Vergangenheit an derselben Stelle. „Wer noch keinen QR-Code-Scanner hat, kann ihn dank kostenlosen Wlan auf der Burg herunterladen“, weist die Museumspädagogin hin. Ihre Aufgabe ist es, kindgerechte Angebote zu den jeweiligen Ausstellungen auf der Burg zu gestalten und Programme für Schulklassen zu entwickeln.

Die Aktionen am Weltkindertag finden von 14 bis 18 Uhr statt und sind kostenlos. An zwei Stationen werden jedoch Materialkosten erhoben. Höhepunkt ist, dass um 18 Uhr die Zugbrücke der Wartburg hochgezogen wird. Das Schauspiel ist nur selten zu erleben.

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