Binz erwirtschaftet Jahresumsatz von 30 Millionen

Ilmenau  Oberbürgermeister besuchte das Ilmenauer Unternehmen, das auf eine wechselvolle Entwicklung zurück blickt

Oberbürgermeister Gerd-Michael Seeber mit der Geschäftsleitung, darunter Geschäftsführer Roland Müller (rechts) Foto: André Heß

Oberbürgermeister Gerd-Michael Seeber mit der Geschäftsleitung, darunter Geschäftsführer Roland Müller (rechts) Foto: André Heß

Foto: zgt

Bei der Übergabe Anfang November von 32 Spezialfahrzeugen für den Thüringer Katastrophenschutz und Rettungsdienst in Ilmenau wurde Oberbürgermeister Gerd-Michael Seeber (CDU) wieder auf ein Ilmenauer Werk mit Tradition aufmerksam. Sind doch die 21 Einsatzleitwagen vom Typ Mercedes-Sprinter von der Binz Ambulance- und Umwelttechnik GmbH in Ilmenau aufgebaut worden.

Ein Gespräch in der Gaststätte mit einem Mitarbeiter des Betriebes habe zu dem Entschluss für einen Betriebsbesuch hgebracht, zumal es da nicht nur Computer zu sehen gäbe. Dort begrüßte er am Donnerstag die neue Geschäftsführung mit den Worten: "Wir sind hier in einem Unternehmen, das von Veränderungen in den letzten Jahren nicht verschont geblieben ist."

Seit der Umstruktierung geht es wieder bergauf

Rückblick: Im Oktober 2012 nach einer Insolvenz bekam der Sonderfahrzeughersteller RMA im Bieterprozess den Vorzug, dessen Stammsitz war in Bangkok. Die Beschäftigten mussten nach Angaben der jetzigen Gesellschafter der CMG Holding auf 10 Prozent ihres Lohns verzichten, damit der Investor 700 000 Euro von der Thüringer Aufbaubank erhielt, sagte Ulf Rittinghaus von der Beteiligungsgesellschaft Buchheim GmbH. Das sei ein krummer Deal gewesen. Auch seien im August 2015 keine Chinesen Besitzer von Binz geworden, sondern nur Partner eines Joint Ventures.

Der Umrüster von Spezialfahrzeugen – insbesondere für die Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste – beschäftigt mittlerweile in Ilmenau wieder 144 Beschäftigte und bis zu 36 Leiharbeiter, von denen man Ende des Jahres 30 Prozent mit einem festen Arbeitsvertrag übernehmen wolle.

Verlorenes Kundenvertrauen durch die Vorgänger habe man mit "einigen Millionen" wieder zurückgewinnen können, weil damit Lieferanten für ausstehende Rechnungen bezahlt worden sind, hieß es beim Rundgang durch die Arbeitshallen. Es werden oder wurden gerade für die Bundespolizei 32 Fahrzeuge, für die Feuerwehr Kuwait fünf Fahrzeuge, für die Berliner Polizei elf Fahrzeuge, für den Rettungsdienst in Luxemburg fünf Fahrzeuge aufgebaut und nach Spezialanforderungen ausgerüstet.

Man habe seit der Übernahme von RMA im August 2015 das Wachstum um 55 Prozent steigern können, wieder 30 Leute eingestellt. In diesem Jahr wurde ein Umsatz von 30 Millionen Euro erzielt und für das nächste Jahr die Auftragsbücher gut gefüllt. Man nehme aber immer noch Aufträge an.

Im Einsatzleitwagen-Bereich sei man Marktführer, allerdings bei den Ambulanzen nicht mehr, sagte Ulf Rittinghaus. Seine Frau und sein Bruder sind geschäftsführende Gesellschafter und Mitglied der Geschäftsleitung.

AusPlatzgründen werde derzeit eine neue Halle zur Möbelfertigung gebaut. Dabei ist von einer Investition von 1,5 Millionen Euro die Rede. Man wolle "draußen nicht mehr so rumbrüllen", sagte Rittinghaus, und meinte damit, nichts zu versprechen, was man nicht halten könne.

In den Bereichen Militär, Ambulance und Polizei sieht er Wachstumspotenziale. Man wolle als Familienunternehmen Binz mit bodenständigen Mitteln zu alter Blüte verhelfen. Bis 2009 mussten die Gewinne in Ilmenau immer an das Mutterunternehmen in Lorch abgeführt werden, das gehört nicht mehr zu Binz in Ilmenau.

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