Eingliederungsprämie fließt in den Haushalt

Martinroda.  Martinroda und Angelroda haben nach der Fusion jetzt einen gemeinsamen Haushalt. Die Feuerwehr in Angelroda wurde aufgelöst.

Bürgermeister Günther Hedwig (3. von links) mit den neuen Martinrodaer und damit ehemaligen Angelrodaer Gemeinderäten Bärbel Stade, Alexander Barth und Kathrin Fischbach (von links)

Bürgermeister Günther Hedwig (3. von links) mit den neuen Martinrodaer und damit ehemaligen Angelrodaer Gemeinderäten Bärbel Stade, Alexander Barth und Kathrin Fischbach (von links)

Foto: André Heß

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Mit dem Haushalt für 2020 hat am Dienstag der Gemeinderat von Martinroda zugleich einen historischen Beschluss gefasst. Er kam zustande mit drei von vier ehemaligen Gemeinderäten aus Angelroda, da die Gemeinde seit der Fusion am 1. Januar dieses Jahres zur Gemeinde Martinroda gehört. Etwa 400 Einwohner kommen damit zu Martinroda hinzu, das nun 1189 Einwohner hat.

Angelroda selbst verfügt über keinen eigenen Ortschaftsrat mehr. Bürgermeister Günther Hedwig (parteilos) verzichtete auf eine Vereidigung der neuen Gemeinderatsmitglieder, da sie in Angelroda das Amt bereits begleitet hatten. Mit der Fusion im Rahmen der Gebietsreform erhält Martinroda eine Eingliederungsprämie vom Land in Höhe von 239.000 Euro, die vollständig in den Haushalt eingeflossen ist.

Mit der Aufhebung der Hebesatzung von Angelroda und der Angleichung an die Hebesätze von Martinroda senken sich die Hebesätze für Angelroda bei der Grundsteuer A und B um wenige Prozentpunkte. Der Gewerbesteuersatz von 400 Prozent ist gleich geblieben. Der Haushalt 2020 für das größere Martinroda sieht im Verwaltungshaushalt einen Etat von 1,69 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt von 1,27 Millionen Euro vor. Zuletzt hatte Angelroda keinen ordentlichen Haushalt, da man sich im Haushaltsicherungskonzept befand. Die Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt beträgt 326.000 Euro.

Bei seinen Erläuterungen ging der Bürgermeister auf wesentliche Änderungen ein. So müsse Martinroda jetzt mehr für Gastkinder in Kindergärten ausgeben, da die Angelrodaer ihre Kinder nach Arnstadt, Geschwenda oder Geraberg gebracht haben, obwohl Martinroda auch einen Kindergarten besitzt, deren Erweiterung über das Dorferneuerungsprogramm noch in diesem Jahr beendet werden soll.

Angelrodaer Sportplatz ist bisher noch Parkplatz

Hedwig stellte fest, dass Martinroda längst nicht so opulent mit Räumlichkeiten ausgestattet sei wie Angelroda, was er auf das frühere Schloss zurückführte. Mit der Eingemeindung wurde die Angelrodaer Feuerwehr aufgelöst, die Löschgruppe wird in die Martinrodaer Wehr integriert. Positiver Effekt der Fusion ist für Angelroda, dass es dort künftig auch ein Begrüßungsgeld von 100 Euro für Neugeborene gibt. Der Angelrodaer Sportplatz soll mit einem Rasenpflegeprogramm so aufgewertet werden, dass er von Kindern aus dem FSV Martinroda auf Kleinfeldern bespielt werden kann. Bisher würde er nur als Parkplatz für den Schützenverein genutzt. Ob die gesamte Fläche des Angelrodaer Friedhofs genutzt werden müsse, die dreimal so groß ist, wie die in Martinroda, will der Bürgermeister wegen der Bewirtschaftungskosten auch prüfen lassen. Die Angelrodaer betonten die Hanglage und damit verbundene Handarbeit der Bauhofmitarbeiter, was sich auf die Kosten auswirke.

Das Dorfgemeinschaftshaus in Angelroda werde auch nicht weiter so wie zuletzt bewirtschaftet, kündigte er an. Investiert werden soll in den grundhaften Ausbau der Waldstraße im Laufe von zwei Jahren eine Million Euro. In der Gemeindeverwaltung von Angelroda, wo sich auch Wohnung und Arztpraxis befindet, sollen gesperrte, aber immer weiter befeuerte Öfen, zugunsten eines Anschlusses an eine moderne Gastherme so bald wie möglich verschwinden. Der Gemeinderat stimmte einer neuen Hauptsatzung und Geschäftsordnung zu. Wahlhelfer sollen statt 15 jetzt 30 Euro Entschädigung erhalten. Bürgermeister Günther Hedwig verteidigte eine Erhöhung seiner Aufwandsentschädigung nach dem Höchstsatz, der für Gemeinden mit maximal 2000 Einwohnern gilt. Im Laufe der Sitzung wurden auch die Ausschüsse personell besetzt, ein Hauptausschuss wurde erstmals installiert, da er bei über 1000 Einwohnern vorgeschrieben ist.

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