Asylbewerber aus Suhl binden mutwillig Kapazitäten

Ilm-Kreis.  Nach dem 5. Corona-Fall im Ilm-Kreis appelliert die Landrätin erneut an die Vernunft, die Anordnungen der Behörden strikt einzuhalten.

Hier ein Blick auf die Jugendarrestanstalt in Arnstadt.

Hier ein Blick auf die Jugendarrestanstalt in Arnstadt.

Foto: Hans-Peter Stadermann / Archiv

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Im Ilm-Kreis gibt es einen fünften Corona-Fall. Der 80-Jährige Mann ist eine Kontaktperson des 4. Falles, einer 52-jährigen Frau, die aus dem Ägypten-Urlaub kam. Beide befinden sich in häuslicher Quarantäne, teilte am Freitag Landrätin Petra Enders (Linke) mit. Aus datenschutzrechtlichen Gründen wollte sie keine weiteren Angaben machen. Der 5. Fall hatte keine, der 4. Fall 30 Kontaktpersonen, die vom Gesundheitsamt zu ermitteln waren. Bisher befindet sich keiner der Infizierten im Krankenhaus. Alle aktuellen Infos im kostenlosen Corona-Liveblog

Nach der neusten landesweiten Bestimmungen zum Infektionsschutzgesetz forderte am Freitag die Landrätin noch einmal deutlich, dass sich die Menschen an die Bestimmungen halten, diese sehen unter anderem geschlossene Geschäfte (mit Ausnahmen) und Gaststätten, keine Treffen in Parks und auf Spielplätzen vor. Sie habe sich mit den Ordnungsämtern der Städte und Gemeinden abgestimmt, in Verbindung mit der Polizei diese Verbote ab sofort verstärkt zu kontrollieren und bei Ordnungswidrigkeiten Bußgelder in Höhe von 1000 Euro und höher zu verhängen. „Es ist jetzt wirklich kein Spaß mehr, wirklich ernst!“ Sie appelliere an die Vernunft, alles zu tun, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Dazu gehört auch die Allgemeinverfügung, dass sich Rückkehrer aus dem Ausland auch rückwirkend 14 Tage in häusliche Quarantäne zu begeben haben.

Von unserer Zeitung auf die Situation in der ehemaligen Arnstädter Jugendarrestanstalt angesprochen, sprudelte es nur so aus ihr heraus. Dorthin kamen 25 Störer aus der Erstaufnahmeunterkunft in Suhl, nachdem sie sich nicht an die Quarantäne-Maßnahmen halten wollten. Seitdem, so Enders, habe der Ilm-Kreis dieses Problem auf dem Tisch, obwohl dafür eigentlich das Landesverwaltungsamt und die Behörden in Suhl zuständig wären. Drei von ihnen befanden sich zeitweilig, allerdings nicht wegen Corona-Verdachts, in den Ilm-Kreis-Kliniken, davon einer stationär. Sie haben erzwingen wollen, dass sie dorthin eingeliefert werden: Bisher sei wegen dieser Gruppe in Arnstadt sechsmal der Rettungswagen, fünfmal der Notarzt und siebenmal Ärzte vor Ort gewesen. „Das ist unglaublich. Diese Leute binden Kapazitäten und Materialien im Gesundheitswesen, die wir in dieser Situation viel dringender an anderen Stellen vorhalten müssen“, empörte sich Enders. Denn wegen eines Corona-Verdachtsfalles in der Suhler Einrichtung, sind alle 25 Personen bei medizinischen Einsätzen unter Schutzmaßnahmen zu behandeln, das bedeute auch, dass nach jedem Rettungswageneinsatz das Fahrzeug vier Stunden desinfiziert werden müsse. Enders hat sich an alle Ministerien gewandt, die Zuständigkeiten für diese Personengruppe zu klären, auch für deren medizinische Versorgung vor Ort Sorge zu tragen. Ihrer Ansicht nach sollten diese Asylbewerber hinsichtlich des Strafrechts überprüft werden, da sie die öffentliche Ordnung und Sicherheit mit ihren Aktionen gefährden, sie gehörten zumindest in das Justizkrankenhaus nach Leipzig.

Ilmenaus Oberbürgermeister Daniel Schultheiß (parteilos) fordert angesichts der Anordnungen der Behörden zur Bekämpfung der Ausbreitung des Corona-Virus mehr Besonnenheit und Rücksichtnahme. Kontakte über das direkte familiäre Umfeld hinaus sollten vermieden werden.

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