Der Inselsberg-Aussichtsturm wird erst im Dezember eröffnet

Tabarz (Gotha). Lieferschwierigkeiten und Nacharbeiten sind die Gründe für die Verzögerung für die Eröffnung des Aussichtsturms auf dem Inselsberg. Die Entgeltordnung soll überarbeitet werden.

Der Aussichtsturm auf dem Inselsberg sieht zwar von außen fertig aus, doch sind innen noch Restarbeiten zu erledigen. Eröffnet wird er - voraussichtlich - erst Anfang Dezember. Foto: Peter Riecke

Der Aussichtsturm auf dem Inselsberg sieht zwar von außen fertig aus, doch sind innen noch Restarbeiten zu erledigen. Eröffnet wird er - voraussichtlich - erst Anfang Dezember. Foto: Peter Riecke

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Die Eröffnung des Aussichtsturmes auf dem Inselsberg ist erneut verschoben worden. "In Abstimmung mit der Gemeinde Tabarz haben wir uns auf Anfang Dezember als neuen Termin verständigt. Ein genaues Datum steht allerdings noch nicht fest", sagt Jens Pastowski auf Nachfrage unserer Zeitung.

Jens Pastowski ist Projektverantwortlicher beim Regionalverbund Thüringer Wald, in dessen Regie der ehemalige Fernmeldeturm zum Aussichtsturm umgebaut wurde. Dafür wurde das Förderprogramm "Ganzjahresprojekt Rennsteig" genutzt, das 90 Prozent der Kosten trägt.

Eigentümer des Turmes ist die Gemeinde Tabarz, die auch den zehnprozentigen Kosten-Eigenanteil aufbringen musste. Für den Ausbau der Etagen unter der Aussichtsplattform bekam sie dabei kurzfristig Hilfe von der Regionalstiftung der Kreissparkasse Gotha (wir berichteten). Die Kosten für den Aussichtsturm werden mit 660 000 Euro veranschlagt.

Ursprünglich sollte der Aussichtsturm bereits im Juli dieses Jahres eröffnet werden. Dann entschied sich der Regionalverbund, auch die anderen Etagen instand setzen zu lassen, um den Turm komplett saniert übergeben zu können. Inzwischen ist die Eröffnung mehrfach verschoben worden, zuletzt auf Ende Oktober.

Warum nun die neuerliche Verzögerung? "Die Außenanlagen sind zwar fertig, aber innen fehlen noch Informationstafeln, da gab es längere Lieferzeiten als gedacht. Außerdem sind noch einige Nacharbeiten notwendig", erklärt Jens Pastowski.

Drei Euro pro Person scheinen zu viel verlangt

Ein weiterer Grund dürfte sein, dass der Gemeinderat Tabarz zwar schon eine Entgeltordnung für den Aussichtsturm beschlossen hat. An einem Drehkreuz sollen Nutzer einen Obolus zahlen, ehe sie nach oben steigen und einen 360-Grad-Rundumblick genießen können. Dieser Obolus war per Beschluss auf drei Euro pro Person festgelegt worden.

Jetzt soll dieser Beschluss aufgehoben und ein neues, niedrigeres Eintrittsgeld festgelegt werden. "Wir haben uns noch einmal damit beschäftigt und empfinden drei Euro pro Person als zu hoch. Außerdem nimmt der Automat am Drehkreuz nur Hartgeld und das macht die Sache einfach auch praktisch schwierig", sagt Dieter Hellmann (Freie Wähler), Mitglied im Tourismusausschuss.

"Die Gemeinde Tabarz hat noch keinen Haushaltsplan. Wir müssen Gebühren so festlegen, dass sie wirtschaftlich sind, und bei der Kalkulation für den Aussichtsturm sind wir somit auf drei Euro pro Person gekommen", erläutert Heiko Sutschek, Bauamts- und Gemeindewerksleiter in Tabarz. "Wenn der Gemeinderat zustimmt, ist dieser Beschluss aufhebbar und eine geringere Gebühr möglich."

David Ortmann, der Kurdirektor von Tabarz und wie Dieter Hellmann Kandidat für die Bürgermeisterwahl am 30. November, hält drei Euro als Eintrittspreis für überzogen: "Das wäre eine zu hohe Hürde, zumal es keine Möglichkeit zum Geldwechseln gibt. Und wir wollen doch, dass möglichst viele der jährlich 200.000 Inselsbergbesucher das neue Angebot nutzen. Da muss nachgebessert werden. Weniger wäre in diesem Fall wohl mehr."

Übrigens: In Masserberg kostet der Eintritt für den - vergleichbaren - Aussichtsturm "Rennsteigwarte" einen Euro pro Person. Und für den Blick vom Gothaer Rathausturm werden 50 Cent verlangt.

Kommentar:

So werden Gäste vergrault

Claudia Klinger über Eintrittspreise, die machbar sein sollten.

Sicher hat Tabarz Geldsorgen. Aber die lassen sich nicht mit einem unrealistischen Eintrittspreis von drei Euro für den Aussichtsturm auf dem Großen Inselsberg lösen im Gegenteil. Damit werden potenzielle Gäste nur vergrault Kalkulationszwänge hin oder her.

Unrealistisch wären drei Euro pro Person auch wegen der Handhabbarkeit. Stellen Sie sich eine vierköpfige Familie vor, die zwölf Euro als Hartgeld dabei haben müsste, um die Aussicht genießen zu können. Wobei schon zwei Leute an sechs Euro ziemlich oft scheitern dürften.

Zudem lohnt sich ein Vergleich, zum Beispiel mit dem Turm "Rennsteigwarte" in Masserberg. Auch dort gibt es eine tolle Aussicht mit Hinweistafeln, was man wo sieht, und Ausstellungen beim Aufstieg zur Aussichtsplattform. Das Drehkreuz dort wird oft gefüttert weil ein Euro pro Person einzusehen und praktikabel ist.

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