7800 Teilnehmer im vorigen Jahr an Volkshochschule Ilm-Kreis

Ilm-Kreis.  Der Direktor der Volkshochschule Arnstadt-Ilmenau fordert mehr Entscheidungsfreiheit seiner Mitarbeiter bei der Belegung der Integrationskurse.

Die Volkshochschule in Ilmenau ist 100 Jahre alt, die Teilnehmer des Yoga-Kurses von Silke Raßbach wollen das auch werden.

Die Volkshochschule in Ilmenau ist 100 Jahre alt, die Teilnehmer des Yoga-Kurses von Silke Raßbach wollen das auch werden.

Foto: André Heß

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„100 Jahre lernen an der Volkshochschule und das nach wie vor modern und innovativ“, brachte Landrätin Petra Enders (Linke) am Dienstag die Bildungseinrichtung im Ilm-Kreis auf den Punkt. Während in Arnstadt das Jubiläum im vorigen Jahr im Theater stattfand, gibt es für die Ilmenauer am 30. Januar einen Tag der offenen Tür, Mitmachangebote und eine Ausstellung über die hundertjährige Geschichte.

7800 Teilnehmer in 850 Veranstaltungen

In der Schule des Lebens könne man miteinander und voneinander lernen, den Geist schärfen und Begabungen wecken, sagte Enders. Das werde von Jung und Alt angenommen. So gab es in den Hauptstellen Arnstadt und Ilmenau sowie in den Außenstellen Stadtilm, Gräfenroda und Großbreitenbach im vorigen Jahr 850 Veranstaltungen und Kurse mit 22.500 Unterrichtsstunden, die 7800 Teilnehmer besuchten.

Das Budget der Volkshochschule Arnstadt-Ilmenau liegt jährlich bei 1,4 Millionen Euro. Davon trägt der Landkreis 400.000 Euro. Neben Kursgebühren kommen Fördermittel von Land, Bund und EU hinzu. Das mache es aber nicht gerade einfach, sagte Direktor Rüdiger Hahn, der auf den immensen Verwaltungsaufwand verwies, um an die Fördergelder heranzukommen.

Fremdbestimmt würde über die Teilnehmer der Integrations-Deutschkurse, da die Beteiligung der Menschen mit Migrationshintergrund von Länderherkunft, Aufenthaltsstatus und Beschäftigungsverhältnis abhinge. Das müsse passgenau nach Förderprogramm sein, sagte er, da hätten seine Mitarbeiter nichts zu entscheiden. Er fordere schon länger eine institutionelle Förderung der Volkshochschulen vom Land, komme aber zu der Erkenntnis: „Es wird uns nicht die Bohne vertraut.“ Auch im Bereich Gesundheit sei der Verwaltungsaufwand sehr hoch, da jedes Programm mit den unterschiedlichen Krankenkassen abgestimmt werden müsse.

Chinesisch für Erwachsene

Inzwischen ist das neue Programm für das Frühjahrssemester mit über 400 Kursangeboten erschienen. Die Fachbereichsleiter stellten einige vor, der Trend gehe weiterhin zu Sprachen und Gesundheit. So gibt es Chinesisch für Erwachsene, aber auch Arabisch, Russisch und Englisch sowie Französisch für die Reise würden angeboten, insbesondere in den Vormittagsstunden für die Senioren. Insgesamt gibt es 71 Kurse in zehn Sprachen. Darunter auch Japanisch, Norwegisch und Schwedisch.

Im Fachbereich Gesundheit haben es sogar schon die Männer zu einem für sie speziellen Yoga-Kurs geschafft, auch wenn es bei der Besetzung Startschwierigkeiten gab, sagte Dirk Schenke. Einen Schwerpunkt wolle man in diesem Jahr auf die Pflege legen. So gibt es bereits Kurse für pflegende Angehörige, man bereite aber ein Projekt vor, indem auch Mitarbeiter von Pflegediensten sich für die Betreuung von an Demenz Erkrankten im Alltag qualifizieren können. Qui Gong für Rollstuhlfahrer, Heilkräuterapotheke und ein Vortrag über Schlafstörungen durch die Zeitumstellung sind ebenso vorgesehen.

Vermittlung gesellschaftlicher Werte

Kurse würden auch in Kleinstgruppen durchgeführt, etwa die chinesische Kalligraphie und Tuschemalerei oder die EDV-Kurse. Bei dem Integrationskurs zu Deutsch als Fremdsprache für Menschen mit Migrationshintergrund lege man auch Wert auf die Vermittlung gesellschaftlicher Werte. Das erreiche man durch Besuche von Landtag und Gericht, Verkehrserziehung sowie Vorträge der Polizei, zum Beispiel zum Umgang mit Ausländerfeindlichkeit, sagte Abteilungsleiterin Astrid Senjutin-Liehnen.

Man wolle, dass die Bildungsangebote jedem zugänglich sind, erklärte die Landrätin. So gibt es für Schüler, Auszubildende, Studenten, Arbeitssuchende, Asylbewerber und Schwerbehinderte 50 Prozent Ermäßigung auf die Kursgebühr. In Härtefällen kann das Entgelt gestundet oder ganz erlassen werden. Für Kinder und Jugendliche gibt es über das Förderprogramm Bildung und Teilhabe Förderung über das Jobcenter.

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