Betreuungsverein hilft Menschen mit Handicap seit 25 Jahren

Die Arbeiterwohlfahrt des Ilm-Kreises feiert am Mittwoch rundes Jubiläum, bei dem sich die langjährige Vorsitzende Elke Keller verabschiedete.

Geschäftsführerin Konstanze Nowak (links) bedankt sich bei der langjährigen Vereinsvorsitzenden Elke Keller für ihre 25-jährige Tätigkeit.

Geschäftsführerin Konstanze Nowak (links) bedankt sich bei der langjährigen Vereinsvorsitzenden Elke Keller für ihre 25-jährige Tätigkeit.

Foto: Arne Martius

Ilm-Kreis. Zwischen 100 und 120 Menschen mit körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung werden im Jahr vom Betreuungsverband der Arbeiterwohlfahrt begleitet – und das zumeist ehrenamtlich. Denn die drei fest angestellten Mitarbeiter im Ilm-Kreis werden von 30 Frauen und Männern unterstützt, die das unentgeltlich tun.

Deswegen ist der Betreuungsverein im Ilm-Kreis vor allem für Behörden und die Justiz eine verlässliche Größe, wie die langjährige Vorsitzende Elke Keller am Mittwoch sagte, als der Verband in Ilmenau sein 25-jähriges Bestehen feierte. 250 Veranstaltungen wurden seitdem durchgeführt, bei denen es um Rechtsfragen und das Thema Vollmacht ging.

Gegründet wurde der Verein 1994 – zwei Jahre, nachdem das Betreuungsgesetz auf Bundesebene verabschiedet wurde, mit dem die Entmündigung von Menschen abgeschafft wurde. Ziel war es, die Stellung von Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Behinderungen zu stärken und ihnen mehr Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. Im Jahr 2011 wurde diese Aufgabe vom früheren Stadtverband an den AWO-Kreisverband übertragen, der in Arnstadt und Ilmenau zwei Anlaufstellen betreibt. Betreut werden zunehmend auch Menschen mit Drogenproblemen oder Medikamentenabhängigkeit.

Elke Keller ist eine Mitarbeiterin der ersten Stunde. Bis zum Frühling dieses Jahres war sie die Vorsitzende des Vereins und übergab das Amt dann an Riccardo Kloß. Trotz des beabsichtigten Ruhestands nach 25 Jahren will sie aber weiterhin im Betreuungsverein ehrenamtlich helfen, kündigte sie an.

Trotz des hohen ehrenamtlichen Engagements sei die finanzielle Situation kritisch, schätzte AWO-Kreisverbandsgeschäftsführerin Konstanze Nowak ein. Das habe Auswirkungen auf die Beschaffung von Software oder Dienstwagen. Diesen Hinweis dürfte auch CDU-Bundestagsmitglied Tankred Schipanski gehört haben, der die Feier zum 25-jährigen Jubiläum besuchte. Er bedankte sich für die ehrenamtlich geleistete Arbeit, die in ihrem Umfang von der Öffentlichkeit häufig kaum wahrgenommen werde, sagte er. Für den musikalischen Rahmen sorgte am Mittwoch die Musikschule Schweitzer aus Ilmenau.

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