Arnstädter Stadtrat billigt Entwurf für neues Wohngebiet

Arne Martius
| Lesedauer: 2 Minuten
Mit einem möglichen neuen Wohngebiet nahe einer Streuobstwiese ist die Bürgerinitiative aus Marlishausen nicht einverstanden.

Mit einem möglichen neuen Wohngebiet nahe einer Streuobstwiese ist die Bürgerinitiative aus Marlishausen nicht einverstanden.

Foto: Arne Martius

Arnstadt.  Nun folgt die öffentliche Beteiligung für das Quartier „Am Stollengarten“ in Marlishausen. Heute wird Antrag auf Bürgerbegehren eingereicht.

Mehrheitlich beschlossen hat der Stadtrat von Arnstadt vergangene Woche die Billigung des Bebauungsplanentwurfs und die nun folgende Beteiligung der Öffentlichkeit für das geplante Wohngebiet „Am Stollengarten“ in Marlishausen. Bei acht Gegenstimmen und sechs Enthaltungen wurde der Vorschlag angenommen. Unter den Nein-Stimmen war auch die von Stadtratsmitglied Christian Hühn (SPD).

Zwar honorierte er die planerischen Bemühungen, um den Kritikern des Vorhabens im Ort entgegenzukommen, „aber an den über 600 Stimmen gegen das Wohngebiet komme ich nicht vorbei“, begründete er seine Entscheidung. An einer Petition im Internet gegen das Quartier mit 13 Einfamilienhäusern hatten sich im Frühjahr 881 Personen beteiligt, darunter 650 aus Marlishausen.

Antrag auf Bürgerbegehren wird eingereicht

Eine Bürgerinitiative kritisiert, dass die Bautätigkeiten Auswirkungen auf den Wasserhaushalt einer direkt angrenzenden Streuobstwiese haben, die alten Bäume in ihrem Bestand gefährden, sowie Brutstätten von Vögeln dezimieren könnten. Am Dienstag sollen deswegen an Arnstadts Bürgermeister Frank Spilling (parteilos) die Petition übergeben und der Antrag auf ein Bürgerbegehren eingereicht werden.

Auch wenn der überarbeitete Entwurf des Bebauungsplans den Erhalt der Streuobstwiese, einen Grünstreifen zwischen den Häusern sowie das Anpflanzen neuer Bäume beinhaltet, sind nach Einschätzung der Bürgerinitiative die ökologischen Bedenken nicht vom Tisch. Stadtratsmitglied und Bauausschuss-Chef Joachim Lindner (Pro Arnstadt) sieht hingegen alle Kritikpunkte ausgeräumt.

„Das ist der beste Bebauungsplan, den Arnstadt je hatte“, schätzte er ein. Auch Sebastian Köhler (CDU) fand: „Es wurden große Kompromisse gemacht, das hat auch der Ortsteilrat so gesehen.“

Wird dem Bürgerbegehren stattgegeben, bleiben den Initiatoren vier Monate Zeit, um die nötigen Unterschriften zu sammeln.