Bio-Mittagessen aus dem Schülerfreizeitzentrum in Ilmenau

Ilmenau.  Ernährungsberaterin Maria Streitferdt schwört auf Dinkelmehl wegen der Vitamine. Bei ihr gibt es nur zweimal in der Woche Fleisch oder Fisch.

Maria Streitferdt betreibt die Bio-Küche im Schülerfreizeitzentrum. Hier holt sie einen Auflauf aus dem Kühlschrank.

Maria Streitferdt betreibt die Bio-Küche im Schülerfreizeitzentrum. Hier holt sie einen Auflauf aus dem Kühlschrank.

Foto: André Heß

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Veränderungen in der Ernährung sind ein Baustein zur Verbesserung des persönlichen Wohlbefindens, findet die Ernährungsberaterin Maria Streitpferd, die hierzu Vorträge und Seminare hält, Kochkurse gibt, für Catering und Mittagessen sorgt. Seit November hat sie die Versorgung der Gäste im Schülerfreizeitzentrum übernommen und möchte dort ihre Bio-Küche aufbauen. Von dort aus will sie auch für Kindergärten, Firmen, Praxen, Allergiker und Privatpersonen kochen. Ihre Motivation und die Inhalte ihrer selbst hergestellten Speisen erläuterte sie im Schülerfreizeitzentrum in Ilmenau vor kleinem Publikum, das sie auch zu einer Verkostung eingeladen hatte.

Es begann 2013 mit der Gründung ihrer Keferküche. Die Schreibweise habe sie ihrem damals sechsjährigen Sohn Jakob zu verdanken, erzählt sie den Gästen ihrer Informationsveranstaltung. Nach einer persönlichen Krisenzeit habe sie den Reset-Knopf gedrückt und das gemacht, was ihr schon immer Spaß und Freude bereitet hat. Im Fernstudium bildet sie sich als Fachberaterin für Säuglings- und Kinderernährung sowie für vegane und vegetarische Ernährung fort. Sie absolvierte Praktika in Sterneküchen, hat ehrenamtlich einen Kindergarten mit Frühstückskost und Mittagessen versorgt, besuchte Kongresse zum Thema Schulverpflegung und sammelte Erfahrungen in einer Allergieklinik.

Zu den Prämissen ihrer Keferküche zählt Maria Streitferdt unter anderem täglich frisch gekochte Speisen, die zu 100 Prozent Bio-Qualität haben. Lebensmittel mit Geschmacksverstärkern, Farbstoffen und Konservierungsstoffen kommen bei ihr nicht zum Einsatz. Sie verarbeite Rohrzucker, Dinkelmehl, Raps- und Sonnenblumenöl und achte beim Kochen auf eine liebevolle und schonende Zubereitung. Der Speiseplan passe sich dem Phänologischen Kalender der zehn Jahreszeiten an, dieser zeige an, was gerade blüht, was geerntet wird, was gerade reif wird in der Region. Wenn sie für andere koche, gebe es nur ein bis zweimal Bio-Fleisch oder Fisch auf den Tisch, ansonsten gehe es vegetarisch und vegan zu. Ab kommendem Jahr möchte sie damit auch Schulen und Kindergärten in Ilmenau und Umgebung beliefern, es werde bei ihr aber kein Wahlessen geben. Ihre Zutaten bekommt sie unter anderem von Naturkost Erfurt, der Bio-Bäckerei Mann in Arnstadt, der Bio-Landwirtschaft Baumbach aus Stadtilm.

Das Mittagessen könne man im Schülerfreizeitzentrum erhalten oder sie beliefert nach Vorbestellung, selbst bis nach Frauenwald. Hier gab es bei ihrer Vorstellung Interesse für den hiesigen Kindergarten, der für seine 40 Kinder den Anbieter wechseln möchte. Darüber entscheiden werden letztlich die Eltern. Bisher, räumt die Ernährungsberaterin ein, stehe sie aber allein in ihrer Küche da. Es fehle an Mitarbeitern, Fahrzeug, Großküchengeräten und Spenden sowie Möbeln für eine Mitmachküche für Kinder. Momentan versorgt sie mit ihren Mittagessen 20 Firmen und Einzelpersonen sowie etwa 20 Allergiker-Kinder.

Die Preise für das Mittagessen liegen für Kinder bei 3,60 Euro für Vegetarisch/Vegan und 6 Euro für Fleisch oder Fisch, bei Erwachsenen bei 4,60/7 Euro.

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