Arnstädter Geschwister wollen einfach anders sein

Arnstadt.  Das „jazzy-duo“ war diesmal auch rockig im Theater. Ein Lied haben sie dem Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland gewidmet.

Das  Konzert vom „jazzy-duo“ Jessica und Philipp Jacob machte den Besuchern im Theater gute Laune.

Das Konzert vom „jazzy-duo“ Jessica und Philipp Jacob machte den Besuchern im Theater gute Laune.

Foto: Berit Richter

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Mit dem Titel „Anders sein“ hat das „jazzy-duo“ sein drittes großes Konzert im Theater überschrieben. So rockig präsentierten sich die Arnstädter Geschwister noch nie. „Lasst uns einfach anders sein“ – schon das erste Lied des Konzertes ist eine Aufforderung, das Leben zu leben.

Musik als Lebensgefühl

Im Laufe des Abends werden Jessica und Philipp Jacob noch viele solcher Botschaften singen. „Musik ist für uns nicht nur Hobby, sondern Lebensgefühl, Lebensqualität und Lebensbereicherung“, sagen sie. Davon geben sie viel an ihr Publikum zurück. Zweieinhalb Stunden später wird es die jungen Musiker feiern, lautstark und mit viel Applaus Zugaben fordern. „Wir sind sprachlos, überwältigt, dankbar. Ihr habt uns mit einer Magie durch diese musikalischen Stunden getragen“, sagen die Geschwister.

Vor drei Jahren traten sie erstmals im Theater auf, feierten ihr zehnjähriges Bühnenjubiläum. Seitdem gehört das „jazzy-duo“ fest zum Programm. „Beim ersten Mal haben wir noch viele Freikarten verschenkt“, erinnert sich Jessica Jacob. Mittlerweile läuft es bestens mit dem Kartenverkauf.

Ehrlich und authentisch

Anders sein – das trifft auch auf die Lieder des „jazzy-duos“ zu. Startete man einst mit Coversongs und vor allem dem namensgebenden Jazz, so sind es längst – bis auf ein Medley, das den musikalischen Vorbildern von Rosenstolz bis Udo Jürgens huldigt – eigene Lieder. Ehrlich, authentisch, mit viel Gefühl und so rockig, wie noch nie. Platte Schlagerattitüden sind nicht das Ding der beiden, die hauptberuflich als Lehrer arbeiten. Sie singen von der Liebe, vom Erwachsenwerden, von eigenen Erfahrungen, vom Respekt vor dem Alter ebenso wie vor dem jungen Leben und malen damit im Kopf der Zuhörer Bilder, wecken Erinnerungen an eigenes Erlebtes.

„Warum hast du Angst davor zu fragen, wer du bist? Alles was du brauchst ist Mut zu sein, mach dich nicht zu klein“, heißt es im Lied „Mut zu sein“. „Zwischen Schwarz und weiß… gibt es mittendrin… gibt es noch ein bisschen bunt“ ist ein Plädoyer dafür, nicht in Stereotypen zu denken, sondern das Bunte dazwischen zu sehen.

Kranke Kinder unterstützen

Immer wieder finden die zwei aber auch leise Töne, nachdenkliche Worte. So wie beim Lied „Wunder“, gewidmet all jenen, die sich im und fürs Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz engagieren und vor allem den dort betreuten Familien. „Es ist traurig, dass in einem Land wie Deutschland so eine Einrichtung über Spenden finanziert werden muss“, findet Jessica Jacob. Mit dem Lied, von dessen Download-Verkauf ein Euro an die Einrichtung geht, möchten sie und ihr Bruder ihren Beitrag leisten. „Wir sind dankbar, dass wir so tolle Unterstützer haben“, sagt Marcus Köhler vom Hospiz und erinnert daran: „Wir brauchen 1,3 Millionen Euro pro Jahr, um unsere Einrichtung am Laufen zu halten.“

Nicht bei allen Liedern steht das Duo allein auf der Bühne. Breakdancer Marvin wirbelt zum Hit „Wer zuhören kann“ über die Bühne. Und die Teenager Nina, Nina und Milena haben zu zwei Liedern eine eigene Choreographie einstudiert. Sie zeigen, dass sie als ehemalige Sportakrobatinnen nichts verlernt haben. Drei CDs hat das „jazzy-duo“ bisher bereits herausgebracht, eine vierte soll in diesem Jahr folgen.

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